ETHERNITY: The Human Race Extinction

ETHERNITY: The Human Race Extinction

Anders als viele andere female-fronted Melodic Progressive Metal-Bands haben sich ETHERNITY Zeit gegeben, um zu reifen und musikalisch zu wachsen. Und das merkt man dem dritten Album der Belgier – „The Human Race Extinction“ – auch an. Hier steckt durchdachtes Songwriting und instrumentale Fertigkeit drinnen. Doch manchmal übertreibt es die Band um die Familie Spreutels (neben den Brüdern Nicolas und Julien wirkt auch deren Cousin François Spreutels mit – dem nicht genug, ist Nicolas Spreutels auch noch mit Sängerin Julie Colin verheiratet). Dies wirkt sich insbesondere auf die Länge einiger Tracks aus. Denn ETHERNITY packen gerne eine Reihe von Gitarren- und Keyboard-Soli und Leads in die Songs, um ihnen einen progressiven und symphonischen Touch angedeihen zu lassen. Dabei wird gerne übersehen, dass ein Song dazwischen allzu lange etwas träge dahin plätschert, wie es etwa in „Grey Skies“ oder „Beyond Dread“ passiert.

„The Human Race Extinction“ hat dynamischen Charakter

Abgesehen davon gibt es auf „The Human Race Extinction“ aber einiges zu entdecken. Kein Wunder, schließlich beträgt die Spielzeit auch über 70 Minuten. So streut das Keyboard immer wieder einmal futuristische Einsprengseln ein, die das Science Fiction-Konzept des Albums stützen. Die Gitarrenarbeit wechselt zwischen modern abgehacktem Riffing („Mechanical Life“, „Artificial Souls“) und teilweise Melodic Death-Anleihen („The Human Race Extinction“). Hinzu kommen flottere („Chaos Architect“) und härtere („The Prototype“) Tracks, die vom Hörer wohlwollend aufgenommen werden. All diese Elemente geben dem Album einen dynamischen Charakter. Somit lassen sich ETHERNITY grob mit SONIC SYNDICATE, EVERGREY und TEMPERANCE vergleichen.

ETHERNITY haben mehr als ordentlichen Job erledigt

Gesanglich geht Julie Colin kaum Experimente ein. Die Singstimme passt gut ins allgemeine Bild der Band. Die Sängerin, die kurz vor dem Release des Albums die Band aus persönlichen Gründen verlassen hat, steht nicht in Konkurrenz zu den Instrumenten. Somit klingt alles recht homogen. In Sachen Abwechslung könnte man ein bisschen zulegen, wie etwa in „Redefined“ oder „Indestructable“, wo Julie Colin zwischenzeitlich mit angerauter Stimme operiert und auch unterschiedliche Höhen zur Geltung bringt. Dennoch wirkt „The Human Race Extinction“ recht rund. Ein, zwei Songs weniger bzw. einen Teil der Tracks etwas tighter gestaltet, hätte dem Album aber gut getan. Grundsätzlich haben ETHERNITY aber einen mehr als ordentlichen Job abgeliefert.

Veröffentlichungstermin: 14.09.2018

Spielzeit: 70:47 Min.

Line-Up:
Julie Colin – Gesang
Julien Spreutels – Keyboards
Nicolas Spreutels – Schlagzeug
Francesco Mattei – Gitarre (lead)
François Spreutels – Bass
Thomas Henry – Gitarre

Produziert von Simone Mularoni (DGM)

Label: AFM Records

Homepage: http://www.ethernity.be

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/ethernityband

ETHERNITY „The Human Race Extinction“ Tracklist

1. Initialization
2. The Human Race Extinction
3. Mechanical Life
4. Grey Skies (Video bei YouTube)
5. Beyond Dread
6. Artificial Souls
7. Redefined
8. Rise of Droids
9. Mark of the Enemy
10. The Prototype (Video bei YouTube)
11. Not the End
12. Warmth of Hope
13. Chaos Architect
14. Indestructible

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge