ALLEGAEON: Elements Of The Infinite

ALLEGAEON: Elements Of The Infinite

Die Ankündigung großer musikalischer Einschnitte ist im Extrembereich meistens mit Vorsicht zu genießen. Auch wenn ALLEGAEON seit dem letzten Werk Formshifter zwei neue Musiker in ihren Reihen begrüßen dürfen, ist die in Vorabstatements angedeutete Revolution letztlich eher mit behutsamem Reformbestreben zu beschreiben. Schlecht ist das allerdings nicht: Der technische Death Metal der US-Amerikaner, der seit jeher mit einer Schippe Groove und eingängigen Melodien angereichert wird, bewegt sich durchaus in eigenen Gefilden und gefällt durch Wiedererkennungswert und Originalität.

Wo am Songgerüst geschraubt wurde, ist schnell zu erkennen. Ergoss sich die Aggressivität von Formshifter in technischen, oftmals knüppelharten Strukturen, öffnet sich Elements Of The Infinite atmosphärischen Elementen, die durch klarere Melodieführung unterstrichen werden. Auch der neue Drummer Brandon Parks bringt sich facettenreich in das Klanggefüge ein und verzichtet öfter auf knüppelharte Blasts als sein Vorgänger. Ein Verlust an Intensität muss derweil niemand befürchten, schon Threshold Of Perception geht in Mark und Bein und ebnet den Weg für die walzenden Strophen von Tyrants Of The Terrestrial Exodus, bei dem Ezra Haynes sein markantes Organ bestens zur Schau stellen kann. Bis in die Knochen erschütternd und doch verständlich zu growlen ist ein Talent, das im Death Metal bekanntlich die Ausnahme darstellt.

Dyson Sphere und das semi-instrumentale Through Ages Of Ice – Otzi´s Curse bestätigen schließlich den Eindruck, dass die Gitarrenführung diesmal besondere Aufmerksamkeit genießt: Flinke Gitarrenläufe und verspielte Soli sind Rückgrat vieler Songs. Den ALLEGAEON-typischen Groove ergänzen diese Stilmittel somit um eine weitere Facette – stark! Knüppelharte Tech-Death-Passagen finden sich mit Ausnahme von Biomech II auf Elements Of The Infinite kaum, dafür sind die verschiedenen Songs wie aus einem Guss und verschmelzen die differenzierten Songwriting-Elemente mühelos. Dieser Ansatz kulminiert im hervorragenden 1.618, das zwischen Technik, Melodie und Groove am deutlichsten die Trademarks der fünf Jungs zur Schau stellt. Dass abschließend sogar mit einem fast 13-minütigen Songbiest der Ausklang gelingt, ist nur ein weiterer Beleg für die Qualität der Amerikaner. Revolution? Unnötig.

Veröffentlichungstermin: 20.06.2014

Spielzeit: 58:05 Min.

Line-Up:
Ezra Haynes – Vocals
Michael Stancel – Gitarre
Greg Burgess – Gitarre
Corey Archuleta – Bass
Brandon Park – Drums

Produziert von Dave Otero
Label: Metal Blade

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/allegaeon

Tracklist:
01. Threshold of Preception
02. Tyrants of the Terrestrial Exodus
03. Dyson Sphere
04. The Phylogenesis Stretch
05. 1. 618
06. Gravimetric Time Dilation
07. Our Cosmic Casket
08. Biomech II
09. Through Ages Of Ice – Otzi´s Curse
10. Genocide for Praise – Vals For The Vitruvian Man