DR. LIVING DEAD: Cosmic Conqueror

DR. LIVING DEAD: Cosmic Conqueror

Holt die Bermuda-Shorts und die Bandanas raus, DR. LIVING DEAD sind wieder da. Die schwedischen Thrashcore-Verehrer haben mir mit ihrem Debüt „Dr. Living Dead“ damals ziemlich gut gefallen, sind danach aber etwas von meinem Radar verschwunden. Sechs Jahre und einen Labelwechsel später steht die Band mit ihrem vierten Album in den Startlöchern. Auch wenn die Band inzwischen zu längeren Songs tendiert – statt 16 Songs in 36 Minuten gibt es inzwischen elf Stücke in gut 41 Minuten – hat sich an der generellen Ausrichtung der Schweden nichts geändert: Thrash Metal, beziehungsweise Thrashcore –  dessen Haupteinflüsse auf der einen Seite Bands wie SUICIDAL TENDENCIES oder, um auch mal was aktuelleres zu nennen, MUNICIPAL WASTE und auf der anderen Seite SLAYER sind.

Thrash oder Thrashcore? Was darf es sein? Beides? DR LIVING DEAD haben, was ihr braucht.

Songs wie “Coffin Crusher” und “Can´t Kill The Dead” sind klassische Thrashcore-Nummern inklusive Gangshouts und eingestreutem Klargesang. “Terror Vision” oder der Titelsong sind wiederum deutlich mehr von SLAYER inspiriert. Ersteres klingt nach den schleppenden Mid Tempo-Songs, der Titelsong eher nach den Frühwerken von SLAYER, inklusive hohem Tom Araya-Gedächtnisschrei. Was für eine High Speed-Granate! Durch die Gangshouts oder auch hier gerne mal platzierten, kurzen Klargesangspassagen vermeiden DR. LIVING DEAD es aber, dass die Stücke nach bloßer Kopie klingen. Auch sonst wirkt das Songwriting etwas durchdachter und geschickter, als bei manchen Kollegen, die einfach drauflos prügeln und jeden Song in einem Tempo durchkloppen. DR. LIVING DEAD verstehen es, auch mal ordentlich zu grooven. So wird auch ein verhältnsmäßig langer Song wie “Disease To Exist” nicht langweilig.

Beschwerdefreies Moshen mit DR. LIVING DEAD!

Mir persönlich gefallen DR. LIVING DEAD im Thrashcore-Modus am besten. Das Eröffnungsdoppel zählt für mich daher auch zu den stärksten Songs auf “Cosmic Conqueror”. Aber auch bei den restlichen Songs geben sich die Schweden keine Blöße, sondern liefern zuverlässig ab. In der zweiten Albumhälfte haben DR. LIVING DEAD dann noch ein paar Songs versteckt, die ein Stück weit aus dem gewohnten Schema ausbrechen: Da wäre zum einen das kurze Instrumental “Into The Eye”, ein ruhiger, ja entspannter Track. “Moment Of Clarity” kommt mit deutlich gedrosseltem Tempo und ausschließlich klarem Gesang daher. Nur kurz vor Schluss kommt dann doch noch ein kurzer Ausbruch in Richtung Thrash. Und zu guter Letzt ist da noch der Rausschmeißer “Cybercrime”, ein langsamer und düsterer, ja fast schon doomiger Stampfer mit verfremdetem Gesang.

Das vierte Album von DR. LIVING DEAD  ist insgesamt eine sehr gute Thrash Metal-Platte, bei welcher der Innovationsgrad zwar gegen Null tendiert, die aber mit starken Songs überzeugt, zu denen man wunderbar im Moshpit oder vor der heimischen Anlage ausrasten kann. Auch die Tatsache, dass die Songs nie zu simpel durchgehend in einem Tempo gehalten sind, trägt dazu bei, dass “Cosmic Conqueror” sich nicht zu schnell abnutzt. Und so stehen DR. LIVING DEAD auch weiterhin für garantiert beschwerdefreies Moshen!

VÖ: 27.10.2017

Spielzeit: 41:33

Line Up:
Dr. Mania – vocals
Dr. Toxic – guitars, backing vocals
Dr. Rad – bass, backing vocals
Dr. Slam – drums

Produziert von: DR LIVING DEAD & Martin Jacobson

Label: Century Media

Bandhomepage:deathfuckingthrash.se
Facebook: facebook.com/drlivingdeadofficial
Bandcamp: drlivingdead.bandcamp.com

DR. LIVING DEAD „Cosmic Conqueror“ Tracklist

Coffin crusher
Can’t kill the dead
The summoning
Terror vision (Video bei YouTube)
Cosmic conqueror (Audio bei YouTube)
Disease to exist
Into the eye
Survival denied
Moment of clarity
Infiltrator/exterminator
Cyber crime

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