DIMMU BORGIR: Stormblåst 2005

DIMMU BORGIR: Stormblåst 2005

Mit Re-Releases ist es so eine Sache. Handelt es sich dabei um Wiederveröffentlichungen von uralten Demos, welche sowieso nur als Tape erhältlich waren und zwar in der Prä-Ebay-Epoche, dann bieten solche Alben aus der Versenkung oft spannende Einblicke in das frühe Bandschaffen, garniert mit einem Extra-Artwork und einigen Bonustracks. Ist die Rede von Neuinterpretation, dann geistert dem Metaller bald das Schreckgespenst Remix durch den Kopf, begleitet von garstigen Erinnerungen an die sog. Arbeit eines PUFF DADDYs (oder P. DIDDYs), der sich vor einigen Jahren an LED ZEPPELIN vergriffen hatte. Den Kapitalfehler des Verkaufs an die Techno- oder HipHop-Jünger haben DIMMU BORGIR mit Stormblåst 2005 zum Glück nicht begangen.

Stattdessen liefern die norwegischen Metaller eine seichte Definition des helvetischen Begriffes verschlimmbessern und mit Stormblåst 2005 eine der wohl überflüssigsten Veröffentlichungen der letzten Jahre. Dies schüttet Wasser auf die Mühlen der Horden von Schwarzmetallern, welche DIMMU BORGIR schon seit Jahren als kapitalistische Kommerzanbeter brandmarken, denn auf Stormblåst 2005 versuchen sich DIMMU BORGIR als Schönheitschirurgen an ihrer eigenen Musik. So ordnen die Norweger plastische Operationen an, die so sinnvoll sind wie eine Fettabsaugung an den Knien von Kate Moss. Akustisch schlägt sich dieses Vorhaben in einer an die zwei letzten Alben angelehnte, klinisch tote Produktion und in ärgerlichem Herumschnipseln an den alten Kompositionen nieder – wohlgemerkt wurden sie nicht dergestalt verändert, dass man sie gar nicht mehr erkennen könnte. So wurde zum Beispiel im Titeltrack das typische Riff in seiner Würde beschnitten, obwohl die ursprüngliche Fassung des Tracks als Live-Version auf Godless Savage Garden offenbar noch den Qualitätstandards der Truppe genügte. Spätestens hier wird die Bedeutung von verschlimmbessern offensichtlich, und man fragt sich, welcher gottgetreue Erzengel die Musiker dazu getrieben hat, sich an ihrem eigenen alten Werk so zu vergreifen und eine derart sinnlose Veröffentlichung in die Wege zu leiten. Dank der teilweise gekürzten Promo-Fassungen der Songs lässt sich das gesamte Ausmass von Stormblåst 2005 nur erahnen – Nuclear Blast hatte also Erbarmen mit der Presse.

Fazit: Wer das urige, alte Stormblåst nicht hat – kaufen. Stormblåst 2005 ist nur für unverbesserliche Bonusmaterialsammler (Live-DVD etc.) oder als negatives Anschauungsmaterial im Studienbereich wie zementiere ich mein Image als ideenloser, geldgieriger Kommerz-Schwarzmetaller zu gebrauchen. Man kann nur hoffen, dass wir von weiteren derartigen Wiederveröffentlichungen verschont bleiben, ansonsten gibt es keine wirklich neue Veröffentlichungen mehr bis ins Jahr 2020.

Veröffentlichungstermin: 11.11.2005

Spielzeit: 35:25 Min.

Line-Up:
Shagrath: Vocals

Silenoz: Gitarre

Galder: Gitarre

Vortex: Bass, Vocals

Mustis: Keyboards

Hellhammer: Drums

Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.dimmu-borgir.com

Tracklist:
1. Alt lys er svunnet hen

2. Broderskapets ring

3. Nar sjelen hentes til helvte

4. Sorgens kammer

5. Da den kristne satte livet til

6. Stormblast

7. Dodsferd

8. Antikrist

9. Vinder fra en ensom grav

10.Guds fortapelse – Apenbaring av dommedag

11. Avmaktslave (Bonustrack)

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