BUTCHER BABIES: Lilith

butcher babies lilith Cover

Den BUTCHER BABIES haftete von Anbeginn ihrer Karriere der Nimbus einer vom Marketing geprägten Band an. Kein Wunder, schließlich rückte das Quintett aus Los Angeles die optischen Reize seiner beiden Frontfrauen Heidi Shepherd und Carla Harvey etwas zu sehr in den Vordergrund. Somit offerierte die Band massig Eyecatcher, während die Earcatcher eher rar gesät waren – insbesondere auf dem Debütalbum „Goliath“. Doch die US-Amerikaner arbeiteten an sich, was sich auch in einem ausgereifteren zweiten Album, „Take It Like Man“, niederschlug. Und mit „Lilith“, dem dritten Album, haben die BUTCHER BABIES dann auch tatsächlich eine ernst zu nehmende Veröffentlichung am Start.

BUTCHER BABIES singen und shouten

Der Stil der Band ist ein Stück weit härter geworden und pendelt zwischen Modern Metal und Crossover. Dabei präsentieren sich auf „Lilith“ durchaus unterschiedlich gestaltete Nummern, wenngleich ein Großteil der Tracks auf einfach gestricktes Riffing und eingängige Refrains setzt. Hinzu kommen cleane und geshoutete Gesangspassagen, die mitunter auch parallel zum Besten gegeben werden und sich somit in Songs wie der Halb-Ballade „Look What We’ve Done“ auch sehr gut ergänzen.

„Lilith“ mit buntem Songmix

Neben dem recht eingängigen Material, das trotz seiner zwischenzeitlichen Einfachheit schon einen gewissen Reiz hat („Lilith“, „Headspin“, „The Huntsman“), gibt es auch schrägere, punkig angehauchte Nummern wie „POMONA (Shit Happens)“ oder Crossover-Ausreißer wie „#iwokeuplikethis“, die das Album als Ganzes etwas auflockern. Weiterhin stößt man auch auf Nummern, die über den Rest das Albums zu stellen sind, wie das spannende „Controller“ oder das mit Desert Rock-Nuancen versehene „Underground and Overrated“.

BUTCHER BABIES schnüren kommerziell reizvolles Paket

Natürlich wird die Band nach wie vor mit ihren beiden Frontröhren beworben – wenn man schon solche Reize hat, kann man ja schon darauf setzen. Aber grundsätzlich haben die BUTCHER BABIES mit „Lilith“ ein ansprechendes Album am Start, das neben einer sehr ausgewogenen Produktion – Produzent Steve Evetts war auch schon für den Sound bei SEPULTURA, PRONG oder SYMPHONY X verantworlich – auch über eine Handvoll musikalisch reizvoller Songs verfügt. Somit ein gut geschnürtes Paket, das kommerziell funktionieren sollte, aber auch den Qualitätsansprüchen, die man an ein Label wie Century Media nun einmal stellt, genügen sollte.

 

Veröffentlichungstermin: 27.10.2017

Spielzeit: 38:00 Min.

Line-Up:
Heidi Shepherd – Gesang
Carla Harvey – Gesang
Henry Flury – Gitarre
Jason Klein – Bass
Chase Brickenden – Schlagzeug

Produziert von Steve Evetts @ Trax East Studios, South River, NJ.

Label: Century Media

Homepage: https://butcherbabiesofficial.com/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/butcherbabies/

BUTCHER BABIES „Lilith“ Tracklist:

1. Burn the Straw Man
2. Lilith (Video bei Vevo)
3. Headspin (Video bei YouTube)
4. Korova
5. #iwokeuplikethis
6. The Huntsman
7. Controller
8. Oceana
9. Look What We’ve Done
10. POMONA (Shit Happens)
11. Underground and Overrated

Bonus-Tracks:
12. Beer Drinkers & Hell Raisers
13. They’re Coming to Take Me Away
14. Don’t Give a Fuck
15. Crazy Horses
16. Pussy Whipped

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Christian Wögerbauer

Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.

Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge