DET SKANDLøSE ORKESTER: Tenk om noen ser deg

DET SKANDLøSE ORKESTER: Tenk om noen ser deg

Nehmen wir mal an, man ist in einem unsterblichen, ewig jungen Hedonistenkörper gefangen. Um die göttliche Existenz aufzupeppen, stiehlt man sämtliche an der diesjährigen Zürcher Street Parade konfiszierten Drogen und wirft sie gleichzeitig ein. Der Trip, der daraufhin folgt, ist von der diesjährigen Rave-Beschallung natürlich katastrophal unterfordert und verlangt angemessene Musik – und genau dann (und nur dann) – braucht man die 36 Minuten von «Tenk om noen ser deg» der norwegischen «Band» DET SKANDLøSE ORKESTER.

Und wenn Dich jemand sieht?

Die rhetorische Frage des Albumtitels ist natürlich Programm bei diesem merkwürdigen Fusion Prog-Experiment aus Norwegen. DET SKANDLøSE ORKESTER ist es egal, was «die anderen» denken mögen. Das fängt beim gewollt-hässlichen Cover an (blaue Manboobs haben mir in meiner Sammlung noch gefehlt) und geht weiter beim manischen Fragen nach Schokolade in «Lokkemann, lokkemann, kor e du no», dessen erster Lead an den Soundtrack von «Inspector Gadget» gemahnt, bevor die Norweger dann à la DIABLO SWING ORCHESTRA ihre verrückten akustischen Bahnen ziehen und vor allem die Bläserfraktion ihr jazziges Können zeigt.

Bläser, Gitarren und norwegische Texte

Die manischen Dialoge, die immer wieder auftauchen, fühlen sich wie schlechte Trips an und werden von DET SKANDLøSE ORKESTER mit allerlei musikalischen Einflüssen kombiniert. Was nicht bei 7/8 auf den Bäumen ist, wird verwurstet – am besten gelingt das den Norwegern in «Skulle jaevlig vaert på TV». Der Mief früher 80er-Jahre Game-TV-Shows trifft auf Disco und das Songwriting erinnert an JPop-Bands wie B`Z – nur dass die Texte eben auf Norwegisch sind. Bizarr ist nur der Vorname…

Zielpublikum – verwirrt?

In Sachen Songwriting und „Metal“-Nähe haben DIABLO SWING ORCHESTRA die Nase vorn, aber wer auf der Suche nach wirren, nicht düsteren Klängen aus Norwegen ist, sollte DET SKANDLøSE ORKESTER auf jeden Fall mal antesten.

Veröffentlichungsdatum: 31.08.2018

Spieldauer: 36:00

Label: Apollon Records Prog / Plastic Head

Website: http://www.skandalose.no

Facebook: https://www.facebook.com/skandalose

 

Line Up

Sondre Jørgensen: Keyboards, piano, organs, flutes, percussion, vocals Mats Erik Zen: Vocals
Øystein Bech-Eriksen: Guitars, vocals, percussion
Morten Norheim: Saxophones and clarinets

Søster Pling: Vocals
Sivert Karlsen: Drums
Tord Andreassen: Electric bass
Davide Bertolini: Upright-bass
Petter Asbjørnsen: Electric bass (10)
Nataniel Hjønnevåg: Marimba and orchestral percussion Iver Sandøy: Percussion
William Grøv Skramsett: Trumpets (2, 7, 8, 10)
Lars Egenes Flemstrøm: Trombones (2, 7, 8)
Gunleik Gisletveit: Tuba (6, 8)
Claudia Cox: Violin 1 and 2 (2, 4, 7-9)
Rushana Brandanger: Viola (2, 4, 7-9) Vocals (2)
Carmen Boveda: Cello (2, 4, 7, 9)
Åshild Brunvoll: Cello: (8)
Frida Andreassen Lereng: Flute (8, 9) Contrabass flute (9) Johannes Wik: Harp (9)
Arne Sandvoll: Saw (2)
Trygve Knudsen: Vocals (6) Big choir boy (2, 9)
Teodor Vieyra Jørgensen: Baby crying and sounds (3) Ottorpedo:Inappropriate behaviour and vocals (2) Andreas Tangen: Bass on very epic guitar solo (5)

Trackliste

  1. Skandale Mentale (Ouverture)
  2. Lokkemann, Lokkemann, kor e du no?
  3. Skandale morale (vuggevise)
  4. Epilogue
  5. Skulle jaevlig vaert på TV
  6. Ukomfortabel
  7. Skandale Fenomenale
  8. Forvirret
  9. En naken mann ble funnet i et bosspann
  10. Verdens beste land