FURZE: The Presence…

FURZE: The Presence…

Drei Jahre nach „Baphomet Wade“ ist es endlich wieder Zeit für ein neues FURZE-Album. Mit „The Presence…“ beweist FURZE-Mastermind Woe J. Reaper erneut, dass eigenständiger Black Metal auch 2018 noch kreiert werden kann und schert sich nicht um Klischees oder Stilschubladen. Produktionstechnisch gibt sich „The Presence…“ minimalistisch bis karg, wer eine überproduzierte Klanglandschaft sucht, ist hier an der falschen Trondheimer Adresse.

FURZE vereinen Doom und Black Metal

Die minimalistische Herangehensweise verfolgen FURZE auch im Songwriting. Der hypnotische Opener ist komplett unverzerrt und FURZE lassen sich nicht hetzen – man spürt, dass hier unheimliche Gewitterwolken aufziehen, doch lange bricht das Gewitter nicht über den Hörer hinein – erst „The Doom“ ergiesst sich pechschwarz verzerrt aus den Boxen. FURZE erinnern so an ihre früheren Werke oder an die alten Zeiten von GORGOROTH oder BATHORY.

Bei einem Anspieltipp bleibt es nicht auf „The Presence…“

Als erster Anspieltipp empfiehlt sich dann das unheimliche „Midnight Roar“. „In Blood by Metal“ überrascht hingegen mit klaren Parallelen zu alten NIFELHEIM-Zeiten – nur dass FURZE die Dissonanzen auf die Spitze treiben und den Song auch noch als rein instrumentales Stück aufziehen. Die doomige Seite ist dann wieder federführend beim „Bat Cobra“ und das mit einem gruselig-dissonanten Gitarrenlead versehene „Space Scars“ positioniert sich auch gesanglich in der Doom-Ecke. Selbst ein bizarres Intermezzo – Uralt-MORTIIS-Stimmung lässt grüssen – ist mit „Drammadur“ vorhanden, bevor FURZE dann wieder die puren Schwarzmetall-Saiten aufziehen…

Unangepasst und eigenständig

Alles in allem ist „The Presence…“ eine sperrige, heterogene Vereinigung von hässlichem Black Metal und Doom. FURZE scheren sich nicht um Genregrenzen, reizen die spärlichen Elemente aus, um schaurige und dreckige Klanglandschaften zu kredenzen. Leicht zugänglich ist anders – aber vor Einfachheit und Einfältigkeit musste man sich bei FURZE ja zum Glück noch nie fürchten. Kauftipp für Querkopf-Satanisten!

Veröffentlichungsdatum: 24.08.2018

Spieldauer: 43:37

Label: Polytriad Fingerprints

Website: https://furze.bandcamp.com/

Line Up
Woe J. Reaper – alles

 

Trackliste

  1. The Presence…
  2. The Doom
  3. Midnight Roar
  4. In Blood by Metal
  5. Bat Cobra
  6. Space Scars
  7. Drammadur
  8. Soul`s Fire
  9. Zarathustra`s Overkill
  10. Home in Hell