DISBELIEF: Heal

DISBELIEF: Heal

Happy Birthday, DISBELIEF! Vor zwanzig Jahren gründete sich eine der besten deutschen Death Metal-Bands, die den Underground immer noch gehörig aufmischt und sich auch trotz vieler Hypes und Trends nie unterkriegen und aus der Bahn werfen ließ. Unbequem und eigen, so mögen wir das. Heal ist nun allerdings kein neues Album der hessischen Band, sondern ein ganz spezielles Geschenk an die Fans von DISBELIEF. Nach dem etwas schwachen Protected Hell kommt nun eine Reise durch die Einflüsse der Band. Vier eigene Songs, drei Coverversionen und ein Remake, das klingt spannend. Vor allem, da es ermüdende Coveralben schon zu genüge gibt, aber Veröffentlichungen, auf denen eine Band ganz offen den SLAYER– und den DEATH-Song spielt, die sind rar bis einmalig.

Klar, Heal ist eine Spaßscheibe, die vor allem zeigt, dass DISBELIEF ihre Leidenschaft noch lange nicht verloren haben. Die vier eigenen Stücke walzen den Hörer nieder, The Eyes Of Horror ist eine SLAYER-Hommage, Isolation ist ein Song, auf den der junge Chuck Schuldiner verdammt stolz gewesen wäre, und es wäre nicht verwunderlich, würden BOLT THROWER eines Tages das Uptempo-Groove-Massaker The Last Force: Attack! covern. Das beste der vier eigenen Inspirativ-Stücke ist allerdings Certainty Of Reality, eine Liebeserklärung an CROWBAR mit wundervollen zweistimmigen Gitarren und tonnenschweren Riffs. Ganz klar, das beste Stück des ganzen Albums. Aber die Coverversionen sollten auch nicht überhört werden, KING DIAMOND wird mit Welcome Home keine Schande gemacht, auch Red Sharks von CRIMSON GLORY klingt im DISBELIEF-Kleid alles andere als schlecht. Das wahre Highlight der Coversongs ist allerdings Love Like Blood von KILLING JOKE, von dem man meinen könnte, es wäre für DISBELIEF geradezu geschrieben worden. Hier brilliert Sänger Jagger und kann sein ganzes Potenzial ausspielen. Eine großartige Vorstellung.

Heal bietet außerdem ein Remake von Shine, einem der besten Songs von DISBELIEF, der, wie das dazugehörige Album ein wenig unter der damaligen Produktion litt. Natürlich ist das eine verbesserte, transparentere Version, aber wir haben dieses Lied schon vor acht Jahren lieben gelernt. Und auch in der heutigen Besetzung, mit einer anderen Gitarrenfraktion ist der Charakter des Stücks noch enthalten. Bei den anderen sieben Songs von Heal ist die Frage, wer da spielt ebenfalls klar, nicht nur wegen Jaggers einmaligem, intensiven Gesang. Die Rhythmussektion pumpt und drückt, die Gitarren walzen alles nieder. Als wären die Musiker hinter DISBELIEF noch immer Achtzehn. Keine Frage, DISBELIEF-Fans haben von diesem Geburtstag auf jeden Fall etwas und sollten schon wegen Certainty Of Reality und Love Like Blood dringend zugreifen. Das Artwork hingegen sieht nicht nach Party aus, da hätte man etwas besseres bieten können, als so ein Klischee-Cover. Ansonsten ist Heal mit seiner massiven Produktion aber eine runde Sache, die Fans werden es lieben. Auf die nächsten Zwanzig, Jungs!

Veröffentlichungstermin: 28. Mai 2010

Spielzeit: 40:18 Min.

Line-Up:
Karsten Jäger – Vocals
Joe Trunk – Bass
Witali Weber – Guitar
Kai Bergerin – Drums
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.disbelief.de

MySpace: http://www.myspace.com/disbelief

Tracklist:
1. The Eyes Of Horror
2. Isolation
3. The Last Force: Attack!
4. Certainty Of Reality
5. Welcome Home (KING DIAMOND-Cover)
6. Red Sharks (CRIMSON GLORY-Cover)
7. Love Like Blood (KILLING JOKE-Cover)
8. Shine (Remake)

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