ASSASSIN: The Club

ASSASSIN: The Club

Mit Reunionen ist das ja so eine Sache. Manche sind wirklich überzeugend und zu viele braucht kein Mensch. Auch ASSASSIN, welche in den 80ern zwei sehr gute Thrash Metal-Alben veröffentlicht haben, bringen nach 17 Jahren Ruhepause ein neues Album unters Volk und das kann ich gleich vorwegnehmen, sie liegen irgendwo dazwischen. Man hat es nicht mit einem Meisterwerk zu tun, von einem schlechten Album kann aber auch auf keinen Fall die Rede sein.

Das Line Up ist bis auf einem Wechsel am Bass unverändert. Auch wird die Scheibe derzeit noch nicht über eine Plattenfirma veröffentlicht, sondern ist lediglich über die Homepage, bzw. über Ebay zu beziehen. Dies ist definitiv ein Zeichen, dass diese Reunion ehrlich ist und nicht auf den schnellen Euro geschielt wird.

The Club ist anders als The Upcoming Terror und Interstellar Experience, aber irgendwie klingt das ganze immer noch verdammt stark nach den früheren ASSASSIN. Robert Gonella war und ist kein großer Sänger. Aber seine punkig angehauchte Stimme passt nun mal zu den Songs wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Er besitzt nicht die typische Thrash Metal-Stimme, sondern brüllt mehr seinen Frust aus der Seele und könnte auch bei einer Hardcoreband bestehen. Am besten nachzuhören beim Titeltrack oder bei Psycho Terror.

Am besten gefallen mir ASSASSIN 2005 wenn in ihren Songs gegroovt und mehr Wert auf Melodie gelegt wird. Raging Mob, Not With Us und vor allem The Price Of Power sind richtig kleine Hits, die auch für die nötige Abwechslung sorgen. Zwar überzeugt nicht jeder Track (mit dem chinesisch gesungenen Jintian Shenuno habe ich immer noch so meine Probleme) , aber man hat es auf alle Fälle mit einem Album zu tun, welches seine Daseinsberechtigung hat, wenn auch richtige Alltime-Gassenhauer wie Bullets oder Assassin fehlen. Erfreulicherweise gibt es viele oldschoolige Riffs und Soli der Gitarrenfraktion.

Da es sich bei den Musikern um große Fußballfans von Fortuna Düsseldorf handelt (auch nachzuhören bei den live aufgenommenen Schlachtgesängen aus dem Düsseldorfer Paul-Jahnes Stadion) sind sie mir wegen folgenden Vergleich sicherlich nicht böse: Sollte die Fortuna irgendwann mal wieder erste Liga spielen, ist ja auch nicht gleich der erste Tabellenplatz das Ziel. Einen einstelligen Tabellenplatz erreichen ASSASSIN mit The Club auf alle Fälle und das ist auch allen Ehren wert!

Frage: Braucht die Welt eine ASSASSIN-Reunion? Antwort: Auch wenn The Club nicht ganz an die ersten beiden Werken heranreicht, so sollte der Thrash Metal-Fan der ASSASSIN bisher noch nicht kannte auf alle Fälle die Band mal anchecken. Derjenige, der schon vor 18 Jahren Fan war, dürfte spätestens beim nächsten Konzert mit feuchten Augen Go, Fight, Kill – ASSASSIN oder Junk Food – That´s What We Want brüllen. Ich freu mich drauf!

Veröffentlichungstermin: 18.04.2005

Spielzeit: 54:54 Min.

Line-Up:
Robert Gonella – Vocals

Michael Hoffmann – Guitar

Scholli – Guitar

Ufo Walter – Bass

Frank Nellen – Drums

Produziert von Michael Hoffmann
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.assassin-online.de

Tracklist:
The Club

No Fear

Raging Mob

Bushwackers

Not With Us

Psycho Terror

Go Insane

Real Friends

The Price Of Power

Thunder And Lightning (THIN LIZZY-Cover)

Jintian Shenuno

I Swear

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