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AS MEMORY DIES: Transmutate

CD-Review vom 22.03.2010   drucken senden

cdreview - AS MEMORY DIES: TransmutateWillkommen in den Neunzigern! Lasst euch nicht von dem modernen Artwork aus den Händen Niklas Sundins (DARK TRANQUILLITY) täuschen. "Transmutate" ist im Inneren so retro wie "Super Mario Land" für den gute alten Game Boy. Okay, überlange Stücke zwischen acht und neun Minuten sowie der sporadisch auftretende Klargesang in "Eyeway To Identity" und "The Tragical History Of Doctor Faustus - Act I" mögen nicht zu den damaligen Genrekonventionen gezählt haben, aber davon abgesehen fühlt sich das Debütalbum von AS MEMORY DIES an wie ein Vertreter der klassischen Melodic Death Metal-Alben Mitte der Neunziger.

Doch "Transmutate" fühlt sich nicht nur so an, es klingt auch so. Das geht bei den simplen, aber effektiven Göteborg-Riffs los, setzt sich bei den Vocals von Sänger Fabio Caruso, der stark an den frühen Anders Fridén (IN FLAMES) erinnert, fort und erstreckt sich bis in die Produktion, welche die letzten 15 Jahre offenbar in einem Zeitvakuum verbracht hat. Das Resultat mag deshalb nicht so druckvoll sein wie es heutige Standards vorschreiben, verschafft dafür jedoch ein wohliges Gefühl der Nostalgie. Dazu muss man übrigens nicht einmal die Anfänge des Melodeath selbst miterlebt haben - eine Sympathie für die frühen, ehrlichen Werke der Göteborger-Szene reicht da schon aus.

Trotzdem steht und fällt ein Album mit seinem Songmaterial. Und in diesem Fall kann der Retro-Bonus allein manches recycelte Riff und den teils vorhersehbaren Aufbau gewisser Stücke nicht aufwiegen. Ein Grundproblem ist hierbei in der ersten Albumhälfte vor allem die unnötige Überlänge der Songs. Selbst wenn dank eingeschobener akustischer Parts stets ein Mindestmaß an Dynamik vorhanden ist, kommt man wie beim Opener "Eyeway To Infinity" nicht um das Gefühl umhin, dass man alles Nennenswerte auch in ein paar Minuten weniger hätte sagen können. Die ab und zu simpel gestrickten Riffs fallen dank 90er-Charme hingegen nicht unbedingt negativ auf, aufrichtig begeistern werden sie dennoch bestenfalls Genre-Neulinge.

Herzstück von "Transmutate" ist indes "The Tragical History Of Doctor Faustus", die Vertonung der dreizehnten Szene des gleichnamigen Dramas von Christopher Marlowe. Zur besseren Konsumierbarkeit in drei Akte unterteilt, handelt es sich eigentlich um ein zusammenhängendes Stück Musik, das auf eine Gesamtlaufzeit von knapp 22 Minuten kommt und bei dem AS MEMORY DIES noch mal alle Register ziehen. Leise, clean gespielte, Gitarren stehen im Kontrast zu schnellen Melodic Death-Ausbrüchen und erwecken so die zerrissene Gedankenwelt des Faustus in seiner finalen Stunde in einer beeindruckenden Art und Weise zum Leben. Klasse!

"Transmutate" ist beileibe kein perfektes Album. Besonders ausgefallen sind Gitarren- und Schlagzeugspiel selten und gerade in der ersten Hälfte hätten die einzelnen Nummern ruhig etwas gestrafft werden können. Dank dem großartigen Schlussepos sowie dem Gefühl, für 50 Minuten anderthalb Dekaden in der Zeit zurückreisen zu können, kann man dem Debüt von AS MEMORY DIES einen gewissen Charme, den viele aktuelle Veröffentlichungen missen lassen, jedoch nicht absprechen. Sicherlich kann man stattdessen genauso gut gleich zu den Originalen, nämlich IN FLAMES und DARK TRANQUILLITY, greifen. Aber warum nicht mal den Mut zum Retrosound belohnen, wenn doch eine nicht geringe Anzahl an Metalheads sich gerade die goldene Ära des Melodic Death Metals zurückwünscht?

Veröffentlichungstermin: 02.12.2009

Spielzeit: 49:21 Min.

Line-Up:
Fabio Caruso - Vocals
Cristian Barocco - Guitars
Valerio Beninati - Guitars
Diego Polato - Bass
Nicola Constantini - Drums

Produziert von AS MY WORLD BURNS
Label: Metal Revelation

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/asmemorydies

Tracklist:
01. Eyeway To Identity
02. Fifth Day, Leviathan
03. A Season Of Failures
04. Distress In A Velvet Room
05. The Tragical History Of Doctor Faustus - Act I
06. The Tragical History Of Doctor Faustus - Act II
07. The Tragical History Of Doctor Faustus - Act III


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