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GHOULTOWN: Give ´em more Rope [Import]

CD-Review vom 08.07.2002   drucken senden



Yeah, High Noon in GHOULTOWN ist wieder einmal angesagt!

Diese Band ist echt mal aktiv - nach zahlreichen Liveshows in der Heimat, der Veröffentlichung eines eigenen Comics und der Mitwirkung bei diversen Filmprojekten sind die Texaner schon wieder mit ihrer zweiten Full-Length-Scheibe da!
Und Hölle, "Give ´em more rope" ist wieder verdammt breitbeinig geworden. Breitbeinig und absolut ghoul.
Dabei hat die Band noch mal ordentlich an ihrem Sound gefeilt, wobei es mir allerdings alles andere als leicht fällt, die offensichtlich vorhandenen Unterschiede zum Debüt darzustellen. "Von allem mehr" wäre vielleicht die kürzeste und beste Umschreibung, wobei einem die Veränderungen immer weniger bewusst werden, je länger man "Give ´em more Rope" kennt. Und am eigentlichen Konzept haben GHOULTOWN auch gar keine Änderungen vorgenommen - was aber auch verdammt gut so ist.
Es fällt also leicht, sich in die düstere Westernatmosphäre fallen zu lassen und kaum liegt die CD im Player stellt man erstaunliche Veränderungen in der Wahrnehmung und dem eignen Verhalten fest. Wenn es draußen dann noch so richtig schwülheiß ist, dann ist die richtige Zeit für GHOULTOWN gekommen: die Bewegungen werden langsamer, der Blick verkniffener, die Kehle staubtrocken und der Wunsch nach einem kühlen Bier stärker. Jeder Fremde stellt eine permanente Bedrohung dar, man beäugt ihn argwöhnisch und das letzte was man tun würde, wäre demjenigen den Rücken zuzukehren. Und es ist einfach cool, sich diesem Gefühl hinzugeben.
Yep, GHOULTOWN machen ihre Sache definitiv gut und wer einmal dem eigenwilligen Sound dieser Band verfallen ist, den lässt er auch nicht mehr so schnell los.
Und dabei haben GHOULTOWN noch mehr Wert auf diesen staubigen Westerngitarrensound gelegt, wie man ihn von alten Spaghettiwestern her kennt, haben das musikalische Spektrum noch einmal erweitert und dem ganzen auch noch eine druckvollere Produktion verpasst.
Den Ausstieg von Bassistin Queeno de Vamps ist zumindest musikalisch verkraftbar (rein visuell trauere ich ihr immer noch nach), J. Luis verleiht dem ganzen mit seinem Trompetenspiel erneut ein ganz eigenes Flair und Schlagzeuger Xray Charles erweist sich mehr als auf dem Debüt als wichtiger Bestandteil dieser Band, der dem ganzen noch mal einen ordentlichen Kick verpasst.

Doch letzten Endes ist GHOULTOWN erst so richtig geil, wenn man alle Elemente zusammen wirken sieht - die Optik, die Musik und die Lyrics. Und so findet man auf "Give ´em more Rope" wieder einmal eine Sammlung an echten Krachern, bei denen es schwer fällt, sich auf einzelne Favourites festzulegen. "(You´re a) Wicked Man (but I´m the Devil´s Son) glänzt durch seine trockenen Duell-Lyrics, "Hang me High" durch seinen düsteren Hymnencharakter, "Wait Unti Dark" könnte die GHOULTOWNsche Umsetzung eines alten MISFITS-Gassenhauers sein und mit "Man with no Name" zollen die Texaner dem alten Meister Johnny Cash Tribut. Persönliches Highlight ist für mich jedoch das treibend-schleppende "Carry the Coffin" mit seinem genialen Gitarrenriff.

Es fällt mir sichtlich schwer, "Give ´em more Rope" so zu beschreiben, dass das Review der Musik dieser Band wirklich gerecht wird. Denn zu eigenwillig ist die Ausstrahlung GHOULTOWNs, als dass man sie in ein paar Worte fassen könnte. Eins kann ich aber auf jeden Fall sagen: "Give ´em more Rope" steht dem Vorgänger Tales from the Dead West in nichts nach und ist es auf jeden Fall wert, ein breiteres Publikum zu erreichen.
Derzeit ist das Album zwar nur über den Importweg zu bekommen, der Versand über den Shop der offiziellen GHOULTOWN-Homepage läuft jedoch problemlos und zuverlässig, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Fierce


Veröffentlichungstermin: Mai 2002

Spielzeit: 52:04 Min.

Line-Up:
Count Lyle - Vocals/Guitar
Jake Middlefinger - Guitar
Lizard Lazario - Acoustic Guitar/Vocals
J. Luis - Trumpets
Xray Charles - Drums
Santi - Bass

Produziert von Ghoultown und Dmitri Thomann
Label: Angry Plante Records

Hompage: http://www.ghoultown.com


Tracklist:
1. Intro
2. Fistful of Demons
3. Dia de los Muertos
4. Return of the living Dead
5. Wicked Man
6. Dirty Sanchez
7. Hang me High
8. Smoke Break
9. Wait until Dark
10. Man with no Name
11. Bloodshot
12. Draggin´ Your Bones
13. Whipping Post
14. Bandito Sunrise
15. Carry the Coffin
16. To the Gallows



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