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HEADHUNTER: Parasite Of Society

CD-Review vom 10.10.2008   drucken senden

cdreview - HEADHUNTER: Parasite Of SocietyHEADHUNTER war nach der zwischenzeitlichen Ausbootung bei DESTRUCTION das zweite metallische Baby von Marcel Schirmer, besser bekannt unter dem Namen Schmier. Damals holte sich der Bass-Hüne den TALON-Gitarristen Uwe Hoffmann (alias Schmuddel) und nach einem kurzen Intermezzo von Alex Holzwarth (SIEGES EVEN) den Schlagzeug-Globetrotter Jörg Michael (war u.a. bei RUNNING WILD, STRATOVARIUS, RAGE, SAXON, AXEL RUDI PELL, MEKONG DELTA und GRAVE DIGGER aktiv) mit ins neu zusammengezimmerte Boot. Das war 1990. Ja, ja, lang, lang ist`s her. Nach 3 Alben, die allesamt gute Kritiken erhielten, hierzulande über den Insiderstatus jedoch nicht hinauskamen, war dann aber auch schon wieder Schluss, da Gitarrist Schmuddel mit einer Erkrankung zu kämpfen hatte und Schmier 1999, wie wir alle wissen, wieder bei DESTRUCTION einstieg.

So viel zur Vorgeschichte. Kommen wir zum Hier und Jetzt. Nach den von vielen schon sehnsüchtig erwarteten Re-Releases der ersten drei Scheiben erscheint nun zur Überraschung vieler nach 14 Jahren das 4. Studioalbum des Power Metal-Trios, und zwar in Originalbesetzung. Aufgrund dessen, dass auch DESTRUCTION erst vor kurzem mit "D.E.V.O.L.U.T.I.O.N" ein neues Scheibchen auf den Markt schickten und die Band zudem dieses Jahr den 25. Geburtstag feiert (Herzlichen Glückwunsch dazu!!!), ist es schon verwunderlich, dass Schmier auch noch für die reunierten HEADHUNTER die nötige Zeit aufbringen konnte. Naja, ohne lang darüber zu spekulieren, er hat es in seinen Terminkalender unterbringen können und herausgekommen ist ein Album, das die 90er Trilogie erfolgreich fortführen kann. Erfolgreich bedeutet hier natürlich nicht in kommerzieller Hinsicht, sondern in spielerischer Hinsicht und mit demselben Witz und Charme, der schon den Vorgängern einen gewissen Kultstatus einbringen konnte. Songs wie der thrashige Titeltrack "Parasite of society", oder das Doublebass-Riffgewitter "Doomsday for the prayer" lassen einfach keine Wünsche offen. Mähnen-schüttel-kompatibel würde der Informatiker das wohl nennen. Aber Schmier und Co. gehen nicht immer Vollgas, so wie DESTRUCTION, sondern grooven mehr. "Silverskull" kommt kraftvoll und heavy daher, "Remission" eher schleppend und düster... auch das funktioniert.

Bringen wir`s auf den Punkt, das ganze Album funktioniert und lässt uns wieder einmal an die glorreichen Achtziger zurückdenken, in der auch der Power Metal seine Hochphase hatte. Stopp, ich werde ja fast schon wieder sentimental. Weiter im Programm... "Read my lips" prescht kompromisslos nach vorne, "Egomaniac" geht ab wie eine (Thrash-)Rakete und "The calling" stampft so unheilbringend wie der T-Rex im Jurassic-Park, als er sich zum ersten mal den beunruhigten Parkbesuchern näherte. Ok, zugegeben, der Song ist etwas schneller als der fresswütige Dino in dieser Szene, aber das Drohende und Gefahrvolle schlummert in beiden. Ähmmm... wo war ich? - Da war ich! "Backs to the wall" groovt einfach nur schön und bei "Payback time" hab` ich mich mal wieder selbst erwischt, wie ich zur Luftgitarre gegriffen habe. Abgerundet wird "Parasite Of Society" schließlich von zwei Coverversionen. Da hätten wir zum einen eine kräftige Variante von SKID ROWs Überhit "18 and life" und zum anderen den JUDAS PRIEST-Klassiker "Rapid fire". Ok, beide sind nicht übermäßig innovativ ausgefallen, was mit Sicherheit erneut das ein oder andere Mal das Prädikat "überflüssig" nach sich ziehen wird. Dem schließe ich mich aber mal wieder nicht an. Ob etwas überflüssig ist, sollte in der Entscheidungsfreiheit der Musiker liegenund wenn sie Bock darauf haben, einen ihrer Faves zu covern, dann sollen sie das tun.

Fazit: Kaufempfehlung für alle Nostalgiker der kraftvollen (Power) metallischen (Metal) Gangart. Patronengurtträger dürften auch Spaß dran haben.

Veröffentlichungstermin: 16.05.2008

Spielzeit: 50:30 Min.

Line-Up:
Gesang, Bass: Marcel "Schmier" Schirmer
Gitarre: Uwe "Schmuddel" Hoffmann
Schlagzeug: Jörg Michael


Produziert von HEADHUNTER
Label: AFM RECORDS

Homepage: http://www.official-headhunter.com

MySpace: http://www.myspace.com/officialheadhunter

Tracklist:
1.3rd man introduction
2.Parasite of society
3.Silverskull
4.Remission
5.Doomsday for the prayer
6.18 and life
7.Read my lips
8.Backs to the wall
9.Egomaniac
10.The calling
11.Payback time
12.Rapid fire



HEADHUNTER im vampster-Archiv

Es wurden 5 Artikel zu HEADHUNTER im vampster-Archiv gefunden.
Artikelübersicht anzeigen:

Hell of Fame
HEADHUNTER: Parody of Life (17.07.2004)


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