ARTILLERY: Legions

ARTILLERY: Legions

Die Karriere von ARTILLERY verlief nicht gerade planmäßig. Gerade mal sechs Alben hat die Band seit Ihrer Gründung veröffentlicht. Seit dem zweiten Comeback in Form des großartigen When Death Comes aus 2009 scheinen die Dänen aber am Ball zu bleiben. Nach der Veröffentlichung des letzten Albums My Blood verließen Schlagzeuger und Gründungsmitglied Carsten Nielsen sowie Sänger Søren Adamsen die Band. Aber die Stützer-Brüder holten sich mit Josua Madsen und Michael Bastholm neue Leute an Bord, welche nun auf Legions erstmalig zu hören sind.

Tribal-Drumming, eine akustische Gitarre und eine Geige eröffnen das siebte Album der Band. Aber ziemlich schnell übernimmt die geballte Riff-Power von Michael und Morten Stützer das Kommando. Und auch der Neuzugang am Mikro lässt nicht lange auf sich warten und zeigt mit einem hohen Schrei erst mal, was Sache ist. Stimmlich liegt er nicht weit von seinem Vorgänger entfernt. Auch er singt mittelhoch und wechselt zwischen Shouts und melodischem Gesang. Experimente wie der verzerrte Gesang in God Feather gefallen mir allerdings nicht wirklich. Der Kerl hat eine gute Stimme und muss sich nicht hinter irgendwelchen Effekten verstecken.

Auch auf Legions überzeugen ARTILLERY mit ihrem brettharten Thrash Metal, der aber niemals die Melodien und den spielerischen Anspruch vernachlässigt. Als Vergleichsband fallen mir als erstes HEATHEN ein, die auf ähnliche Weise spielerische Klasse, Härte, Melodie und erstklassigen Gesang kombinieren. Die Stützer-Brüder hauen ein sägendes Riff nach dem anderen raus, und auch die Soli sind klasse. Auch beim Songwriting gehen ARTILLERY nicht den zu einfachen Weg, gehen es nie zu simpel an. Dabei schaffen die Dänen es trotzdem, zu jedem Zeitpunkt höllisch eingängig zu klingen.

Ein perfektes Beispiel dafür ist der Opener Chill My Bones, eine rasante Thrash-Abfahrt mit klasse Refrain. Einerseits melodisch, andererseits ein echtes Riff-Massaker. Das gilt auch für God Feather, während Legions Of Artillery eher eine Mid Tempo-Hymen ist. Global Flatline ist wohl das abwechslungsreichste Stück und wechselt zwischen langsamen Parts in den Strophen und schnellen Instrumental-Passagen. Mit Enslaved To The Neither haben ARTILLERY sogar eine sehr gelungene Halb-Ballade am Start. Insgesamt ist das Songmaterial auf Legions vielleicht nicht ganz so stark, wie jenes auf When Death Comes, welches für mich immer noch zu den besten Thrash-Alben der späten 00er-Jahre zählt. Das macht Legions allerdings noch lange zu keinem schlechten Album, sondern immer noch zu einem verdammt guten ohne einen einzigen Ausfall. Wer seinen Thrash gerne mit etwas Melodie und trotzdem ordentlich Riff-Power mag, der ist bei ARTILLERY weiterhin genau an der richtigen Adresse.

Veröffentlichungstermin: 22.11.2013

Spielzeit: 54:56 Min.

Line-Up:
Michael Bastholm Dahl – vocals
Michael Stützer – guitars
Morten Stützer – guitars
Peter Thorslund – bass
Josua Madsen – drums

Produziert von Søren Andersen @ Medley Studios
Label: Metalblade

Homepage: http://www.artillery.dk

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/ARTILLERY.DK

Tracklist:
01. Chill My Bones
02. God Feather
03. Legions Of Artillery
04. Wardrum Heartbeat
05. Global Flatline
06. Dies Irae
07. Anno Requiem
08. Enslaved To The Neither
09. Doctor Evil
10. Ethos Of Wrath

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