DYING FETUS: Wrong One To Fuck With

DYING FETUS: Wrong One To Fuck With

DYING FETUS ist ohne Frage eine der einflussreichsten Death Metal Bands überhaupt. Obwohl das Power Trio aus Maryland eher zur zweiten Welle des Death Metal und damit eigentlich nicht zum verdammt engen Kreis der Gründungsväter gehört, ist der Einfluss dieser Truppe auf die moderne Brutal Death Metal-Szene technischer Prägung einfach nur immens. Die Alben wie „Killing On Adrenaline“ (1998) sowie „Destroy The Opposition“ (2000) sind mittlerweile Genre-Klassiker und damit Pflichtprogramm für jeden Death Metal Padawan. Klar hatte die Truppe um John Gallagher zwischen 2003 und 2007 aufgrund häufiger Line-up-Wechsel eine ernsthafte Schwächephase, welche in „War Of Attrition“ (2007) gipfelte, jedoch zeigt die Formkurve seit „Descend Into Depravity“ (2009) stets nach oben. An falscher Bescheidenheit hat die Band wohl nie gelitten, was die Titelwahl für „Wrong One To Fuck With“ sowie für seinen Vorgänger „Reign Supreme“ (2012) zeigt. Also mal schauen, ob hier der Name tatsächlich Programm ist.

Wie Sänger und Gitarrist John Gallagher einmal erklärte, gebe es bei den FETUSAlben einen gewissen Turnus: So folgt auf einen Moshpitkönig  stets ein technisches Feuerwerk. Nach auf das Megabrett von „Reign Supreme“ sollte demnach also eher was für die Technik-Nerds kommen. Und siehe da: Die Jungs legen sofort mit einer wilden Frickelei los! Wollen sie etwa den Bands wie ORIGIN oder CEPHALIC CARNAGE zeigen, wer der Klassenbeste in Sachen Fingerakrobatik ist? Nein, denn erstens müssen DYING FETUS niemandem etwas beweisen und zweitens ist „Fixated On Devastation“, wenn man so sagen will, ein reinrassiger FETUS Song, denn nach dem technischen Mindfuck kommt – ihr ahnt es schon – der tonnenschwere Moshpart.

Das Songwriting-Schema von DYING FETUS ist genial wie einfach: Der technisch raffinierte und von schnellen Blastbeats dominierte US-Death Metal wird mit massiven Breakdowns vermengt, was einerseits für heitere Stimmung in den Moshpits sorgt und andererseits den unverwechselbaren DYING FETUS Sound ergibt. Das Konzept wurde von etlichen Deathcore-Bands übernommen, die Klasse von DYING FETUS konnte trotzdem nur ganz selten – also faktisch nie – auch nur ansatzweise erreicht werden.

Auf welch hohem Level sich die Amis auch heute noch bewegen, zeigt auch „Wrong One To Fuck With“. Diese Platte weist kaum Füllmaterial auf (so mag ich bspw. „Panic Amongst The Herd“ nicht so sehr) und ist buchstäblich mit Hits gespickt – die Songs wie „Die With Integrity“, „Seething With Disdain“ und „Fallacy“, um jetzt einige zu nennen, lassen die eine oder andere Kinnlade herunterklappen. Im Prinzip kann „Wrong One To Fuck With“ als das Back-To-The-Roots-Album bezeichnet werden, denn erstens wird das Cover vom Old School-Logo geschmückt und zweitens gewinnen die Gore-Themen immer mehr die Oberhand über die Politik.

Darüber hinaus ist die neue Scheibe mit zehn (elf mit CD only Bonus „Induce Terror“) Tracks und insgesamt 50 bzw. 54 Minuten Spielzeit die längste in der Bandgeschichte, wovon man allerdings nichts merkt, da das Material wieder mal von herausragender Qualität ist. Zwar gibt es hier ein paar Wermutstropfen in Form des recht plumpen Cover-Artworks sowie der für meinen Geschmack etwas zu dünnen Produktion, aber nichtsdestotrotz ist „W12FW“ wohl die beste FETUS Scheibe seit „Destroy The Opposition“. In der Form, in welcher sich die Band im Moment präsentiert, sollte sich besser niemand mit dem Fötus anlegen!

Release: 23.06.2017

Spielzeit: 53:59 (mit Bonus), 49:41 (ohne Bonus)

Line Up:
John Gallagher – Guitars, Vocals
Sean Beasley – Bass, Vocals
Trey Williams – Drums

Tracklist:

  1. Fixated on Devastation
  2. . Panic Amongst The Herd
  3. Die with Integrity
  4.  Reveling in the Abyss
  5. Seething with Disdain
  6. Ideological Subjugation
  7. Weaken the Structure
  8. Fallacy
  9. Unmitigated Detestation
  10.  Wrong One to Fuck Witt
  11. Induce Terror (Bonustrack)

Label: Relapse Records

Produziert von: Steve Wright und Dying Fetus

Mehr im Netz:
dyingfetus.bandcamp.com/
facebook.com/DyingFetus/

 

 

 

 

 

 

 

 

Teilen macht Freude: