FLOTSAM & JETSAM: Doomsday For The Deceiver (Re-Release)

FLOTSAM & JETSAM: Doomsday For The Deceiver (Re-Release)

Metal Blade holen mal wieder die Perlen aus dem Keller. Dieses Mal bekommt das 1986er Debütalbum von FLOTSAM & JETSAM einen Re-Release auf CD und Vinyl spendiert. Zumindest die CD-Version enthält als Bonustracks die vier Songs des “Metal Shock” Demos von 1985, was die Spielzeit auf über 77 Minuten treibt. Da das nicht auf eine Vinyl-LP passt, gehe ich mal davon aus, dass die Bonustracks auf der Vinyl-Version nicht enthalten sind. Die Demo-Songs sind ein schöner Bonus, aber gerade, wenn man zum Beispiel bei “Hammerhead” die Demo- mit der Album-Version vergleicht bemerkt man, dass die Band noch mal einen großen Schritt gemacht hat.

“Doomsday For The Deceiver” – ein Speed Metal-Klassiker!

Vom Line Up, das vor 32 Jahren “Doomsday For The Deceiver” eingespielt hat, sind heute nur noch Sänger Erik A.K. und Gitarrist Michael Gilbert übrig. Jason Newsted wechselte ja kurze Zeit später zu METALLICA. Das Debüt der Band aus Phoenix, Arizona zählt völlig zu recht zu den Klassikern des Speed Metals. Man merkt dem Album an, dass es sich um das erste Album der Band handelt. Im Vergleich zu den späteren Alben geht die Band hier noch deutlich ungestümer und furioser zu Werke – jung und wild eben.

Das Songmaterial enthält sowohl kurze, geradlinige Stücke wie “Iron Tears”, “Desecrator” oder dem nur gut zwei Minuten langen Abriss “Fade To Black” als auch längere, verspielte Stücke mit vielen Tempowechseln wie den Titelsong oder “Metalshock”. Und dabei keinen einzigen Ausfall. Songs wie der Opener “Hammerhead” oder die weiter hinten platzierten, völlig irren Highspeed-Abfahrten “She Took An Axe” oder “U.L.S.W.” sind Speed Metal in Perfektion. Kompromisslos, hart aber auch mit einer Menge Melodie. Selbiges gilt für “Der Fuhrer”, ein Song über Nazi-Deutschland mit dem wunderschönen Refrain “Zeig Heil! All Hail! Zeig Heil!” – wenn man genau hinhört, könnte man aber auch was anderes als “Zeig” verstehen.

Egal ob auf CD oder Vinyl – “Doomsday For The Deceiver” muss man haben!

Das “Doomsday For The Deceiver” trotz nahezu permanentem Vollgas nicht zu einer Sekunde langweilig wird, liegt neben den packenden Songs auch am hohen spielerischen Niveau der gesamten Band. Alle vier Instrumentalisten zeigen so richtig, was sie drauf haben, ohne dass das ganze in Techno Thrash-Gefilde abdriftet. Dazu kommt mit Erik A.K. ein Sänger, der die meisten Kollegen aus anderen Thrash-Bands weit hinter sich lässt. Sein hoher, melodischer Gesang kommt mit einer gewissen Schnodderigkeit und passt einfach perfekt zum Sound von FLOTSAM & JETSAM. Beeindruckend ist dabei, dass Eric auch auf den aktuellen Alben der Band noch eine fantastische Gesangsleistung abliefert. Man könnte sogar meinen, dass er mit den Jahren eher noch besser geworden ist.

Wenn ihr also das hier lest und “Doomsday For The Deceiver” aus irgendeinem Grund noch nicht besitzen solltet – Ihr habt nun die Möglichkeit diesen Fehler wieder gut zu machen. Diese Scheibe gehört zur metallischen Allgemeinbildung und es ist eine Schande, dass FLOTSAM & JETSAM nach diesem Album und dem ebenfalls sehr guten Nachfolger “No Place For Disgrace” irgendwie an Fahrt verloren haben.

Veröffentlichungsdatum: 27.04.2018

Spielzeit: 77:25

Line Up:
Aktuell:
Eric A.K. – vocals
Michael Gilbert – guitars
Steve Conley – guitars
Michael Spencer – bass
Ken Mary – drums (live session)

Auf „Doomsday For The Deceiver“:
Eric A.K. – vocals
Edward Carlson – guitars
Michael Gilbert – guitars
Jason Newsted – bass
Kelly David-Smith – drums

Label: Metal Blade

Bandhomepage: http://www.flotsam-and-jetsam.com
Facebook: https://www.facebook.com/flotsamandjetsam.official

Tracklist:
01. Hammerhead
02. Iron Tears
03. Desecrator
04. Fade To Black
05. Doomsday For The Deceiver
06. Metalshock
07. She Took An Axe
08 U.L.S.W.
09. Der Fuhrer
10. Flotzilla
Metal Shock Demo 1985
11. Hammerhead
12. The Evil Sheik
13. I Live You Die
14. The Beast Within (STORMTROPPER-cover)