DARK RAGE: Hate Is Our Nature [Eigenproduktion]

DARK RAGE: Hate Is Our Nature [Eigenproduktion]

Entweder ist Metalcore mittlerweile tatsächlich ebenso in der Versenkung verschwunden, wie der Grunge am Anfang dieses Jahrtausends, oder ich bekomme aus diesem Genre nicht mehr viel mit. Halb so schlimm, vor zehn Jahren war dann vermutlich auch der Letzte übersättigt von diesen Sounds. DARK RAGE aus Bad Hersfeld nutzen dieses Genre aber nun, um ihre eigene Wut zu kanalisieren. Hate Is Our Nature stürmt aus den Boxen, und der Titel ihres selbstbetitelten Debütalbums, trifft den Nagel auf den Kopf. Statt sich in platten Hits der Marke CALIBAN zu suhlen, schlagen DARK RAGE immerhin einen vergleichsweise eigenen Weg ein, der auch die Wut der sogenannten New Wave Of American Metal zu Hilfe nimmt. Hate Is Our Nature hat viel von Bands wie SHADOWS FALL, thrasht wie in Chrushing und A Day Inside ähnlich wie THE HAUNTED und ist stellenweise so fies wie SLIPKNOT zu Zeiten von Iowa .

Mit vielen Stakkato-Riffs überrollen DARK RAGE ihre Hörer und speien Gift und Galle – allerdings wohldosiert. Zwischen dem Hass gibt es immer ein paar ruhigere Momente wie in Would und This Reality, statt nur zu schreien, versucht sich Sänger Dawid Pospiech auch an rauem Klargesang, daneben wird großen Wert auf melodiöse Gitarrenarbeit gelegt. Hate Is Our Nature zeigt aber dennoch meistens die Zähne und schafft somit eine kongeniale Verschmelzung aus Eingängigkeit und Brutalität. DARK RAGE schaffen es dennoch nicht immer ihre Songs kompakt und spannend zu halten, in vielen Stücken tauchen Längen und zu viele Wiederholungen auf, so dass das hessische Quintett oftmals nicht auf den Punkt kommt. Dadurch ziehen sich nicht nur die einzelnen Tracks etwas hin, sondern auch das gesamte Album.

Insgesamt bleibt ein gemischter Eindruck zurück: DARK RAGE zeigen, dass sie trotz dem einen oder anderen Ausfall gute Songs schreiben können, sind nur nicht immer konsequent genug. Mit dem abschließenden Titelsong gelingt ihnen immerhin noch der Hit, den man sich das ganze Album über wünscht: Mit Energie, starkem Riffing und wilden Blast Beats. Aus den vielen Auswüchsen des Metalcore suchen sich die jungen Musiker das heraus, was ihnen am Besten liegt, so dass Hate Is Our Nature nicht nach einer plumpen Kopie klingt. Und gerade in ihren thrashigen Momenten erleben DARK RAGE ihre Sternstunden. Die Darbietung der Band ist dabei sehr routiniert, gerade der Gesang ist erfreulich sicher und versiert. Die Gitarren klingen schön fett, auch der Gesang ist solide produziert, nur das Schlagzeug klingt etwas blechig. In ein wertiges Digipack gesteckt, ist DARK RAGE ein solides Metalcore-Album gelungen, das aber mit einigen Schwächen zu kämpfen hat und nur selten wirklich begeistert. Ein Grundstein, auf dem DARK RAGE nun gut aufbauen können, ist aber gelegt. Wer den Hessen bei ihrer Entwicklung unter die Arme greifen will, kauft Hate Is Our Nature am Besten auf der offiziellen Bandcamp-Seite.

Veröffentlichungstermin: 29. November 2013

Spielzeit: 52:13 Min.

Line-Up:
Dawid Pospiech – Vocals
Andreas Pospiech – Guitar
Sebastian Lange – Guitar
Nikolai Neufeld – Bass
Jan Breite – Drums

Produziert von DARK RAGE & Achim Dreßler
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.dark-rage.de/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/darkrageband

Tracklist:
1. Interference
2. Empty Visions
3. Choises
4. Chrushing
5. Would
6. Chapter Sick(x)
7. Take My Blood
8. A Day Inside
9. The Parting
10. This Reality
11. Million
12. Hate Is Our Nature