ET MORIEMUR: Epigrammata

ET MORIEMUR: Epigrammata

Keine Frage, ET MORIEMUR haben den Aufwand nicht gescheut, um ihr aktuelles Album „Epigrammata“ zu realisieren. Zum einen beschäftigten sich die Tschechen mit der euopäischen Geschichte – und da insbesondere mit der Antike, womit sich auch die Lyrics-Passagen in Altgriechisch und Latein erklären lassen. Zum anderen installierte die seit zehn Jahren Bestand habende Band einige Gast-Musiker, die auf dem klassischen Instrumentarium fit sind. Dem nicht genug, gibt es auch eine kleinen, aber feinen Männer-Chor, der in Gregorianischer Singart operiert.

ET MORIEMUR betreiben viel Aufwand

Stilistisch ist „Epigrammata“ dann aber doch klar im Death / Doom Metal zu verorten. Etwas zu zäh und zu trocken werden die einzelnen Tracks zum Besten gegeben. Denn der Aufwand, der auf den Nebenschauplätzen betrieben wurde, kommt einfach nicht angemessen zur Geltung. Man nähme nur den Chor in „Requiem Aeternam“, der zwar stimmungsvoll eingebettet ist, aber dem Song an sich nicht weiter hilft, als dass er von Haus aus zu wenig Substanz hat. Auch bei anderen Tracks hat man das Gefühl, dass da weit mehr möglich gewesen wäre. Denn ET MORIEMUR erweisen sich in Sachen musikalischer Themen als sparsam. Hierbei ist jedoch positiv zu erwähnen, dass sie ob ihrer Sparsamkeit auch die Dauer der Songs nicht unnötig in die Länge ziehen. Somit hat man es mit fürs Genre kurz bemessenen Songs von rund fünf Minuten zu tun. Setzen die Tschechen jedoch andere Elemente ein – wie etwa das Keyboard in „Dies Irae“ – bzw. agieren generell abwechslungsreicher in Tempo und Atmosphäre, hört man das Potenzial durchaus raus.

„Epigrammata“ erfüllt die kommunizierte Erwartung nur zum Teil

Gesanglich ist der Abwechslungsreichtum durchaus gegeben, als dass Zdenek Nevelík seine Stimme in guten und tiefen Growls einzusetzen vermag, aber auch (irgendwie schräg) hoch krächzen und angenehm clean („Lieber Me“) singen kann. Grundsätzlich bin ich verleitet, „Epigrammata“ als gutes Album zu loben. Allerdings würde ich mir von den Gegebenheiten, die rund um das Album kommuniziert werden, einfach mehr erwarten. Denn wenn man Death / Doom, Gregorianische Chöre, Osteuropa, Latein, Posaune, Cello usw. liest, ist die Erwartungshaltung einfach weiter oben angesiedelt, was die Abwechslung und Atmosphäre anbelangt.

Veröffentlichungstermin: 20.03.2018

Spielzeit: 53:11 Min.

Line-Up:
Zdenek Nevelík – Gesang & Piano
Aleš Vilingr – Gitarre
Pavel Janouškovec – Gitarre
Karel Kovárík – Bass
Michal „Datel“ Rak – Schlagzeug

Gastmusiker:
Kostas Panagiotou (PANTHEIST, LANDSKAP) – Gesang („Introitus“)
Nikos Vlachakis (SHATTERED HOPE) – Gesang („Agnus Dei“)
Labrini Karousou & Vangelis Mertzanis – Spoken Word („Agnus Dei“)
Jaroslav Klvana, Karel Russ & Lukáš Pavlovský – Chors
Andrea Michálková (AFTER RAIN) – Cello
Zuzana Králová – Violine
Jindrich Bešták – Posaune
Honza Kapák (AFTER RAIN, MASTERS´S HAMMER, Ex-AVENGER) – Akustische Gitarre

Label: Transcending Obscurity

Homepage: http://www.etmoriemur.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/etmoriemur
Mehr im Netz: https://etmoriemur.bandcamp.com

ET MORIEMUR „Epigrammata“ Tracklist:

1. Introitus
2. Requiem Aeternam
3. Agnus Dei
4. Dies Irae (Audio bei YouTube)
5. Offertorium
6. Communio
7. Libera Me
8. Absolve Domine
9. Sanctus (Audio bei YouTube)
10. In Paradisum (Audio bei YouTube)

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Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge