CATHEDRAL: The VIIth Coming

CATHEDRAL: The VIIth Coming

Es gibt doch noch Dinge auf dieser Welt, auf die man sich verlassen kann: Jedes Jahr setzt pünktlich der Weihnachtsstress ein, Saddam und ein Mitglied der Bush-Familie bekriegen sich alle paar Jahre und CATHEDRAL bringen in aller Regelmäßigkeit eine sahnemäßge Doom-Platte raus, bei deren Hörgenuss der Hörer sich so richtig easy fühlt.

Und genau das steht auf dem neuesten CATHEDRAL-Output wieder mal im Vordergrund: Weniger zähe, sondern eher rockige und relaxte Riffs machen The VIIth Coming aus und heben das neue Album wieder von seinem dröhnenden Vorgänger ab. Dennoch, es geht auch derbe zur Sache: In einigen Songs, The Empty Mirror und das abschließende Halo of Fire sind solche Kandidaten, rührt sich gar nichts mehr, man wird erdrückt von dieser schweren, doomigen Wucht, die von den Gitarren ausgehen. Aber CATHEDRAL wären nicht CATHEDRAL, gäbe es keine Abwechslung in ihrer Musik. Denn der ROCK ist ihnen wie immer hörbar wichtig und so stellen Songs wie das überraschend kurze Resisting the Ghost 1a Rock-Nummern da, die in die Beine gehen und bei denen der Kopf gar nicht anders kann, als mitzuwippen.

Diese Eingängigkeit ist das ganze Album über vorhanden. Der Hauptgrund dafür ist zuerst, dass die Songs sehr kompakt und, für CATHEDRAL-Verhältnisse, logisch strukturiert wurden. Zusätzlich kamen, das ist der zweite Punkt, einiges an neuen Ideen ans Tageslicht, wie schwermütige (!) Hammond-Orgel. Das verleiht CATHEDRAL neue Tiefe, bringt sie aber gleichzeitig in die nähe von Stoner Rock-Bands, was auf gar keinen Fall negativ zu werten ist.

Überhaupt, kann ich als offener Mensch dem siebten CATHEDRAL-Album nicht negatives nachsagen. Keine Längen finden sich, auf dem bisher kürzesten Full-Length Album der Band wieder, stattdessen sind die 10 Songs allesamt hochkarätig. Besonders Gary Jennings Riffs strotzen nur so vor Spielfreude und Leo Smee legt mit seinen groovigen Bassläufen zusammen mit Brian Dixons coolen Drumparts das ideale Fundament. Lee Dorrian thront mit seinem schrägen Gesang auch mal wieder über allem und bringt die verrückten Texte hervorragend rüber. Sogar ein tolles Patchett-Cover, das viele auf Endtyme wohl schmerzlich vermisst haben, schmückt mit seinen unendlich vielen Details dieses Hammer-Album.

Wenn ihr mich fragt, so dürfen sich CATHEDRAL niemals auflösen, sondern sollen bis in alle Ewigkeit solch geniale Musik, fernab jeglicher Konventionen machen. Ach ja, wenn ihr noch wissen wollt, welchem CATHEDRAL-Album The VIIth Coming am nächsten steht: Das ist ohne Frage The Ethereal Mirror. Und einen Überhit wie Midnight Mountain gibt es auch wieder. Und zwar 10 Songs, die besser nicht sein könnten. Kaufen und lieb haben!!!

Spielzeit: 53:20 Min.

Line-Up:
Lee Dorrian – Vocals

Gary Jennigs – Guitars

Leo Smee – Bass

Brian Dixon – Drums

Produziert von Kit Woolven
Label: Dream Catcher Records

Homepage: http://www.cathedralcoven.com

Tracklist:
1. Phoenix Rising

2. Resisting the Ghost

3. Skullflower

4. Aphrodite´s Winter

5. The Empty Mirror

6. Nocturnal Fist

7. Iconoclast

8. Black Robbed Avenger

9. Congregation of Sorcerer´s

10. Halo of Fire