INTO ETERNITY: Dead or Dreaming
Auf dem ProgPower Europe konnten INTO ETERNITY mit einigen neuen Songs bereits vollauf begeistern und trotz der überragenden Leistung der Band auf diesem Festival vermag es das nun erscheinende Album "Dead or Dreaming" einfach nicht zu enttäuschen. Noch immer in der Euphorie des Live-Gigs der Band steckend, erreichte mich das Zweitwerk dieser Band und auch nach dem zigten Durchlauf ist nur ein Urteil möglich: das ist es!
Nach einer hervorragenden Gesellenarbeit haben die jungen Kanadier nun also eine mehr als reifes Meisterstück hingelegt, das für INTO ETERNITY mit etwas Glück den großen Durchbruch darstellen könnte. Denn obwohl sich diese Band eigentlich ja zwischen allen Stühlen bewegt könnte es ihr durch ihre rohe Power, der Kombination aus Härte und eingängigen Melodien und ihrer unbeschreiblichen Spielfreude gelingen, Fans der verschiedensten Stilrichtungen zu vereinen. Zumindest im Lager der Vampster-Schreiberlinge konnte sich bislang noch keiner dieser fabelhaften Mischung aus Death Metal, Nu-Metal Groove (nur ein kleines bisschen! >g< ) und progressiven Melodien/Strukturen entziehen. Und dass wir uns mal alle einige sind gibt es wirklich selten (na gut, Wings hat die Scheibe noch nicht gehört, aber selbst er dürfte diesem Album zumindest ein anerkennendes Nicken zu Gute kommen lassen).
Im Gegensatz zum Debüt haben INTO ETERNITY noch mal einen ganzen Zacken an Härte zugelegt und wie im letzten Interview angekündigt scheint die "böse" Seite momentan tatsächlich die Überhand gewonnen zu haben. Die Grunzparts sind jedenfalls deutlich mehr geworden und das Geschreie von Tim Roth hat auch eine ganze Menge an Intensität gewonnen.
Im Grunde genommen funktionieren die Songs auch diesmal wieder auf eine ganz einfache Weise: Derbe Knüppel/Groove-Teile mit Grunzvocals wechseln sich mit einfachen, aber extrem ohrwurmartigen Melodien ab, so dass die Songs auf der einen Seite eine enorme Eingängigkeit besitzen, auf der anderen Seite aber zum wild bangen und Luftgitarre spielen animieren. Und man kann sich den Songs einfach nicht entziehen. Abwechselnd erwischt man sich immer wieder beim lauthals mitsingen der Refrains oder beim imaginären Saitenzupfen vor den Boxen - Kniefall inbegriffen.
Zwar müssen INTO ETERNITY in Zukunft aufpassen, dass sie dieses einfache, aber verdammt wirksame Schema nicht zu sehr ausreizen, aber zumindest bei diesem Album besteht diesbezüglich noch keine Gefahr und so kann man die Energie von "Dead or Dreaming" voll auskosten.
Anspieltips auf diesem Album zu benennen ist schwierig. Denn letztendlich ist jeder einzelne Song ein kleiner Hit für sich. "Absolution of the Soul", "Distant Pale Future", das mit einer BLIND GUARDIAN-Melodielinie versehene "Shallow",...es ist grad egal. Das Lied, das man zuletzt gehört hat setzt sich gnadenlos in den Gehörgängen fest und lässt einen so schnell nicht mehr los. Etwas überraschend ist das brachiale "Selling God" ausgefallen, das vom Härtegrad im Gegensatz zum Rest des Albums doch noch ein paar Stufen weiter oben anzusiedeln ist, mit dem lediglich noch der Rausschmeißer "Identify" (und jetzt alle "Identify then Crucify"!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) einigermaßen mithalten kann.
"Dead or Dreaming" ist weit mehr geworden, als so manch einer wohl von dieser jungen Band erwartet hätte. Es ist nur zu hoffen, dass die Metalgemeinde dieses Album zu Genüge wahrnimmt, dann steht dieser Band dem großen Durchbruch nichts mehr im Wege. Die Weichen sind gestellt, jetzt liegt es an euch!
Fierce
Veröffentlichungstermin: 17.12.01
Spielzeit: 44:20 Min.
Line-Up:
Tim Roth - Guitars, Vocals
Scott Krall - Bass, Vocals
Daniel Nargang - Guitars, Vocals
Jim Austin - Drums, Vocals
Produziert von Into Eternity
Label: DVS Records
Hompage: http://www.intoeternity.com
Tracklist:
1. Absolution of the Soul
2. Distant Pale Future
3. Shallow
4. Unholy Holocaust
5. Elysium Dream
6. Selling God
7. Imagination Overdose
8. Dead or Dreaming
9. Cyber Messiah
10. Identify
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Hab mir doch erst letztes Jahr ´nen neuen Staubsauger gekauft!