DEATH ENGINE: Mud

DEATH ENGINE: Mud

Brachial und ohne Rücksicht auf Verluste, wie ein ungebremster Wirbelsturm stellen sich DEATH ENGINE vor. Zwischen der Ethik und Energie des Hardcore, der Dissonanz des Noiserock und der Heavyness des Metal bewegen sich DEATH ENGINE auf Wegen, die bereits PLEBEIAN GRANDSTAND, OVERMARS oder COMITY beschritten haben. DEATH ENGINE machen somit der französischen Szene alle Ehre, drehen die Amps auf, holen alles aus den Verzerrern raus, verlangen den Boxen alles ab. Auch wenn die Mischung, die DEATH ENGINE bieten, ganz natürlich, homogen und routiniert klingt, beinahe wie tausend Mal gehört, es birgt eine gewisse Eigenständigkeit in sich. Mud ist ein ungezwungenes Album, legt sieben Mal die Daumenschrauben an, tut sieben Mal mächtig weh, ist ungemein intensiv.

Mangelnde Konsequenz kann man DEATH ENGINE zu keiner Sekunde vorwerfen – ebenso wenig wie mangelnde Sorgfalt im Songwriting. Statt ihre Stücke mit Ideen vollzupumpen, beschränken sich die vier Musiker aus der Bretagne auf Riffs, die sofort Wirkung zeigen, und arbeiten damit. Es kracht und rummst beinahe permanent, mal bricht das Chaos aus, zumeist ist aber eine überraschend klare Struktur gegeben. Hier erinnern DEATH ENGINE manchmal an neuere CONVERGE, allerdings eher im Bezug auf die Art der Arrangements. Es gibt auch das eine oder andere Überraschungsmoment, wie das verstörende Ende von Still. Auch die immer wieder aufblitzenden Shoegaze-Gitarren machen sich im Gesamtsound sehr gut. Zwischen all der Gewalt wird der in diesem Genre oftmals auftretende Nihilismus damit von einer bitteren Leidenschaft abgelöst.

Und egal, ob es heftig und laut zur Sache geht, wie in Medusa, Cure und Entertain, oder ob DEATH ENGINE ganz leise agieren, wie im Interlude Zero, an Intensität mangelt es ihnen nie. Mit Negative endet das Album sehr repetitiv und mit einer bemerkenswerten Gitarrenwand vor einem melancholischen Hidden Track. Dank einem Debütalbum wie Mud können sich DEATH ENGINE problemlos behaupten, zumal sie nicht nur hervorragend geschriebene und vergleichsweise eingängige Songs in der Hinterhand haben, sondern auch an ihren Instrumenten gute Arbeit leisten. Abgerundet wird Mud von einer starken Produktion, bei der Gitarren und Bass schön rabiat sind und das Schlagzeug authentisch klingt. Und zwischen all dieser Lärmwand kämpft sich verzweifeltes Geschrei hervor, das dadurch umso intensiver klingt. I have mud in my hands, I have cement in the eyes steht auf dem schön gestalteten Digipack. Und genau so fühlt man sich, nach dem ersten Tête-à-tête mit DEATH ENGINE. Zweifellos: Das ist ein beeindruckendes Debütalbum.

Veröffentlichungstermin: 2. März 2015

Spielzeit: 38:59 Min.

Line-Up:
Mik – Guitar, Voice
OL – Guitar, Keyboards, Voice
Eric – Bass
Olivier – Drums

Label: Throatruiner Records (CD) / Apocaplexy Records (LP)

Homepage: http://www.deathengine.net/

Mehr im Netz: https://deathenginesound.bandcamp.com

Tracklist:
1. Medusa
2. Organs
3. Cure
4. Zero
5. Still
6. Entertain
7. Negative

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