CRYSTAL CROW: Love Again

CRYSTAL CROW: Love Again

Vorhang auf für einen der ganz großen Newcomer-Acts des letzten Jahres – hier sind CRYSTAL CROW aus Zavelstein! Bereits im Oktober 2004 veröffentlicht, ist deren erstes Demo Love Again jedenfalls derartig vielverprechend ausgefallen, dass ich mir keine Sorgen um mein Gleichgewicht mache, wenn ich mich derartig weit aus dem Fenster lehne und eine wirklich extrem schwer zu kategorisierende Hitschmiede über den grünen Klee lobe. Nein, es gibt einfach viel zu wenige neue Bands, bei denen mir ähnlich viele Endorphine durch den Körper schießen, warum sollte ich mich also zurückhalten? Wie das nicht zuletzt wegen der überaus hübschen, wenn auch ängstlichen Dame mehr als gelungene Artwork bereits erahnen lässt, haben die fünf Musiker aus dem Schwarzwald nicht nur jede Menge Mühe in den ersten Tonträger gesteckt, sie befinden sich schon relativ früh in der Bandhistory auf einem sehr hohen Niveau!

Schon die ersten Takte des Openers Corruption können diesen Eindruck auch schnell bestätigen, ja sogar noch übertreffen: Was hier geboten wird, ist schlichtweg professionell und durch den stilübergreifenden Gesang von Dirk Whych Binder – irgendwie erinnert mich der Kerl anhand der Bilder ein wenig an einen in Leder(bade)mantel gehüllten Kevin Kuranyi – richtig eigenständig ausgefallen. Mal grabestief grunzend, mal in THE 69 EYES-Gefilden herumtobend und mal mit überaus angenehmer, weil nicht zu hoher Power Metal-Stimme trällernd – Whych kann in jeder dieser Rollen glänzen und wird dabei von einem überaus ideenreichen und lebendigen Instrumentarium assistiert. Besonders der erwähnte Opener vereint diese Merkmale perfekt, bietet dabei sogar noch eine absolute Killer-Hookline, die dem begeisterten Rezensenten in den nächsten Wochen sicherlich nicht mehr aus dem Kopf gehen wird. Ohne jeden Zweifel haben wir es hier bereits mit dem ganz großen Hit der Scheibe zu tun, der Einflüsse aus Dark-, Gothic-, Heavy- und sogar ein wenig Death Metal auf selten zuvor gehörte Weise miteinander verbindet.

Im weiteren Verlauf kommt die sympathische Combo auch nicht mehr an dieses Niveau heran, trotzdem liegt auch der Rest der leider nur vier Tracks umfassenden EP weit über dem Underground-Durchschnitt und sorgt für ein hohes Maß an Abwechslung. So ist beispielsweise der folgende Titeltrack eine lupenreine Gothic-Nummer geworden, während Catch The Fall einen klassischen Hardrock-Song darstellt. Doch wer jetzt denkt, dass CRYSTAL CROW einfach nur stupide verschiedene Musikrichtungen und deren Klischees abgrasen, der hat sich wirklich getäuscht: Immer wieder sickert der einprägsame Gesang Kuranyis, äh ich meine Binders durch und somit entsteht statt seelenlosem Stückwerk ein kräftiger purpurroter Faden, der sich durch knapp 25 Minuten voller Genialität und Spielfreude strickt.

Vielleicht wird Love Again nicht das letzte Demo vor einem potenziellen, wohlverdienten Plattenvertrag sein – trotzdem haben die Süddeutschen schon jetzt ein dickes Ausrufezeichen setzen können. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Output der Combo und bin gespannt, ob die Jungs auch bei etwas längerer Spieldauer derartig dynamisch agieren können. Wer die in Eigenregie aufgenommene Scheiblette erstehen möchte, sollte einfach mal auf der offiziellen Bandseite vorbeischauen und sich Love Again für spottbillige sechs Euronen nach Hause holen – beeilt euch, denn die Auflage ist nur auf 500 Stück begrenzt!

Veröffentlichungstermin: Oktober 2004

Spielzeit: 23:38 Min.

Line-Up:
Dirk Whych Binder – vocals

Andreas Weßlowski – guitars

Sebastian Müßigmann – bass

Simon Maria Hassener – keys

Ralf Braun – drums

Produziert von Crystal Crow, Marc Jüttner
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.crystal-crow.com

Email: mail@crystal-crow.com

Tracklist:
01. Corruption

02. Love Again

03. Catch The Fall

04. Immortality

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