DEAD ALONE: Vitium [Eigenproduktion]

DEAD ALONE: Vitium [Eigenproduktion]

Manchmal tut Veränderung gut. Besetzungswechsel mögen normalerweise eine heikle Angelegenheit sein, an der schon viele Bands zerbrochen sind, bei den Death Metallern DEAD ALONE hat man stattdessen das Gefühl, dass die Münchner durch die personelle Umstrukturierung noch mehr zu einer Einheit geworden sind, so geschlossen und homogen wirkt Vitium in seinen 44 Minuten. Das hört man schon beim Opener The Road To Perdition, das man eigentlich als Essenz dessen bezeichnen kann, was DEAD ALONE ausmacht. Groovende, teils leicht doomig angehauchte, Midtempo-Riffs treffen auf die genretypischen Growls und wälzen mehr mit ausdauernder Entschlossenheit als mit bloßer Geschwindigkeit jeglichen Widerstand nieder. Keine Frage, schon zu diesem frühen Zeitpunkt macht sich der neu hinzugekommene zweite Gitarrist Fred Freundorfer bemerkbar, was auch dank dem harmonisierenden Zusammenspiel mit seinem Kollegen Martin Hofbauer in einem deutlichen Mehrwert an Wucht resultiert.

Dabei ist die Nummer im Albumkontext eigentlich nur solider Durchschnitt, denn DEAD ALONE haben sich in den vergangenen Monaten gehörig weiterentwickelt, wie Collapse oder vor allem Reign Of Decay zeigen. Letzteres besticht mit einem Nackenbrecher von Riff, streut zwischendurch ein paar cleane Gitarren ein und hat mit Christian Kraeters (RAPTURE) heiseren Vocals sogar ein verdammt cooles Feature am Start. In Sachen Gesang hat sich ohnehin einiges getan. Zu hören ist auf Vitium nach der Umbesetzung nämlich Bassist Florian Hefft, der seine Sache ausgesprochen gut macht und eine größere Bandbreite besitzt als sein Vorgänger, ohne die Grenzen des Genres überzustrapazieren. Überzeugen kann man sich davon insbesondere im schleppenden, Doom-Death Stück Scars, das trotz seiner achteinhalb Minuten spannend bleibt und die Münchner Band von ihrer düstersten Seite zeigt. Lobenswert ist außerdem, dass sich DEAD ALONE auf Vitium nicht ausschließlich auf ihr Markenzeichen, die gewaltigen Riffwände, stützen, sondern nun hin und wieder auf klare Melodielinien und Soli setzen, die auflockernd wirken und einem zähen Gesamteindruck entgegenwirken. Bezeichnend sei hierfür Catharsis erwähnt, dessen Refrain dank der eingängigen Leadgitarre ein Fundament bietet, dem man durchaus das Prädikat Hitpotenzial anheften darf. Und weil das dreigeteilte Along The Threshold zum Schluss dieses Niveau spielend halten kann, ist es den Jungs mit Leichtigkeit gelungen, ihre Vorgänger-EP Phobia zu übertrumpfen und die dort noch vorhandenen Kritikpunkte auf dem neuen Werk auszumerzen. Vielleicht hätte Vitium hier und da trotzdem ein wenig mehr Variation im Tempo gut getan, aber das ist Kritik auf gehobenem Niveau und zugleich der einzig nennenswerte Makel.

Da aber Weiterentwicklung bei DEAD ALONE ansonsten nicht nur auf dem Papier stattfand, ist es fast schon selbstredend, dass die Produktion ebenfalls einen Schritt nach vorne getan hat und dadurch ein organisches Klangbild liefert, welches satte Gitarren auffährt, sich gleichzeitig jedoch die Natürlichkeit beibehält. Beziehen kann man das Album, das mit stilvollem Layout daher kommt, für 12€ zzgl. Versand über die untenstehende Bandhomepage. Eine Investition, die sich für Freunde des düsteren Death Metals lohnen sollte.

Veröffentlichungstermin: 30.03.2010

Spielzeit: 43:38 Min.

Line-Up:

Florian Hefft – Vocals, Bass
Fred Freundorfer – Guitars
Martin Hofbauer – Guitars
Sebastian Bichler – Drums

Produziert von DEAD ALONE
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.dead-alone.de
MySpace-Seite: http://www.myspace.com/deadalonemetal

Tracklist:

01. Follow…
02. The Road To Perdition
03. Reign Of Decay
04. Collapse
05. Scars
06. Inside The Void
07. Catharsis
08. Along The Threshold: I – Syndrome
09. Along The Threshold: II – Abandoned
10. Along The Threshold: III – Dead End

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