ELUVEITIE: Origins

ELUVEITIE: Origins

Nach den jüngsten – auch kommerziellen – Erfolgen, die ELUVEITIE mit ihrem Album Helvetios erzielen konnten (unter anderem auch bei den Swiss Music Awards), setzen die Schweizer mit ihrem sechsten Album, Origins, ihren vielversprechenden Weg fort. Die Line-up-Wechsel (Gitarrist Rafael Salzmann ersetzte Simeon Koch und Violinistin Nicole Ansperger trat in die Fußstapfen von Meri Tadic) veränderten am Sound der Folk Melodic Death Metal-Band dabei nur wenig. Auch das konzeptionelle Grundgerüst vom Aufbau des Albums her behielten ELUVEITIE bei.

Mit charismatischer Erzähler-Stimme wird Origins eingeleitet (und auch abgeschlossen), ehe die Band mit The Nameless die Trademarks der Band bestens zur Geltung bringt: Aggressivität, Groove und Bang-Potenzial treffen auf Verspieltheit und Tanzvergnügen. Die homogene Mischung aus deathigen Vocals, eingängigem Riffing und versierter Rhythmus-Arbeit mit dem filigran aufmunternden Folk-Instrumentarium zeichnet die Band schon seit mehr als zehn Jahren aus.

Dabei bietet Origins auch Abwechslung hinsichtlich des Härtegrads und Tempos. So gibt es Tracks, die verstärkt vom Folk bestimmt sind (wie das hymnisch anmutende Celtos oder The Day of Strife), während andere ihr Hauptaugenmerk auf den Melodic Death Metal legen (Virunus oder das starke Sucellos). Dabei ist aber keiner der Songs per se einer einzelnen Genre-Spielart zuzuordnen, sondern versucht beide Elemente zu unterschiedlichen Anteilen zu vereinen – und darin haben ELUVEITIE inzwischen genug Routine, um das gekonnt zu bewerkstelligen, ohne dass der jeweilige Einsatz von Folk-Instrumenten, Growls, Blast Beat-Attacken oder groovigen Riffs aufgesetzt oder gar deplatziert wirkt.

Auch der ausgewählte Einsatz von weiblichen Vocals trägt zum Variantenreichtum der Band bei, wenngleich mit The Call of the Mountains eine etwas platt anmutende (Gothic Rock)-Ballade mit von der Partie ist. Dass von Zeit zu Zeit auch kleinere narrative Elemente Einzug ins Album und auch eingebettet in einzelne Songs (Inception) fanden, ist dem konzeptionellen Aufbau von Origins zu verdanken, der sich mit der keltischen Mythologie auseinandersetzt.

Durch diesen mitunter auflockernden Umstand bleibt Origins über die gesamte Spielzeit von knapp einer Stunde kurzweilig. Auch die Produktion, für die Tommy Vetterli verantwortlich zeichnet, beweist, dass ELUVEITIE in der oberen Liga angekommen sind. Dass die Schweizer mit Origins im Vergleich zu Helvetios ein ähnlich rundes wie auch aufgebautes Album abliefern, zeugt davon, dass die Band ein Stück weit am momentanen Ziel ihrer Entwicklung angekommen ist – und das ist ein hörenswertes Ziel.

Veröffentlichungstermin: 01.08.2014

Spielzeit: 57:00 Min.

Line-Up:
Merlin Sutter – Schlagzeug
Anna Murphy – Hurdygurdy, Gesang & Flöte
Rafael Salzmann – Gitarre
Chrigel Glanzmann – Gesang, Mandola & mehr
Kay Brem – Bass
Nicole Ansperger – Violine
Ivo Henzi – Gitarre
Patrick Kistler – Tin & Low Whistles, Bagpipe

Gastmusiker:
Konan Mevel (TRI YANN) – Binou Kozh, Whistles & Pybgorn

Produziert von Tommy Vetterli @ New Sound Studio, Pfäffikon (SUI)
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://eluveitie.ch

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/eluveitie

Tracklist:
1. Origins
2. The Nameless
3. From Darkness
4. Celtos
5. Virunus
6. Nothing
7. The Call of the Mountains
8. Sucellos
9. Inception
10. Vianna
11. The Silver Sister
12. King
13. The Day of Strife
14. Ogmios
15. Carry the Torch
16. Eternity

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge