ACT OF DEFIANCE: Old Scars, New Wounds

ACT OF DEFIANCE: Old Scars, New Wounds

Cool! Chris Broderick hat eine neue Band! Ach… das ist schon das zweite Album? Wie konnte das denn an mir vorbei gehen? Na ja, geschenkt! Als Die Hard JAG PANZER-Fan habe ich natürlich Interesse, wenn deren langjähriger Gitarrengott nach Gastspielen bei NEVERMORE und MEGADETH mit einer neuen Kapelle am Start ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für einen so talentierten Gitarristen wie Broderick unbefriedigend sein muss, auf Dauer die zweite Geige zu spielen, weil man im Schatten eines Platzhirsches wie Jee Loomis oder Dave Mustaine steht. Wobei beide Bands sehr von Broderick profitiert haben – das Gitarrenduo Loomis/Broderick machte den NEVERMORE-Auftritt auf dem ROCK HARD FESTIVAL zu einem absoluten Highlight.

Nach gutem Start verliert sich “Old Scars, New Wounds” im Modern Thrash-Mittelmaß

Aber gut, zurück zu ACT OF DEFIANCE. Im Vergleich zu den vergangenen Bands der Herren Broderick und Drover frönen ACT OF DEFIANCE einem deutlich modernerem Sound. Am ehesten könnte man noch Einflüsse von NEVERMORE ausmachen, ansonsten gibt es größtenteils modernen Thrash Metal zu hören. “M.I.A.” klingt ein wenig nach NEVERMORE meets Modern Thrash und Chris Broderick macht hier gleich zu Anfang an klar, wer der Shred-Meister ist! Mit “Molten Core” folgt ein schneller, thrashiger Song. Unauffällig aber ordentlich.

“Overexposure” hat mit seiner Mischung aus Melodie und Neo Thrash was von Modern Metal-Bands wie TRIVIUM, nur dass TRIVIUM so einen Song einfach eine Klasse besser hinbekommen hätten. Davon abgesehen bleibt “Overexposure” aber eine solide, eingängige Modern Metal-Nummer. Bis hierhin machen ACT OF DEFIANCE einen soliden, wenn auch nicht herausragenden Eindruck. Leider verliert “Old Scars, New Wounds” nach den ersten Song deutlich an Fahrt. Die Stücke Groove-thrashen so vor sich hin ohne wirklich hängen zu bleiben. Teile von “Conspiracy of the Gods” und “Another Killing Spree” lassen nochmal kurz aufhorchen, das war es aber auch.

Mit ACT OF DEFIANCE verkaufen sich zwei talentierte Musiker deutlich unter Wert

Bis auf Brodericks Soli, die natürlich spielerisch top sind, tut sich keiner der Beteiligten durch Glanzleistungen hervor. Gerade von Shan Drovers Drumming hatte ich  doch etwas mehr erwartet. Henry Derek ist als Shouter OK,  aber letztendlich auch völlig austauschbar, sowohl was seine Shouts als auch den klaren Gesang angeht. Und außerhalb der Soli wirkt auch Broderick eher uninspiriert und haut größtenteils generische Modern Metal-Riffs raus.

Das, was ACT OF DEFIANCE hier abliefern ist für eine Band mit zwei so versierten und erfahrenen Musikern wie Drover und BRoderick einfach viel zu wenig. Leute, ihr habt beide bei großartigen Power Metal-Bands gespielt und wart zusammen bei MEGADETH… Sorry, aber ein Album wie “Old Scars, New Wounds” braucht echt kein Mensch. Es gibt genug moderne Metal-Bands, die qualitativ auf einem ganz anderen Level unterwegs sind. Schade um das verschwendete Potential.

VÖ: 29.09.2017

Spielzeit: 49:03

Line Up:
Henry Derek – vocals
Chris Broderick – guitars
Matt Bachand – bass
Shawn Drover – drums

 

Label: Metalblade Records

Mehr im Netz: facebook.com/actofdefiancemusic

ACT OF DEFIANCE: Old Scars, New Wounds Tracklist

01. „M.I.A.“ bei YouTube
02. Molten Core
03. „Overexposure“ bei YouTube
04. The Talisman
05. Lullaby of Vengeance
06. Circle of Ashes
07. Reborn
08. Conspiracy of the Gods
09. Another Killing Spree
10. Broken Dialect
11. Rise of Rebellion

 

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