CRADLE OF FILTH: From the cradle to enslave E.P.

CRADLE OF FILTH: From the cradle to enslave E.P.

CRADLE OF FILTH – die Band aus England, welche die Metalwelt polarisiert wie kaum eine andere Band – haben mit dem Release dieser E.P. eventuell einen Fehler begangen.

Nicht dass sie so schlecht wäre, keineswegs. Nur ist sie leider voll von kleinen Unzulänglichkeiten, die ich mir bisher von CRADLE OF FILTH nicht gewohnt war, haben sie sich doch mit jeder neuen Platte wieder selbst übertroffen.

Unzulänglichkeit Nummer eins: Der Sound.

Während „Dusk… And her embrace“ atmosphärisch produziert war, „Vempire…“ und „Cruelty and the beast“ vor allem sinnlos geknallt haben (ja, das ist positiv gemeint), hat bei „From the cradle to enslave“ irgendwer gepfuscht. Vor allem der Drumsound ist (immer verglichen mit früheren Werken) grauenvoll. Die Bassdrum kommt relativ undifferenziert, der Snaresound zerschneidet den Gesamtklang, so dass bei schnelleren Beats nur noch Gehacke da ist.

Der Sound ist dabei, verglichen mit anderen Bands, immer noch recht toll. Nur verglichen mit früheren Scheiben dieser Band ist er schlecht.

Unzulänglichkeit Nummer zwei: Der Drummer.

Dieser Schlagzeuger, der glücklicherweise nur auf dieser Platte getrommelt hat und kein Mitglied der Band wurde, ist einfach zu schlecht für CRADLE OF FILTH. Nicholas, ihr früherer Fellmeister, hat einfach einen zu hoch gesetzten Anspruch hinterlassen, dem WAS, der Schlagzeuger auf „From the cradle to enslave“ einfach nicht gerecht wird. Auch finde ich gewisse schon fast Hardcorige Einschübe etwas fragwürdig.

Nun ist es fraglich, ob CRADLE OF FILTH, die in meinen Augen immer Perfektionisten waren, diese E.P. auf Drängen ihres Labels einfach veröffentlichen MUSSTEN. Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass die Band vollkommen zufrieden mit dieser Scheibe ist.

Zu den Songs:

„From the cradle to enslave“: Eigentlich ein typischer CRADLE OF FILTH-Song, der nur durch die beiden obengenannten Unzulänglichkeiten etwas abgewertet wird.

„Of dark blood and f**king“: Bis auf das Hardcore-Trommel-Intro: Cool, typisch CoF.

„Death comes ripping“: Gut gemachtes MISFITS-Cover. Zitat Boxhamster: “Da klingen CoF wie SODOM”. Kann ich nicht ganz beurteilen, besitzt aber kultigen Mitgröhl-Charakter.

„Sleepless“: Ein Cover des alten ANATHEMA-Songs. Unspektakulär, aber gut.

„Perverts Church (From the cradle to deprave)“: Ein Remix des Titelstücks. Wesentlich erträglicher als der erste Remix von “The twisted nails of faith“. Dank der netten Gesangseinschübe von (ich rate jetzt) Sarah Jezebel Deva doch noch ziemlich hörbar und definitiv tanzbar. Naja, wer’s braucht….

„Funeral in Carpathia (Be quick or be dead version)“: Ziemlich Demo-mässige Version des gleichnamigen Stückes von „Dusk… And her embrace“. Entweder es ist eine alte Aufnahme, oder aber der ganz neue Drummer ist in ähnlicher körperlicher Verfassung wie alt-Drummer Nicholas. Auf jeden Fall spielt hier nicht WAS. Für jeden Fan ein Muss!

Das alles gibt unter dem Strich immer noch mehr als bei vielen anderen Bands. Ich müsst Euch bewusst sein, dass hier ein riesiger CoF-Fan spricht und auch entsprechend kritisch ist. Diese Scheibe ist nicht schlecht. Sie ist sogar relativ gut. Gewisse vermeidbare „Fehler“ vermiesen dem hungernden Fan einfach den totalen Genuss, wie er auf allen Platten von CRADLE OF FILTH bisher durchweg zu finden war.

Veröffentlichungstermin: 01. 11. 1999

Spielzeit: 32:01 Min.

Line-Up:
Dani Filth – Vocals

Gian – Guitars

Stuart – Guitars

Robin Graves – Bass

Lecter – Keyboards

WAS – Drums

Produziert von CRADLE OF FILTH
Label: Music for Nations/Zomba

Tracklist:
1. From the cradle to enslave

2. Of dark blood and f**king

3. Death comes ripping

4. Sleepless

5. Perverts Church (From the cradle to deprave)

6. Funeral in Carpathia (Be quick or be dead version)