BRAINSTORM: Midnight Ghost

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BRAINSTORM sind nun auch schon bald dreißig Jahre am Start, auch wenn die Band erst Ende der Neunziger ihre ersten Alben veröffentlichte. Seit dem 1997er Debütalbum “Hungry” veröffentlichen die Schwaben konstant hochklassige Alben, hatten nie länger als drei Jahre Pause zwischen zwei Alben und haben eigentlich immer gute Kritiken bekommen. Für den ganz großen Durchbruch hat es aber irgendwie trotzdem nie gereicht. Das 2001er Album “Metus Mortis” gefiel auch mir damals ziemlich gut, trotzdem habe ich die Band danach nicht wirklich weiter verfolgt. Zumindest bis jetzt, da die Band ihr zwölftes Studioalbum fertig gestellt hat. Und irgendwie komme ich mir jetzt doof vor, dass ich BRAINSTORM anderthalb Dekaden lang mit Ignoranz gestraft habe, denn “Midnight Ghosts” ist ein fantastisches Stück Power Metal, mit Betonung auf dem ersten Wort geworden.

Etwas mehr Bombast als früher – aber es regiert immer noch die Axt!

Im Vergleich zu “Metus Mortis” hat die Band den Bombast-Faktor eine ganze Ecke hochgefahren. Vermutlich ist das schon ne ganze Weile so, aber siehe oben. Ich weiß es halt nicht besser. Aber von einem Abdriften in Sphären von Bands wie ORDEN OGAN, deren Frontmann Seeb “Midnight Ghosts” übrigens ganz hervorragend produziert hat, oder gar POWERWOLF sind die Schwaben weit entfernt. Auf “Midnight Ghosts” geben immer noch ganz klar hochklassige, mehr vom US Power Metal als vom Euro-Gedudel geprägte Riffs den Ton an. BRAINSTORM schaffen es hier einen ganzen Arsch voll Hits abzuliefern, dabei aber niemals zu platt und auf Eingängigkeit getrimmt zu klingen. In den Strophen von “Revealing The Darkness” passiert zum Beispiel so unglaublich viel im Gitarrenbereich. Aber auch sonst brilliert das Gitarrenduo Torsten Ihlenfeld und Milan Loncaric auf “Midnight Ghosts” mit jeder Menge packender Riffs und richtig geilen Harmonien. Einige Riffs bei “Haunting Voices” erinnert mich an die göttlichen HELSTAR.

“Midnight Ghosts” ist eine Lehrstunde in Sachen Power Metal.

Und dann ist da natürlich noch Andy B. Franck. Wer so einen Frontmann in der Band hat, der muss sich um herausragende Gesangsmelodien keine Sorgen machen. Nicht nur, dass der Kerl einen Killer-Refrain nach dem anderen aus dem Hut zaubert, nein, auch sonst sind seine Gesangslinien einfach bockstark, egal ob er nun kraftvoll oder einfühlsam wie bei “When Becomes Real” singt. Das alles gäbe aber nur gute Haltungsnoten, wenn da nicht das überragende Songmaterial wäre. Ohne Scheiss, eigentlich ist jeder Song auf “Midnight Ghosts” ein Killer. Okay, manche mehr und manche weniger. So ist das Songmaterial in der zweiten Hälfte insgesamt nicht ganz so stark wie in der ersten, wir reden hier aber immer noch von Liedern, die auf anderen Alben zu den Hits gehören würden. Und auch die Mischung stimmt, von schnellem Doublebass-Geknatter über jede Menge Fistraiser-Hymnen bis zur Power-Ballade ist alles am Start, was man sich wünschen kann.

Kritikpunkte an “Midnight Ghosts”? Ganz ehrlich, ich habe keine. Das Teil ist wirklich eine Lehrstunde in Sachen eingängiger Power Metal mit Niveau. Eigentlich müsste diese Band viel größer sein. Vielleicht liegt das an Lappen wie mir, welche der Band wider besseren Wissens viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben. Seid nicht wie ich, hört mehr BRAINSTORM! Mache ich in Zukunft auch.

Veröffentlichungsdatum: 28.09.2018

Spielzeit: 51:38

Line Up:
Andy B. Franck – vocals
Torsten Ihlenfeld – guitars
Milan Loncaric – guitars
Antonio Ieva – bass
Dieter Bernert – drums

Produziert von: Seeb Levermann @ Greenman Studios

Label: AFM Records

Bandhomepage: http://www.brainstorm-web.net
Facebook: https://www.facebook.com/officialbrainstorm

Tracklist:
01. Devil’s Eye
02. Revealing the Darkness (Lyric-Video bei YouTube)
03. Ravenous Minds (Videoclip bei YouTube)
04. The Pyre (Audio bei YouTube)
05. Jeanne Boulet (1764)
06. Divine Inner Ghost
07. When Pain Becomes Real
08. The Four Blessings
09. Haunting Voices
10. The Path