FARMER BOYS: The World Is Ours

FARMER BOYS: The World Is Ours

Fast drei Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger von Till the cowes come home vorliegt. In drei Jahren kann viel passieren und deshalb war ich schon gespannt wie The world is ours klingen wird. Das es mit den Aufnahmen zum Album etwas länger gedauert hat, könnt ihr ja im Interview nachlesen. Jetzt habe ich es schon ca. 4 Wochen und muss feststellen, daß der Titel the world is ours mit dieser CD Wirklichkeit werden kann.

Bei den Schwaben handelt es sich um eine Band, die ich einfach nicht in eine Schublade stecken kann. New-Metal? Nee, dafür sind sie zu melodiös, teilweise (besonders in den Refrains) fast zu poppig. Hardcore? Erst recht nicht. Crossover? Ich weiss es nicht und ehrlich gesagt ist es mir auch egal. Farmer Boys sind eine der wenigen Band, die einen sehr hohen Wiedererkennungwert in ihren Songs haben. Die geschickt zwischen schnellen, harten Gitarrenriffs und melodiösen, mitsingkompatiblen Refrains wechseln. Welche ihr Keyboard oft, aber immer gezielt einsetzen. An dieser Grundausrichtung hat sich auch anno 2000 nichts geändert. Kurzum: Farmer Boys sind eben Farmer Boys und ich möchte die Band auch nicht in irgendeine Schublade stecken.

Während die ersten beiden Alben recht schnell ausgehört waren und nur zu bestimmten Anlässen wieder aus dem CD-Schrank geholt werden, könnte ich mir vorstellen, daß die CD auch noch in zig-Jahren öfter in meinem CD-Player wandert. Warum dies so ist? Matze Sayer hat gesanglich einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Er hat sich zu einem ganz hervorragenden Sänger entwickelt, der die harten Sachen draufhat, aber auch weiss wie man mit viel Melodie und Hingabe singt. Respekt. Man merkt auch, daß Alex noch viel Metal hört. Denn seine Solis und sein gesamtes Gitarrenspiel ist ganz klar metallike. Auch wird der Wert auf Abwechslung wieder gross geschrieben. Here comes the pain zum Beispiel ist ein Song, welcher in Diskos und Clubs sicherlich oft gespielt wird und sowohl den Metalfan aufgrund seiner harten, druckvollen Gitarren genauso gefällt wie die 16-jährige Zahnspangenträgerin, da der Refrain so schön poppig rüberkommt. If you ever leave me standing ist der bisher ungewöhnlichste Song der Band. Er hat einen walzermäßigen, langsamen Grundrhtyhmus und Matze singt sich zum Ende des Songs in einem wahren Rausch. Farm two thausand und While good was sleeping sind live, aufgrund ihrer ohrwurmartigen Refrains, bestimmt Killer. Alle 11 Tracks sind spannend aufgebaut und balancieren geschickt zwischen Härte und Melodie. Es befindet sich kein Ausfall oder langweiliges Stück auf diesem Album. Und das können nicht viele Bands nachweisen (Wieviele spannende Songs haben eigentlich Metallica in den letzten Jahren geschrieben? Ist mir gerade so eingefallen).

Farmer Boys 2000 stehen für Bombast, Wucht und Melodie. Für hervorragendes Songwriting, klasse Gesang und harten Gitarren. Es hat sich also nicht viel geändert bei den Bauernjungs. Zugreifen.

Wie steht es doch so treffend auf der Page der Band: Und da es der VfB Stuttgart nicht bis in die Champions League geschafft hat, können die Kicker gerne mal bei den Farmer Boys nachfragen, wie`s denn so steht. Denn die Stuttgarter haben sich mit The world is ours soeben für die Königsklasse qualifiziert.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Line-Up:
Matthias Sayer – Vocals

Alex Scholpp – Guitar

Toni Leva – Bass

Dennis Hummel – Keys

Till Hartmann – Drums

Produziert von Siggi Bemm
Label: Motor (www.motor.de)

Homapage: http://www.farmerboys.de

Tracklist:
1. Here comes the pain

2. The good life

3. End of all days

4. We sow the storm

5. If you ever leave me standing

6. A new breed of evil

7. While good was sleeping

8. Turn the world to ice

9. Like a dart in your face

10. Farm two thausand

11. The world is ours