BLOODY MARY: Bloody Mary [Eigenproduktion]

BLOODY MARY: Bloody Mary [Eigenproduktion]

Ich gebe zu, es hat lange gedauert, bis ich mich endlich dazu aufraffen konnte, diese CD zu besprechen. Das allerdings macht nichts, wenn man einmal davon ausgeht, daß der künstlerische Wert dieser selbst produzierten Demo-CD gen null tendiert. Ich hatte zunächst Hoffnungen gehegt, daß eine Band, die sich einen Namen wie „Bloody Mary“ gibt, Humor besitze und dementsprechend ironisch mit der Stilrichtung, die sie sich gewählt hat, nämlich Gothic Rock, umgehe. Daraus jedoch wurde nichts, denn BLOODY MARY ist jede Ironie fremd: von der Aufmachung über das Bandfoto bis hin zu den Texten und der Musik besteht dieses Demo aus allem, was man an Gothic nicht mag: schlechte Schminke, völlige Energielosigkeit, Klischees, sprich: der typische pseudo-melancholische Kitsch, der die achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts so unerträglich macht, retrospektiv gesehen. Einen „eigenen Stil“ jedenfalls, den das Info mir weismachen will, kann ich hier beim besten Willen nicht entdecken, und originelle Songs sucht man ebenfalls vergeblich; wobei „Originalität“ ja nicht unbedingt das Nonplusultra ist – aber nicht mal unoriginell können BLOODY MARY gute Songs schreiben. Und so quält man sich durch sechs Lieder, die die Welt nicht braucht, aber vielleicht einen Sänger, der nicht so penetrant neben der Spur singt. Bis dahin besteht ja noch Hoffnung.

VÖ: Januar 2003

Spielzeit: 21:59 Min.

Line-Up:
Aldebran – vocals

Simone Montagnani – guitar

Alessandro Stranieri – guitar

Marco Russo – bass

Giorgio Costa – drums

Homepage: http://www.bloody.it

Email: bloodymary@mail.com

Tracklist:
1. The 2nd Chance

2. Little Sister

3. Drops

4. The Dreamer

5. Cease To Burn

6. Face To Face

Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.