BLEEDING THROUGH: Declaration

BLEEDING THROUGH: Declaration

Ein Album von BLEEDING THROUGH ist für mich immer ein schwieriges Unterfangen. Technisch sicherlich immer auf der Höhe, auch mit guten Songs ausgestattet und mit viel Energie, beziehungsweise Wut gesegnet und einer sehr metallischen Herangehensweise heben sie sich wohltuend vom Metalcore der Gegenwart ab, dennoch ist alles irgendwie blutleer, ohne Intensität und Seele. Auf ihrem fünften Album Declaration machen sie da keine Ausnahme, auch wenn die Zeichen erneut auf Sturm stehen und eine Steigerung zum eigentlich nicht schlechten The Truth zu verzeichnet ist.

Das liegt einerseits daran, dass die Band deutlich mehr in Richtung des extremen Metal geht, will heißen, dass einerseits DIMMU BORGIR und andererseits immer noch AT THE GATES nachgeeifert wird, die Hardcore-Wurzeln der Band geraten dabei zunehmend in den Hintergrund, manifestieren sich wenn dann in vereinzelten, unnötigen Breakdowns und in manchen Grooves und Mosh-Parts. Dennoch ist die ersten Hälfte von Declaration mit dem Titeltrack, Orange County Blond and Blue, sowie There Was a Flood alles andere als schlecht. Gute Riffs, treibendes Drumming, energisches Gebrüll und schlau eingesetzte, niemals nervende, opulente Keyboards pflastern den Weg durch die ersten Songs. Doch mit der Zeit fragt sich der sichtlich abgelenkte, nicht mehr so ganz aufnahmefähige Konsument: Wer spielt da eigentlich?

Genau das ist das Fatale an Declaration: Der Band geht die Puste aus und versinkt mit Songs wie French Inqusition, Reborn from Isolation und Beneath the Grey und Seller´s Market im absoluten Mittelmaß und kann nicht mehr viel reißen. Wenigstens stehen geschickt die beiden Nummern Death Anxiety und Sister Charlatan dazwischen, die mit etwas mehr Dynamik, ordentlichen Refrains und Dramatik aufwarten können, sowie richtig guten Cleangesang parat haben. Hätten BLEEDING THROUGH nur mehr solche Nummern parat, dann würde ihnen auch mal ein durchgehend starkes Album gelingen. Bei diesen Stücken merkt man auch, dass Produzent Devin Townsend doch ein Wörtchen mitzureden hatte und der Band sauber in den Arsch getreten hat.

Generell ist die Produktion das lebendigste an Declaration, denn die Gitarren sägen enorm und haben einen teils sehr schönen Chaosfaktor inne, allerdings ist das Drumming zu klinisch, das steht in ziemlich krassem Gegensatz zu den restlichen Instrumenten, weshalb sich kein richtig homogenes Gesamtbild ergeben will. Seien wir gerecht, BLEEDING THROUGH haben hiermit ein solides, bisweilen sehr gutes aber auch sehr durchschnittliches Album parat. Wer DIMMU BORGIR schon immer mal auf Metalcore hören wollte, ist zwar mit Earth.Revolt von DEADLOCK besser bedient, aber wirklich schlecht ist was anderes. Richtig großartiges aus diesem Genre gibt es dieser Tage allerdings nur von UNDEROATH zu hören.

Veröffentlichungstermin: 26. September 2008

Spielzeit: 46:09 Min.

Line-Up:
Brendan Schieppati – Vocals
Jona Weinhofen – Guitar
Brian Leppke – Guitar
Ryan Wombacher – Bass, Vocals
Derek Youngsma – Drums
Marta Peterson – Keyboards

Produziert von Devin Townsend
Label: Nuclear Blast Records

Homepage: http://www.bleedingthrough.com

MySpace: http://www.myspace.com/bleedingthrough

Tracklist:
1. Finnis Fatalis Spei
2. Declaration (You Can`t Destroy What You Can Not Replace)
3. Orange County Blond and Blue
4. Germany
5. There Was a Flood
6. French Inquisition
7. Reborn from Isolation
8. Death Anxiety
9. The Loving Memory of England
10. Beneath the Grey
11. Seller`s Market
12. Sister Charlatan