DYNFARI: The Four Doors of the Mind

DYNFARI: The Four Doors of the Mind

DYNFARI hatte ich schon seit ein paar Jahren auf dem Radar, aber irgendwie wollte sich eine intenisverere Auseinandersetzung mit den musikalischen Ergüssen der Isländer nicht so recht ergeben. Beim vierten Album, „The Four Doors of the Mind“, ist es aber nun endlich soweit gewesen. Besser spät als gar nicht. Denn das jüngste Konzeptalbum DYNFARIs spricht schon eine ganz eigene, überraschend ruhige, aber hörenswerte Sprache.

Konzept von „The Four Doors of the Mind“

Ausgangspunkt für das Album ist zum einen die Schmerzüberwindungs-Theorie des Science Fiction-Autors Patrick Rothfuss („Der Name des Windes“) und zum anderen die Werke des isländischen Existenzialisten Jóhann Sigurjónsson. Das Konzept des Albums sieht vor, die vier Stufen des Schmerzes zu behandeln: Schlaf, Vergessen, Verrücktheit, Tod. Mehr Gewicht wird dem konzeptionellen Setting dadurch verliehen, als dass Bandleader Jóhann Örn Sigurjónsson einst auch an einer Autoimmunerkrankung und sehr starken Schmerzen gelitten haben soll.

Soweit zum Rundherum. Musikalisch hat man es im Kern mit Atmospheric Black Metal zu tun, der aber mit reichlich Post Rock-Einfluss und Folk-Ideen ausgestattet wurde. Gerade in der zweiten Häfte des Albums dominieren die Akustik-Gitarren und folkloristischen Instrumente und DYNFARI setzen hier ganz auf die atmosphärische Wirkung ihrer Songs und des Konzepts. Die Black Metal-Passagen, wie sie etwa in „1st Door: Sleep“ noch vorzufinden sind, werden ebenso ins Atmosphäre-Gefüge eingepasst und wirken somit nicht wie Fremdkörper. Auch gesanglich wechselt Jóhann Örn Sigurjónsson zwischen Sprech-, Clean- und Growlgesang.

DYNFARI auf Post Rock-(Ab)wegen

Angesischts der konzeptionellen und doch sehr atmosphärischen Herangehensweise an „The Four Doors of the Mind“ muss man sich die Frage stellen, ob sich DYNFARI weiterhin noch ohne Weiteres in die Black Metal-Abteilung stellen lassen. Schließlich deutet sich nicht zuletzt mit diesem Album an, dass die isländische Black Metal-Landschaft eine weitere Band in Richtung (Post) Rock verlieren könnte. Dennoch ein hörenswertes Album – nur eben nicht ganz so dunkel.

Veröffentlichungstermin: 14.04.2017

Spielzeit: 48:00 Min.

Line-Up:
Jóhann Örn Sigurjónsson – Gesang, Gitarre, Bouzouki & Akkordeon
Jón Emil Björnsson – Percussion & Flöte
Hjálmar Gylfason – Bass
Bragi Knútsson – Gitarre

Produziert von Stephen Lockhart @ Studio Emissary in Reykjavík (ISL)

Label: code666

Homepage: https://dynfari.bandcamp.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/Dynfari

DYNFARI „The Four Doors of the Mind“ Tracklist:

1. The Four Doors of the Mind
2. 1st Door: Sleep
3. Sorgarefni segi eg þér
4. 2nd Door: Forgetting
5. Sorg
6. 3rd Door: Madness
7. Bikarinn
8. 4th Door: Death

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Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge