CRIMFALL: Amain

CRIMFALL: Amain

“Amain” ist das dritte Album von CRIMFALL aus Finnland. Der Vorgänger “The Writ Of Sowrd” erschien 2011 über Spinefarm Records. Sechs Jahre zwischen zwei Alben sind eine lange Zeit, vor allem bei einer Band, die selber gerade mal zehn Jahre auf dem Buckel hat. Somit dürfte das Metalblade-Debüt auch eine Art Neustart für die Band um Gründer und Mastermind Jakke Viitala sein.

„Amain“ ist eine Mischung aus Orchesterbombast, epischem Metal und ein bisschen harmlosem Death Metal. Cineastischer Metal nennt sich das im Bandinfo. Na dann… Da muss ich an „Symphonic Epic Hollywood Metal“ denken, das Etikett, das RHAPSODY sich einst selbst verpassten. Und völlig daneben liegt man damit nicht. Vieles auf “Amain” ist nicht weit vom Soundtrack-Metal der Italiener entfernt. Die Death Metal-Passagen wiederum wecken Erinnerungen an SUIDAKRA. Auch WINTERSUN sind nicht weit weg. Allerdings erreichen CRIMFALL auf “Amain” nur selten die Qualität, die diese Bands zu Ihren Hochzeiten abgeliefert haben.

Vieles auf „Amain“ ist Stückwerk

Vielleicht haben die Finnen zu lange an diesem Album getüftelt. Sollte Metal nicht etwas spontanes sein? Kann man Metal tot tüfteln? Vieles auf “Amain” ist Stückwerk. Hier mal etwas Ballade, dann Gegrunze und Dicke Hose-Riffs, dann mal etwas Soundtrack-Spektakel und natürlich Chöre. Ein Lichtblick ist Sängerin Helena Haaparanta. Ob sie nun zart säuselt oder in den epischeren Passagen kraftvoll singt – das klingt alles ziemlich gut.

Der Opener “The Last Of Stands” ist eine echte Schlachthymne. Ein wenig klingt das so, als würden RHAPSODY zusammen mit ENSIFERUM in den Kampf ziehen. Chöre, Bombast aber auch krachende Riffs. Das aus vier Teilen bestehende Epos “Ten Winters Apart” hat ebenfalls seine guten Momente, allerdings auch viele langatmige Passagen. Die Ballade “Song Of The Mourn” klingt zwar nett, rauscht aber letztendlich an mir vorbei, ohne große Emotionen auszulösen. Die restlichen drei Stücke “Far From Any Fate”, “Sunder the Seventh Seal” und “Dawn Without A Sun” können zumindest stellenweise überzeugen.

Tolle Leistung von CRIMFALL-Sängerin Helena Haaparanta

Mein persönliches Highlight auf “Amain” ist “Mother of Unbelievers”, der von einer orientalischen Melodie getragen wird. Zwischendurch gibt es auch hier ein paar generische Brachial-Riffs, dafür aber eine tolle Gesangsleistung von Helena Haaparanta, starke Instrumentalparts inklusive eines gelungenen Solos sowie einen spannenden Aufbau, bei dem der Song sich nie verliert oder vor sich hin plätschert. Warum nicht mehr davon? Ebenfalls ziemlich stark ist der knapp achtminütige, epische Rausschmeisser “Untill Falls The Rain”. Hier fahren CRIMFALL noch mal alles an Bombast, Folk und Epik auf und zeigen, welches Potential sie haben.

Alles in allem hat “Amain” also richtig gute Momente, aber auch sehr viel Material, das nicht auf den Punkt kommt, zu viel Stückwerk, zu wenig stringentes Songwriting. Fans der genannten Referenzen können mal ein Ohr riskieren, zu einer generellen Empfehlung kann ich mich aber nicht nicht überwinden, dazu ist das Material insgesamt nicht konsistent genug.

VÖ: 25.08.2017

Spielzeit: 45:49

Line Up:
Mikko Häkkinen – Vocals
Helena Haaparanta – Vocals
Jakke Viitala – Gitarre
Miska Sipiläinen – Bass
Janne Jukarainen – Drums

Produziert von:

Label: Metalblade

Bandhomepage: http://www.crimfall.com
Mehr im Netz: facebook.com/crimfall

Tracklist CRIMFALL „Amain“

1. Eschaton
2. The Last of Stands bei Metalblade
3. Ten Winters Apart – pt1. Far From Any Fate
4. Ten Winters Apart – pt2. Song of Mourn
5. Ten Winters Apart – pt3. Sunder the Seventh Seal
6. Ten Winters Apart – pt4. Dawn Without a Sun
7. Mother Of Unbelievers bei YouTube.
8. It’s a Long Road
9. Wayward Verities
10. Until Falls the Rain Video bei YouTube

 

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