BONAFIDE: Flames

BONAFIDE: Flames

BONAFIDE hatte ich nicht wirklich auf dem Schirm, kann mich aber gut an eine unterhaltsame Show als Opener für die Metal-Miezen von CRUCIFIED BARBARA Ende 2009 erinnern. Seither ist nur noch Bandgründer Pontus Snibb dabei, die neuen Kollegen mischen seit vier bis sieben Jahren mit. Nun ja, wir sind immer noch in Schweden, da gibt es ja gefühlt an jeder Straßenkreuzung einen unausgelasteten Retro/Classic Rock-Musiker. Nun also das neue Album „Flames“, für mich das erste, für die Jungs aus Malmö bereits sechste Album.

Und ja, wir sind halt in Schweden, die Jungs wissen durchaus, wie´s geht. Große AC/DC-Fans sind sie, das wird schnell klar. Der Sound der ersten Scheiben aus Bon Scott-Zeiten zieht sich durch viele der Songs, sei es beim knackigen Opener, überdeutlich bei  „Bottle Of Jack“ oder einfach überall. Ein kleiner Hauch Southern Rock hier, Boogie-Rock da, wären BONAFIDE aus Australien oder auch Spanien, hätte das nicht überrascht. Alles recht rotzig, der Sound furztrocken ohne Effektorgien, eine klare Gitarre zu hören ist heute ja fast unnormal. Die Single „Smoke And Fire“ bringt den Bandsound gut auf den Punkt, Southern Rock-Vibes, catchy Melodie, AC/DC-Anleihen, dazu ein Solo, das klingt wie ACE FREHLEY auf dem Southern-Trip. „Power Down“ ist ein stimmiger Mix aus mittleren AEROSMITH mit Vocals, die nun stark nach KISS-Sternchen Paul Stanley klingen. Catchy mit gutem Hair Rock-Touch „Written In Stone“, da darf man auch mal an FREE oder BAD COMPANY denken. Gas geben können sie auch, entspannt ebenso für das Sommer-Open Air. Einzig das bluesige „Under Your Spell“ zeigt Schwächen. Nicht weil der Song mit souligen Backings, reichlich BAD COMPANY-Touch und Vocals, die hier an den jungen BOB SEGER erinnern, nicht gefällt. Nur zieht er sich arg in die Länge, das ist einfach zu viel. Ansonsten macht „Flames“ richtig Spaß und tritt ordentlich Popo. Dass die Band in ihrer 10-jährigen Geschichte sehr viel live unterwegs war, das hört man auch hier auf dem Album.

Alles ist vertraut und bekannt, in diesem Genre eh üblich und eher unvermeidbar. Wer sich nicht satthören kann am Retro/Classic-Rock und sich grob gesagt zwischen ganz frühen AC/DC und BAD COMPANY zuhause fühlt, der kann bei BONAFIDE´s „Flames“ bedenkenlos zugreifen. Wirklich herausragen aus dem entsprechenden Pool ähnlicher Bands können sie allerdings nicht.

Veröffentlicht: 24.02.2017
Spielzeit: 41:46

Lineup:
Pontus Snibb – Vocals, Guitar
Anders Rosell – Guitar
Martin Ekelund – Bass
Niklas Matsson – Drums

Label: Off Yer Rocka Recordings

Homepage: http://www.bonafiderocks.se

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/Bonafiderocks

Tracklist:
1. Back In The Flames
2. Smoke & Fire
3. Power Down
4. Bottle Of Jack
5. Written In Stone
6. Like It Now
7. Keep a Safe Distance
8. Gotta Go
9. Flipside Groovin
10. Under Your Spell

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Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!