CLITEATER: Scream bloody Clit

CLITEATER: Scream bloody Clit

Erst mal vorneweg: Es geht hier um Grindcore. Wenn im folgenden Abschnitt von Musik die Rede ist, ist dies relativ zu sehen. Für mich persönlich sogar relativ klar. Relativ genial.
Mit CLITEATER bewegt man sich zwar im gleichen musikalischen Kosmos wie die vom Captain (zurecht) so gepriesenen MARUTA , aber man kann trotzdem von einem musikalischen Gegenentwurf sprechen. Wenn man bei Grindcore von so etwas wie Entwürfen sprechen möchte. Oder von Musik, aber das wurde ja bereits geklärt.
Bei den Holländern von CLITEATER gibt es so was wie Frickeligkeit und Raffinesse nicht, hier gibt es nur auffe Fresse. Und zwar derbe und mit einem brachialen Sound, der wirklich, und ich meine wirklich wirklich, beeindruckend ist. Was für ein Brett! Was für Knarz-Bässe! Was für eine geile Snare!
Der Sound dieser Platte haut mich schlicht um. Sowas fettes und trotzdem noch organisches habe ich schon lange nicht mehr gehört. Und trotz aller Dichte und Tiefe kann man fast noch von Transparenz sprechen und ist weit entfernt von Matsch oder Übersteuerung. Klasse! Und mit so einem Sound ist es dann auch schon fast egal, was gespielt wird, solange es nicht zu kompliziert wird und in der Hauptsache aus Powerchords besteht. Und darüber schön abgeröchelt wird. Das haben die Jungs + Mädel aus Limburg dann auch wirklich drauf. Kein Ton zuviel, kein störender Break, keine Gitarren-Dudeleien oder Noise-Collagen, nur Akkorde und Geballer. Wenn man jemandem beweisen möchte, dass Grindcore aus dem Punk und nicht aus dem Metal entstanden ist, dann ist diese Platte mit ihren simplen Strukturen und 4-Akkord-Riffings ein gutes Argument. Auch wenn das Cover und der Album-Titel mit ihrer DEATH -Hommage eigentlich das Gegenteil verheißen, diese Platte ist mehr Punk, als sie es vielleicht sein will. 1001 Nights in Perversia könnte im Prinzip auch aus der Frühphase von NAPALM DEATH stammen, auch wenn es dann mit 100%iger Sicherheit einen anderen Text hätte. Musikalisch können die Songs dort mithalten, was schon verdammt viel heißt.
Textlich bewegt man sich dann leider im üblichen Porngrind-Kindergarten, bietet aber auch in diesem Umfeld keinen besonders ausgefallenen Humor oder irgendwas besonderes. Noch nicht mal besondere Krassheit oder ausgefallene Geschmacklosigkeit. Und so ist es auch der einzige Punkt, der mir an dieser Platte nicht gefällt, denn was könnte so eine kraftvolle Musik für wunderbare politische Texte tragen! Aber stattdessen gibt es dann Your Mouth, my Seed oder Bruce-Dick-in-Son oder andere abgestandene, alte Witze…Aber was soll´s, man versteht ja sowieso nix, also unbedingt antesten!

Veröffentlichungstermin: 28.03.2008

Spielzeit: 35.18 Min.

Line-Up:
Joost – Vocals
Ivan – Guitar /Pitched Backing Vocals
Verdan – Bass
Susan – Guitar
Morris – Drums

Produziert von Morris Cliteater
Label: War Anthem Records
MySpace: http://www.myspace.com/cliteater

Tracklist:
1. Nathen Gale (Rot in Hell)
2. M.I.L.F. Hunter
3. Desolate
4. Mummified in Formaldehyde
5. Impulse to destruct
6. 1001 Nights in Perversia
7. Porn of the Dead
8. Bruce-Dick-in-Son
9. Your Mouth, my Seed
10.Promised Land
11.Positive Aspects of Collective Chaos Pt. III
12.Didgeridildo
13.Obese Obsession
14.Pedophiliac Cult
15.Sea of Faeces

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