BRAINSTORM: Metus Mortis

BRAINSTORM: Metus Mortis

Nach der schon vielversprechenden Pre-Listening-Session im Juni dieses Jahres im House Of Music-Studio (siehe Studioreport), ereilte mich die Promo-CD des aktuellen Werkes „Metus Mortis“. „Metus Mortis“ (zu deutsch: Todesfurcht) ist das nun schon vierte Studioalbum von BRAINSTORM und gleichzeitig der zweite Output mit Andy B. Franck hinter dem Mikro.

Eines schon vorneweg: „Metus Mortis“ ist stärker als der Vorgänger „Ambiguity“ ausgefallen. Sowohl die Instrumentalisten, als auch Sänger Andy haben sich selbst übertroffen. Die 12 Tracks (inkl. Intro) sind allesamt abwechslungsreicher, aber wiederum eingängiger und zeigen deutlich, dass BRAINSTORM endlich ihren passenden Stil gefunden haben.

Nach dem kurzen, aber interessanten Intro, welches gleichzeitig der Titeltrack „Metus Mortis“ ist, geht das Quintett flüssig über in den Uptempo-Song „Blind Suffering“. Treibend und doublebasslastig in PRIMAL FEAR-Manier. Für mich jedoch einer der schwächeren Stücke des Albums.

Das folgende „Shadowland“ hingegen beginnt für BRAINSTORM-Verhältnisse sehr thrashig und geht in Stakkato-Riffing des Gitarrenduos Ihlenfeld/Loncaric über. Sehr gut gefällt mir das akzentuierte Drumming von Dieter Bernert. Das Highlight ist der, mit rasenden Bassdrums untermalte, eingängige Refrain.

Einer der herausragenden Tracks von „Metus Mortis“ ist „Checkmate In Red“. Im Midtempo gehalten mit orientalem Touch, erinnert „Checkmate In Red“ teilweise an das grandiose „Maharaja Palace“ vom Vorgänger „Ambiguity“. Viele schöne Melodien und ein gelungener mehrstimmiger Refrain prägen den Song.

Mit Streichereinsatz erwartet uns bei „Hollow Hideaway“ ein weiterer Midtempokracher. Der Chorus ist zwar gelungen, jedoch klingt er mir zu typisch „deutsch“. Ein weiteres Highlight mit genialen Vocalarrangements ist „Weakness Sows Ist Seeds“. Der Track weist einen leicht melancholischen Charakter auf und vermittelt zumindest für meine Wenigkeit eine Gänsehautatmosphäre. Vor allem durch die gesprochenen, düsteren Textpassagen. Cool!

„Into The Never“ geht wieder gut ab. Ein fetter, drückender „Prügelsong“ mit leicht rauen Vocals, welche Andy B. Franck sehr gut zu Gesicht stehen. Wird bestimmt ein Livekracher. Durch ein Gitarrenlead eingeleitet, variiert „Under Lights“ zwischen Akkustikteilen, getragenen Gesangsparts und stampfenden Midtempoattitüden. Erneut ein gekonnter, eingängiger Refrain. Ein bewährter BRAINSTORM-Kracher erwartet uns bei „Cycles“. Eher untypisch ist die zum Ohrwurmrefrain hinleitende Bridge.

„Behind“ ist aggressiv, fies und rhythmusbetont. Der mehrstimmige Chorus erneut sehr melodisch und gut. Zunächst sperrig wirkt „Meet Me In The Dark“ und kann die Klasse der anderen Songs nicht ganz erreichen. Zum Abschluß servieren uns die Schwaben mit „Strength Of Will“ einen guten, treibenden Rausschmeißertrack, der nochmals die ganze Klasse der Band zeigt.

Freunde anspruchsvollen Power Metals sollten sich unbedingt „Metus Mortis“ zulegen. Denn BRAINSTORM sind besser als je zuvor und haben sich auf allen Positionen gesteigert. „Goldkelchen“ Andy zeigt, dass er mittlerweile fast keinen Vergleich mit einem anderen Sänger Europas scheuen muss. Die Rhythmusfraktion wirkt variabler und zeigt so manche Überraschung. Das Gitarrenduo schüttelt sich ein cooles Riff nach dem anderen aus dem Ärmel.

Mit „Metus Mortis“ ordnet sich die sympathische Band locker auf den oberen Treppchen der europäischen Power Metal-Liga ein. Kaufen!

Spielzeit: 50:15 Min.

Line-Up:
Andy B. Franck – vocals

Torsten Ihlenfeld – guitars

Milan Loncaric – guitars

Andreas Mailänder – bass

Dieter Bernert – drums

Produziert von Achim Köhler
Label: Metal Blade

Homepage: http://truemetal.org/brainstorm

Tracklist:
Metus Mortis

Blind Suffering

Shadowland

Checkmate In Red

Hollow Hideaway

Weakness Sows Its Seed

Into The Never

Under Lights

Cycles

Behind

Meet Me In The Dark

Strength Of Will