CLOUD RAT / MOLOCH: Split

CLOUD RAT / MOLOCH: Split

Mit CLOUD RAT und MOLOCH haben sich zwei Bands gefunden, die durchaus von Split-Releases angetan sind. So bringen es die beiden Bands gemeinsam auf rund 15 Split-Releases in den letzten Jahren. Das Zusammenspiel auf der aktuellen Veröffentlichtung macht den einen oder anderen Kontrast zwischen den Bands sichtbar. Nicht nur, dass die Bands durch den Atlanktik voneinander getrennt sind, auch das Genre, das sie für sich wählen, ist ein gänzlich Anderes: somit heißt es US-Grindcore versus Brit-Sludge.

Die erste Hälfte der Split ist CLOUD RAT gewidmet, die mit ihrem punkig-crustigen Grindcore wütend ihre Message an die Frau und an den Mann bringen wollen: und diese Message hat durchaus gesellschaftlichen und politischen Charakter, als dass sich die Band aus Michigan veganen, feministischen, antifaschistischen und LGBT-Themen annimmt.

Musikalisch gehen CLOUD RAT dann fürs Genre mitunter im gemäßigterem Tempo vor, um dann immer wieder die furioseren Tempo-Ausbrüche zu haben, die vom ungezügelten Geschrei von Madison Marshall begleitet werden. Dabei haben die einzelnen Tracks durchaus einen eigenen Charakter und geizen mitunter auch nicht mit Melodie („Perdiak“). Wenn sich die US-Amerikaner aber ganz mit dem Tempo zurückhalten, dann fehlt einem Song dann doch der Reiz („Biting the Air“).

Ein geringes Tempo ist im Gegensatz dazu bei MOLOCH von Vorteil, schließlich übt sich die Band aus Leicester im Sludge Metal. Das kommt dann auch gleich beim ersten Track „The Ninth Wave / Bloody North“ zur Geltung, wo die Briten mit Start-Stopp-Dynamik agieren und dazwischen losgelöste Bridges von Drummer Henry Davies (MONOLITHS, NADIR), Bass-Lines von Harry Layzell oder gequälte Frauenstimmen-Samples einflechten. Nicht zuletzt letzteres gibt dem Song eine sehr unbequeme Wirkung – gut gelöst. Gesanglich zeigt Chris Braddock durchaus mit seiner stark angerauten Stimme auf, die sich keifend und fauchend unbequem über die (beiden) langsamen Tracks legt.

Somit hinterlässt die Split-CD einen – im positiven Sinne – unbequemen Eindruck von zwei Bands, die in ihrem Segment jeweils rotzige und beherzte Tracks zu bieten haben. Zwar kann nicht jeder einzelne Song punkten, aber für ein erstes Antesten der beiden Bands erscheint die Wahl einer Split durchaus passend.

Veröffentlichungstermin: 10.04.2017

Spielzeit: 36:41 Min.

Line-Up:
CLOUD RAT:
Brandon Hill – Electronics & Schlagzeug
Rorik Brooks – Gitarre
Madison Marshall – Gesang

MOLOCH:
Harry Layzell – Bass
Henry Davies – Schlagzeug
Steve Larder – Gitarre
Chris Braddock – Gesang

Label: Halo of Flies / Feast of Tentacles

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/cloudratgrind/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/molochsludge

Tracklist:
1. Cloud Rat – Sueno
2. Cloud Rat – Perdiak
3. Cloud Rat – Clench
4. Cloud Rat – Baby Sling Balloon Born
5. Cloud Rat – Biting the Air
6. Cloud Rat – Pit
7. Cloud Rat – Amber Flush
8. Moloch – The Ninth Wave / Bloody North
9. Moloch – Lead

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Christian Wögerbauer

Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.

Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge