DEVILDRIVER: Winter Kills

DEVILDRIVER: Winter Kills

Um die Tödlichkeit des Winters weiß das Internet spätestens seit der A Song Of Ice And Fire-Adaption Game Of Thrones Bescheid. Nicht der beißende Frost aber ist die große Gefahr, die von DEVILDRIVERs Winter Kills ausgeht, sondern die Hartnäckigkeit, mit der er sich auf unser Gemüt legt. Obwohl die Jungs ihre Songs um zugängliche Elemente herum errichten, umgibt diesen Kern letztlich ein Mantel aus Granit. Im Extrem-Sektor ist das keine Seltenheit und entsprechend mauern DEVILDRIVER zunächst in Stücken wie Ruthless, Winter Kills oder Oath Of The Abyss. Eine gewaltige Wand aus tief grollenden Riffs, Doublebass und bebenden Screams bildet das Zentrum dieses Ansatzes, der anfänglich mehr verschreckend als einschüchternd wirkt. Doch wie der angesprochene Winter schleicht sich das sechste Album der Amerikaner schleichend an: Desperate Times bringt ein paar catchy Hooks mit, hier und da blitzen die ersten Melodien auf. Die Platte schlägt nach dem zweifelhaften Erstkontakt urplötzlich einen Haken, indem sich die Kompositionen Stück für Stück öffnen.

Der kraftvolle Unterbau bleibt zwar als wichtige Stütze bestehen, groovende Rhythmen – zumeist im Midtempo – sowie einfache und effektive Leadgitarrenführung verschaffen derweil die nötige Lockerheit. In den seltenen Momenten, in denen DEVILDRIVER das Tempo variieren oder sogar reduzieren, entwickelt das Material sogar einen unverbrauchten Charakter. Vielleicht ist auch deswegen das abschließende AWOLNATION-Cover Sail so gelungen: Es bringt eine ganz neue Facette in das Album ein.

Schade ist nur, dass es im Gesamten nicht gelingt, sich vom üblichen Genrebild zu emanzipieren. Winter Kills ist laut, drückt unnachgiebig nach vorne, erobert seinen Boden mit finstrer Miene auf dem vernarbten Gesicht. Versiert umgesetzt macht diese Rezeptur aus modernem Death Metal und groovenden Thrash-Zutaten für eine gewisse Zeit Laune, den Tiefgang für eine Langzeitregentschaft bringt die Platte indes nicht mit. Womit wir wieder bei Game Of Thrones wären, denn wenn in Westeros der Winter Einzug erhält, bleibt er für gewöhnlich eine lange Zeit – einen kurzzeitigen Kälteeinbruch, wie DEVILDRIVER ihn servieren, lacht man dort für gewöhnlich kurzerhand weg.

Veröffentlichungstermin: 23.08.2013

Spielzeit: 50:52 Min.

Line-Up:
Dez Fafara – Vocals
Mike Spreitzer – Guitar
Jeff Kendrick – Guitar
Chris Towning – Bass
John Boecklin – Drums

Produziert von Mark Lewis
Label: Napalm Records

Homepage: http://www.devildriver.com
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/DevilDriverOfficial1

Tracklist:
01. Oath Of The Abyss
02. Ruthless
03. Desperate Times
04. Winter Kills
05. The Appetite
06. Gutted
07. Curses And Epitaphs
08. Caring´s Overkill
09. Haunting Refrain
10. Tripping Over Tombstones
11. Sail (AWOLNATION-Cover)