DISILLUSION: Back to Times Of Splendor

DISILLUSION: Back to Times Of Splendor

Es ist schwierig, die Begeisterung für eine Sache so in Worte zu fassen, dass auch jemand, der mit der Sache an sich nicht so vertraut ist, diese Begeisterung verstehen oder zumindest nachvollziehen kann. Das gilt fürs normale Leben genauso, wie für das Schreiben einer Kritik zu einer CD, die einem unglaublich gut gefällt. Und genau so geht es mir mit „Back to Times of Splendor“. Neben dem Formulieren dieser Begeisterung stellt sich mir außerdem noch die Frage, wie ausführlich soll ich auf diese CD nun überhaupt eingehen. Das Album bietet Stoff für unendliche Seiten Text; die Musik – die Texte – das Artwork, all das zusammen entführt dich in eine Traumwelt, über die man sehr viel schreiben könnte – aber ist das nötig, ist das richtig?

Die einzelnen Songs des Albums und einen kleinen Abriss zu dessen Entstehungsprozess haben wir im Bericht von der Listeningsession zu „Back to Times of Splendor“ bereits beschrieben, sehr ausführlich werden wir darauf auch in Kürze in unserem Interview mit DISILLUSION nochmal eingehen.

Doch wie beschreibt man jemanden einen Traum? Was erzählt man über die überwältigenden Gefühle die einen überkommen, wenn man sich auf diese vertonte Offenbarung einlässt? Ich weiß es nicht.

Das Album ist komplex im Arrangement und technisch ausgefeilt. Es hat einen bombastischen Sound, drückende Gitarren, schönen klaren und packenden aggressiven Gesang – doch es ist viel mehr als nur Musik, es steckt so viel mehr hinter diesen Tönen. Ergreifende Schönheit voller Wärme empfängt dich, lässt dich im nächsten Augenblick aber verstört und aufgewühlt zurück, um dich Augenblicke später aus deiner traurigen Stimmung zu reißen, für einen gemeinsamen, unaufhaltsamen Sturz in unendliche Tiefen…

„Back To Times Of Splendor“ ist ein Gesamtkunstwerk, das nur schwer in Worte zu fassen ist, wenn man das überhaupt tun kann. Aggressive Parts, die Hand in Hand mit verträumten Akustikpassagen gehen, leise rückkoppelnde Gitarren oder ein Klavier im Hintergrund, zerbrechlich schöne Violinen über überwältigenden, bedrohlichen Gitarrenriffs, ruhige rhythmische Untermalung neben schnellem, hartem Druming – das Spektrum ist unfassbar aber trotzdem in sich unfassbar stimmig.

Mein Vorschlag: Album kaufen, die Musik mit allen Poren und Sinnen aufsaugen und sich selbst ein Urteil bilden. Ihr werdet es nicht bereuen.

Veröffentlichungstermin: 05.04.2004

Spielzeit: 56:50 Min.

Line-Up:
Vurtox – vocals, guitars, bass, piano, orchestral arrangements

Rajk Barthel – guitars

Jens Maluschka – drums
Label: Metalblade

Hompage: http://www.disillusion.de

Tracklist:
1. And the mirror cracked

2. Fall

3. Alone I stand in fire

4. Back to times of splendor

5. A day by the lake

6. The sleep of restless hours

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Markus
"Kümmere mich um die Technik und die Weiterentwicklung von vampster, schreibe ab und zu Reviews und schieße bei Festivals und Konzerten Fotos für vampster. Habe das Magazin 1999 mit gegründet."