ACCEPT: Stalingrad

ACCEPT: Stalingrad

Es soll ja Leute gegeben haben, die der Meinung waren, dass ACCEPT ohne U.D.O. nicht funktionieren würden. Ein Großteil dieser Leute dürfte nach Blood Of The Nations und vor allem den überragenden Live-Auftritten der Band mit ihrem neuen Frontmann Mark Tornillo reumütig um Vergebung gewinselt haben. Und mit Stalingrad ziehen ACCEPT aus, um zu zeigen, dass Blood Of The Nations keine Eintagsfliege war. Auf dem zweiten Album mit Mark Tornillo haben ACCEPT erneut alles richtig gemacht und präsentieren sämtliche Trademarks, die man als Fan der Band kennen und lieben gelernt hat. Mark Tornillo zeigt sich stimmlich erneut in absoluter Topform, klingt deutlich variabler als sein Vorgänger es je war und mit seinen Reibeisen-Vocals auch besser als U.D.O. in seiner jetzigen Form. Das muss einfach mal gesagt werden.

Dazu kommt das überragende Gitarrenspiel von Wolf Hoffmann, die stets durchdachten, häufig klassisch beeinflussten Soli und eine gute Portion echter Rock´n´Roll – der Mann macht den Unterschied zwischen einem guten Metal-Album und einem überragenden. Los geht es mit Hung Drawn And Quartered, einem coolen Up-Tempo-Kracher. Kurzes Intro-Lead, dann geht’s los mit markerschütternden Hö-Hö-Hö-Screams und einem fantastischen, abwechslungsreichen Solo-Part in der Mitte. Mit dem Titeltrack folgt eine mächtige, stampfende Hymne. Das sehr rifflastige Hellfire hat einen deutlichen US Metal-Einschlag und erinnert mich ein bisschen an METAL CHURCH.

Die Mischung macht es, und hier haben ACCEPT für eine ausgewogene Songauswahl gesorgt. Mit Flash To Bang Time ist eine weitere Speed-Nummer am Start, Shadow Soldiers ist eine Pathos-Hymne mit leicht melancholischen Leads von Wolf Hoffmann. Mit Twist Of Fate haben ACCEPT auch eine dezent bluesige Ballade am Start, während der Riff-Rocker Revolution und  auch The Quick And The Dead die Band wieder von der flotteren Seite zeigen. Der siebeneinhalb Minuten lange Rausschmeisser The Galley beginnt schleppend, später ziehen sich ein paar dezent orientalisch angehauchte Leads durch den düsteren Songs. Selbst die Produktion des von mir ansonsten eher kritisch beäugten Andy Sneap passt perfekt. Nein, Blood Of The Nations war keine Eintagsfliege, ACCEPT bleiben am Ball und liefern mit Stalingrad ein weiteres, konkurrenzlos starkes Album ab.

Veröffentlichungstermin: 06.04.2012

Spielzeit: 51:39 Min.

Line-Up:
Mark Tornillo – Gesang
Wolf Hoffmann – Gitarre
Herman Frank – Gitarre
Peter Baltes – Bass
Stefan Schwarzmann – Schlagzeug

Produziert von Andy Sneap
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.acceptworldwide.com

Tracklist:
01. Hung Drawn And Quartered
02. Stalingrad
03. Hellfire
04. Flash To Bang Time
05. Shadow Soldiers
06. Revolution
07. Against The World
08. Twist Of Fate
09. The Quick And The Dead
10. The Galley

Teilen macht Freude: