ATRIARCH: Dead As Truth

atrirach dead as thruth

Diese Frage ist definitiv nicht neu, aber trotzdem: welche Merkmale soll die Metal Musik aufweisen, um möglichst düster zu klingen? Nun ja, auf jeden Fall sollten die Schwermut des Doom Metal, der Nihilismis des Black Metal und die Melancholie des Death Rock dabei sein – und schon wären wir bei ATRIARCH aus Portland, Oregon. Im Jahr 2009 gegründet, spielt die Band genau die oben genannte Mischung aus Doom, Black und Post-Punk, die man eventuell so etwas wie „Bleak Metal“ nennen könnte. Mit „Dead As Truth“ schicken die Jungs den Nachfolger des sowohl von Kritikern als auch von den Fans wärmstens aufgenommenen „An Unending Pathway“ (2014) ins Rennen.

Was beim hören als erstes auffällt ist, dass der Veröffentlichungstermin von Relapse Records ziemlich unglücklich ausgewählt wurde – also echt, wer will schon im Sommer eine derart kalte Scheibe anhören? Eben. Aber Spaß beiseite: Als erstes fällt dem geneigten Zuhörer auf, dass im Verglech zum direkten Vorgänger der Black-Metal-Anteil noch mehr zurückgefahren wurde. Der Stimmung tut dies freilich keinen Abbruch, denn erstens gibt es nach wie vor die schwarzmetallischen Eruptionen, so wie es beispielsweise auf den Tracks „Dead“ oder „Hopeless“ der Fall ist, und zweitens wird dieses Vakuum dann mit KILLING JOKE und SWANS aufgefüllt, die bekanntlich alles andere als Schlagerbands sind. Im Prinzip klingen die ATRIARCH etwas nach den frühen TOMBS noch bevor diese sich komplett dem reinen Post-Black gewidmet haben und folglich alle Post-Punk und Wave Elemente restlos aus ihrer Musik verbannten – bloß mit einem noch höheren Doom-Metal-Gehalt.

Mit „Dead As Truth“ verbreiten ATRIARCH Schwermut und Kälte

Summa summarum gibt es an dieser wirklich feinen Scheibe nichts zu beanstanden. Hier gibt es schlicht keine Ausreißer – weder nach unten noch nach oben – es wird durchgehen Qualität geliefert. Allerdings sollte man im Kopf behalten, dass wenn in Bezug auf ATRIARCH von „Heaviness“ gesprochen wird, sich das nicht auf die Musik selbst bezieht, wo die Band, obgleich schon heavy, den Titanen wie YOB, ELECTRIC WIZARD oder COUGH kaum Wasser reichen kann, sondern wirklich auf die Schwermut und Kälte, die eben von deren Musik ausgehen.

Neben dem Inhalt stimmt auch die Verpackung: Während das Cover liebevoll von Stevie Floyd (DARK CASTLE, YOB) gestaltet wurde, kümmerten sich Greg Wilkinson (GRAVES AT SEA, LYCUS, OM) sowie Brad Boatright (im Moment so ziemlich jede Band) um den Klang – das Ergebnis kann sich sehen bzw. hören lassen. Für alle ATRIARCH Fans ist „Dead As Truth“ ein Muss, für aufgeschlossene Doom Metal und Black Metal Hörer eine uneingeschränkte Empfehlung und alle anderen sollten ruhig mal ein Ohr riskieren.

Veröffentlichungstermin: 11.08.2017

Spielzeit: 32:16 Min.

Line-Up:
Lenny Smith – Vocals
Maxamillion Avila – Drums
Joshua Dark – Guitar
Andy Savage – Bass

Produziert von: Greg Wilkinson und Brad Boatright

Label: Relapse Records

Homepage: atriarch.bandcamp.com
Mehr im Netz: facebook.com/AtriarchOfficial/

ATRIARCH „Daed As Truth“ Tracklist

1. „Inferno“ bei YouTube.
2.Dead
3.Devolver
4.„Void“ bei invisibleoranges.com
5.„Repent“  Video bei YouTube.
6.Hopeles

 

Teilen macht Freude:

BKa