BLACK LABEL SOCIETY: Grimmest Hits

BLACK LABEL SOCIETY: Grimmest Hits

Eine Weile hatte man ja das Gefühl, BLACK LABEL SOCIETY ist irgendwie zur Nebensache geworden und wird halt reaktiviert, wenn für Saitenquäler ZAKK WYLDE bei OZZY mal nichts läuft. Mit den letzten beiden Alben „Order Of The Black“ und vor allem „Catacombs of the Black Vatican“ vor knapp vier Jahren hat WYLDE jedoch deutlich gezeigt, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Mit „Grimmest Hits“ legt er nun sein zehntes Studioalbum nach. Das bietet natürlich typischen BLACK LABEL SOCIETY-Sound, wirkt aber nicht so energisch, dafür weitaus cooler als die Vorgänger. Hier gibt es reichlich gute Laune auf die Ohren.

So brummelt der Opener erst in typischer OZZY-Manier mit pumpendem Bass los, um dann wie ein wütender Grizzly um sich zu hauen. Diese trockenen, fetten Riffs sind die Seite, die ZAKK WYLDE einfach auch optisch perfekt wiedergibt. Knochentrocken voll auf die Nuss, kraftvoll, mit fettem Groove und im rechten Moment doch eine einschmeichelnde Melodie. „The Betrayal“, wie eine wütende Kneipenprügelei, ebenso die Single „Room Of Nightmares“ mit lustigem Video. Kurz und knackig voll auf die 12!

Grimmig? Gut gelaunt gibt es voll auf die Nuss

Dagegen gibt es auch Songs wie „Seasons Of Falter“, die etwas nichtssagend an einem vorbei rollen. Auch das bluesige „All That Once Shined“ wirkt etwas unbedeutend, legt dann aber einen klassischen BLACK SABBATH-Part hin, wie man ihn so von BLACK LABEL SOCIETY auch nicht oft hört. Man sieht OZZY geradezu über die Bühne watscheln und neben dem Takt klatschen. Hier und da hat man wirklich den Eindruck, Herr Wylde möchte deutlich darauf hinweisen, dass mit ihm zu rechnen ist, wenn nun BLACK SABBATH und OZZY in Rente sind. Hey ich bin auch noch da! Biedert er sich diesen Fans an? Keine Ahnung, wenn dann durchaus eindrucksvoll! Was sonst soll man zu einem „A Love Unreal“ sagen, dass jedoch mehr nach HEAVEN AND HELL mit einer Southern-Bridge klingt. Dazu ein Abgehpart, der sowohl auf dem letzten BLACK SABBATH-Album „13“ wie auch auf deren Gottesgleichen Debüt hätte stehen können. Für mich klar ein Highlight!

ZAKK WYLDE zeigt den BLACK SABBATH- und OZZY-Fans, dass mit ihm zu rechnen ist!

„Disbelief“, passiert auch nicht viel. Ein doomiger Groove wie aus dem Sumpf der Maryland-Szene, Melodien aus dem Southern-Rock. Wer diesen Song mag sollte definitiv mal die Kumpels von MAGMA RISE anchecken! Wo hier doch gepflegtes Doom-Dancing angesagt ist, bricht man sich beim wütenden „Illusions Of Peace“ schnell die Beine bei dem zappeligen Groove. Weitaus entspannter aber immer knackig „Bury Your Sorrow“, wieder ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung BLACK SABBATH-Fans und auch wieder für die Maryland-Doom-Freaks.

Kuschelig kann er immer noch

Aber da ist sie ja noch, diese andere Seite dieses mächtigen Kerls. Die zarte, besinnliche, verträumte, die man diesem Bären auf den ersten Blick nicht zutraut. Gerade wenn man mal erlebt hat wie er ist wenn er richtig stinkig ist. Wenn ZAKK WYLDE seine Southern-Tunes auspackt gewinnt er bei mir sofort. Beim schönen „The Only Words“ driftet man sofort weit weg. Was für ein schönes, zartes Solo, wo der Mann doch sonst in jedem Lied ein echtes Feuerwerk abliefert mit seinen Leads. Auch das schunkelige „The Day That Heaven Had Gone Away“ nimmt einen sofort gefangen. Man denkt dann doch schnell an das tolle „Book Of Shadows“-Album oder die ruhigeren PRIDE AND GLORY. Das rundet der Rausschmeißer „Nothing Left To Say“ passend ab.

Fett aber nicht aggressiv, selbst die Powersongs verbreiten einfach nur gute Laune.

Nimmt man die letzten beiden Alben vorweg fehlt hier etwas die Power und vielleicht auch die Wut. Dagegen wirkt „Grimmest Hits“ deutlich entspannter, die Grooves hauen voll rein, die Energie des Albums kommt relaxter und bringt eine ganz andere Wirkung. Die mir sogar besser gefällt als das gezielte Draufhauen des Vorgängers. Der Sound kommt fett aber nicht aggressiv, selbst die Powersongs verbreiten einfach nur gute Laune. Die angekündigten Hits findet man hier eher nicht, dafür ein absolut rundes und stimmiges Album. Wer BLACK LABEL SOCIETY und die anderen ZAKK WYLDE-Sachen mag und/oder BLACK SABBATH und OZZY vermissen wird, der braucht „Grimmest Hits“! Und es ist wohl Pflichtprogramm, die Jungs auf der Tour zu besuchen.

Tourdaten bei vampster: BLACK LABEL SOCIETY

BLACK LABEL SOCIETY: Video zu „Room Of Nightmares“ bei youtube

BLACK LABEL SOCIETY: Video zu „All That Once Shined “ bei youtube

Veröffentlicht: 19.01.2018

Spielzeit: 55:41 Min.

Lineup:
Zakk Wylde – Vocals, Guitar
John DeServio – Bass
Dario Lorina – Guitar
Jeff Fabb – Drums

Label: Spinefarm Records / Caroline

Website: http://blacklabelsociety.net

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/blacklabelsociety

Die Tracklist von „Grimmest Hits“:

1. Trampled Down Below
2. Seasons Of Falter
3. The Betrayal
4. All That Once Shined
5. The Only Words
6. Room Of Nightmares
7. A Love Unreal
8. Disbelief
9. The Day That Heaven Had Gone Away
10. Illusions Of Peace
11. Bury Your Sorrow
12. Nothing Left To Say

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!