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HIEMS: Freiheit & Pest

CD-Review vom 20.03.2005   drucken senden

cdreview - HIEMS: Freiheit & PestDas Quintett HIEMS (lat. "Winter") stammt aus Wittgenstein und wurde im Jahr 2000 gegründet. Auf ihrem graphisch anständig gestalteten Demo "Freiheit & Pest" präsentieren die Mannen um Sänger Frostfuck eine melodische Mischung aus Black und Thrash Metal-Elementen, mit Pandabären-Old School Attitüden hat HIEMS jedoch nichts zu tun.

Bereits beim Präludium — eine Kombination aus Mönchsgesang, Gewitter und pathetischem Esoterik-Geschwafel (das Universum als Kind der Götter etc.) — wird klar, dass "Freiheit & Pest" im tontechnischen Bereich keine angenehme Erfahrung sein wird. Der Erzähler ist hörbar zu nahe am Mikro und offenbar ohne Poppschutz unterwegs (nein, das ist kein Kondom). "Kapitel 1: Schmutz, Geburt, Einsamkeit" bestätigt dann die Befürchtungen: die Gitarren sind verstimmt und die Art und Weise, in der sie bearbeitet werden, lässt auf noch kommende, schmerzvollere Hörerfahrungen schließen (die sich zu allem Unheil im Laufe des Album auch noch bewahrheiten). Leider sucht die Misere auch die Rhythmusfraktion heim: die Becken sind zu leise und der gesamte Drumsound klingt furztrocken. Auch spielerisch zeigen sich hier Schwächen: es wird dann und wann daneben gehauen und Präzision scheint nicht gerade die Stärke des Drummers zu sein.

Zu allem Übel dazu bleibt Frostfuck nicht bei keifendem Gesang (der ist immerhin erträglich), sondern versucht sich auch im cleanen Gebiet. So wird man unter anderem im ersten und im "Kapitel 3: Sturm auf die Zivilisation" dieser Katastrophe durch schwülstige, deutsche Lyrics gefoltert, welche nicht mal ein besoffener Troll im Schneesturm so nölend darbieten könnte. An musikalischen Einflüssen wird im Gitarrenbereich mal SLAYER (zu Beginn von "Kapitel 2: Die Erleuchtung") oder auch ein bisschen CRADLE OF FILTH zitiert — obwohl es HIEMS im Gegensatz zu den genannten Größen schaffen, die zweistimmigen Gitarrenduette zeitweise derart kreischend falsch zu spielen, dass selbst der unsensibelste Ohrenstöpsel seine Schutzfunktion vergisst und Selbstmord begeht.

Es bleibt jedoch nicht beim bloßen Zitieren: In "Kapitel 5: Die Gefangennahme" wird—passend zum Titel—schamlos bei DISSECTIONs "Where dead angels lie" geklaut und in "Kapitel 6: Freiheit & Pest" wird auch noch die unschuldige "Dance of December Souls" von KATATONIA ausgiebig durch miserables Nachspielen geschändet. Spätestens jetzt ist jegliche Sympathie auf dem Nullpunkt angekommen: Schlecht spielen ist eins, aber schlecht klauen ist noch viel schlimmer. Einziger Lichtblick auf "Freiheit & Pest" ist schließlich "Kapitel 8: Die Freiheit der Unendlichkeit". Hier ist die Musik von HIEMS nicht gar so garstig, sondern besteht aus fadem, ebenfalls staubtrockenen, Schwarzmetall. Nach der Tortur von vorhin dennoch beinahe eine Entspannung, da Langeweile nicht so unerbittlich an den Nerven zehrt.

Fazit: Ein schlechter Sound allein macht kein schlechtes Album, soviel ist klar. Was bei HIEMS auf "Freiheit & Pest" fehlt, ist (unter anderem): Technik, gestimmte Instrumente, eigene Ideen und Songwriting (die einzelnen "Songs" wirken wie eine phantasielose, zusammengeflickte Ansammlung von Tönen). Ach ja, Sammlern von peinlichen Schwarzmetallwerken sei hier ebenfalls ein Warnhinweis gegeben: HIEMS sind weder kultig noch lustig.

"Freiheit & Pest" kann für 8 Euro (plus 1,50 Verpackung und Versand) auf der Website der Band bezogen werden.

Veröffentlichungstermin: 2004

Spielzeit: 55:04 Min.

Line-Up:
Andreas "Frostfuck" Jäger: Stimme
Daniel "Danny" Weber: Gitarre
Dennis Meister: Gitarre
Florian Braun: Bass, Keyboards
Hussein Gaafar: Schlagzeug, Keys


Produziert von Sebastian Kollat, Max Hufnagel, HIEMS
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.h-i-e-m-s.de

Email: Dhiems@aol.com

Tracklist:
1. Präludium
2. Kapitel 1: Schmutz, Geburt, Einsamkeit
3. Kapitel 2: Die Erleuchtung
4. Kapitel 3: Sturm auf die Zivilisation
5. Kapitel 4: Zwischen Vernunft und Gefühl
6. Kapitel 5: Die Gefangennahme
7. Kapitel 6: Freiheit & Pest
8. Kapitel 7: Erneuerung & Spaltung
9. Kapitel 8: Die Freiheit der Unendlichkeit
10. Kapitel 9: Tod eines Systems
11. Kapitel 10: Ewigkeit?




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