BEHEMOTH: I loved you at your darkest

BEHEMOTH: I loved you at your darkest

BEHEMOTH scheinen wie MARDUK einen Narren an diesem neutestamentarischen Römerbrief (wir erinnern uns an das „ROM 5:12“-Werk der Schweden) gefressen zu haben.

Somit ist „I loved you at your darkest“ eben aus diesem Paulus-Schreiben und relativ frei übersetzt, so oder so dürfte klar sein, dass BEHEMOTH auf diesem Album keine Liebe verteilen, sondern mit einem weniger plakativen Titel den gleichen Ideen huldigen wie auf „The Satanist“.

„The Satanist“ 2.0?

„I loved you at your darkest“ positioniert sich dann auch als sanfte Weiterführung von „The Satanist“. Will heissen, dass BEHEMOTH sich noch immer im gleichen kreativen Feld aufhalten wie auf dem Vorgängeralbum und keine radikalen Neuerungen präsentieren. Die Produktion ist modern und hat Druck (ja, ich vermisse die rohen Zeiten von „Sventevith (Storming near the Baltic)“) und positiv fällt auf, dass dem Bass nicht nur im starken Song „Ecclesia Diabolica Catholica“ genügend Raum eingeräumt wurde, um stilvollen Basslines nachzugehen. Die Gitarren können teilweise gar als rockig klassifiziert werden, während in „If Crucifixtion was not enough“ die Solo-Arbeit sogar an NECROPHOBIC erinnert.

Musikalisch ohne Provokation

Während der antichristliche Kinderchor in Polen für rote Kopfe sorgen dürfte, wirkt „I loved you at your darkest“ wenig provokant für aufgeklärte Geister – weder textlich noch musikalisch. „DOG = GOD“ dürfte jede mal in ihrem Schulheft als provokantes Axiom hingekritzelt haben und musikalisch agieren BEHEMOTH so kompetent und melodiös, dass sich das Provokationsniveau im Niedergarmodus befindet. Ganz so gefährlich an der Pop-Grenze wie DIMMU BORGIR auf „Eonian“ sind BEHEMOTH indes selbst mit langsameren Songs wie „Bartzabel“ nicht, wenngleich 2018 beide Bands in derselben Opulenzliga spielen.

Qualitativ hochstehend ohne Chaos

Radikale Innovation bietet das elfte Album BEHEMOTHs nicht, doch gleichzeitig kann man es ihnen nicht verübeln, dass sie den auf „The Satanist“ eingeschlagenen Bombast-Chor-alles-muss-dabei-sein-Stil noch ein weiteres Mal zum Besten geben wollen und ihre musikalischen Kompetenzen entsprechend ausleben. Am Ende bleibt „I loved you at your darkest“ ein gutes Album, das aber gewissen Black Metallern zu wenig extrem sein dürfte als Soundtrack für die nächste Kreuzigung…

 

Veröffentlichungstermin: 05.10.2018
Spieldauer: 46:32
Label: Mystic Production / Nuclear Blast

Mehr im Netz
http://www.behemoth.pl/

facebook.com/behemoth

Line Up
Nergal – Gitarren, Vocals
Inferno – Drums, Percussion
Orion – Bass, Vocals

BEHEMOTH „I Loved You at Your Darkest“ Tracklist:

1. Solve
2. Wolves ov Siberia (Video bei YouTube)
3. God = Dog (Video bei YouTube)
4. Ecclesia Diabolica Catholica
5. Bartzabel (Video bei YouTube)
6. If Crucifixion Was Not Enough…
7. Angelvs XIII
8. Sabbath Mater
9. Havohej Pantocrator
10. Rom 5:8
11. We Are the Next 1000 Years
12. Coagvla