DEATH ANGEL: Relentless Retribution

DEATH ANGEL: Relentless Retribution

DEATH ANGEL sind eine der besten Live-Bands die man für Geld bekommen kann. Punkt! Das Energielevel der Bay Area-Thrasher erreicht live kaum eine andere Band. Die bisherigen zwei Alben nach der Reunion sind da schon etwas zwiespältiger. Keine Frage, beide enthielten durchaus gute Songs, aber im Vergleich zu den Frühwerken und auch zu den aktuellen Alben einiger Genre-Kollegen war da durchaus noch Luft nach oben. Nun ist Relentless Retribution, das insgesamt sechste Album der Band da, die in letzter Zeit auch noch den Verlust von Bassist Dennis Pepa und Drummer Andy Galeon, immerhin zwei Gründungsmitgliedern verkraften musste. Aber scheinbar hat die Blutauffrischung der Band gut getan, denn Relentless Retribution ist, da bin ich mir nach einigen Durchläufen ziemlich sicher, das beste Album seit der Reunion und außerdem das wohl aggressivste seit dem grandiosen Debüt The Ultra Violence. Die Gitarrenarbeit auf Relentless Retribution ist wirklich ganz große Klasse, da zeigt Rob Cavestany so richtig was in ihm steckt. Über Mark Osegueda muss man ebenfalls nicht all zu viele Worte verlieren. Seine Stimme hört man unter hunderten von Thrash-Frontern heraus. Gesanglich erhält er auf Relentless Retribution aber ordentlich Unterstützung von, ich nehme es zumindest mal an Rob Cavestany. 

Schon der, das Album eröffnende, Titelsong präsentiert sich als mächtige Groove-Walze, eher im Mid-Tempo angesiedelt. Hier und da sogar etwas Death Metal-Riffing, die üblichen Gang Shouts, fertig ist die Laube. Stark! Beim Claws In So Deep ziehen DEATH ANGEL dann das Tempo an, ein furioser Thrasher über fast acht Minuten, wobei die letzten zwei Minuten ein reiner Akustikpart des Akustik-Gitarren-Duos RODRIGO Y GABRIELA ist. Und so geht es weiter mit schnellen Thrashern wie Truce, River Of Rapture oder Mid Tempo-Mosh wie Into The Arms Of Righteous Anger, bei dem lediglich die arg metalcorigen Riffs im Mittelteil etwas fehl am Platz sind. Mit Volcanic haben DEATH ANGEL auch wieder eine schöne Akustik-Ballade am Start, wie schon zu seeligen Act III-Zeiten. Lediglich die früher noch vorhandenen Funk-Einflüsse sind wohl endgültig aus dem DEATH ANGEL-Sound verschwunden, was ich persönlich zwar ein bisschen schade finde, was aber nichts an der großen Klasse von Relentless Retribution ändert. 

Von Produzent Jason Suecoff, der auch noch ein Solo zu Truce beigesteuert hat, haben DEATH ANGEL einen zeitgemäßen, frischen Sound gezimmert bekommen, der vielleicht erst mal ungewöhnlich für die Band klingt, doch sehr gut zum Songmaterial passt, welches ebenfalls zeitgemäß, zu keinem Zeitpunkt angestaubt klingt. DEATH ANGEL schaffen den Spagat zwischen frischem Sound ohne Verleugnung der Wurzeln. Im Vergleich zu den Thrash-Hämmern aus dem Hause HEATHEN und OVERKILL ziehen DEATH ANGEL zwar ganz knapp den Kürzeren, das ist aber nur mein persönliches Empfinden und wer weiß, wie ich in ein paar Wochen oder Monaten darüber denke. Auf jeden Fall ist Relentless Retribution ein weiteres saustarkes Thrash-Album in diesem Jahr. Jetzt warten wir alle gespannt auf Omega Wave aus dem Hause FORBIDDEN.

Veröffentlichungstermin: 03.09.2010

Spielzeit: 56:49 Min.

Line-Up:

Mark Osegueda – vocals
Ted Aguilar – guitar 
Rob Cavestany – guitar 
Damien Sisson – bass
Will Carroll – drums

Produziert von Jason Suecoff @ Audiohammer Studios
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://deathangel.us
MySpace: http://www.myspace.com/deathangel

Tracklist:

01. Relentless Revolution
02. Claws In So Deep
03. Truce
04. Into The Arms Of Righteous Anger
05. River Of Rapture
06. Absence Of Light
07. This Hate
08. Death Of The Meek
09. Opponents At Sides
10. I Chose The Sky
11. Volcanic
12. Where They Lay