SAVATAGE: Sirens & The Dungeons Are Calling – The Complete Session (Re-Release)
Nach "Edge Of Thorns" und "The Wake Of Magellan" wird, beziehungsweise wurde, nun mit "Sirens" und "The Dungeons Are Calling" das Frühwerk von SAVATAGE wiederveröffentlicht. Und das ganze sogar auf einem Tonträger, so wie es laut Jon Oliva schon immer geplant, aber wegen der begrenzten Spielzeit von Vinyl damals leider nicht möglich war. Somit kommt diese CD inklusive des neuen, akustischen Bonustracks auf über eine Stunde Spielzeit. Auf ihren ersten beiden Alben gingen SAVATAGE noch deutlich ungezügelter und straighter zu Werke als auf den späteren Alben. Von Rock-Opern, Counterpart-Gesang und Orchestern war man hier noch meilenweit entfernt. Stattdessen wurde hier noch die reine Lehre des US Power Metals gepredigt. Die Riffs und Soli von Criss Oliva und der Gesang von Jon, dazu die Rhythmusfraktion Keith Collins und Steve Wacholz, mehr brauchen SAVATAGE hier noch nicht. Okay, bei einigen Songs wie "The Dungeons Are Calling" oder "City Beneath The Surface" sind noch dezente Synthies als Intro, das war es dann aber auch. Aber auch Hard Rock-Einflüsse sind gerade auf "Sirens" noch auszumachen.
Insgesamt muss man auf jeden Fall sagen, dass SAVATAGE hier noch am Anfang ihrer Entwicklung standen und das hört man. Auf den folgenden Alben hat sich die Band in wirklich allen Belangen, sei es spielerisch, kompositorisch, textlich als auch vom Sound her deutlich gesteigert. Aber das heißt natürlich nicht, dass diese beiden Frühwerke schlecht sind, ganz und gar nicht. Besonders "The Dungeons Are Calling" enthält eigentlich nur erstklassige Songs, sei es der Titeltrack, "City Beneath The Surface" oder "Midas Knight". Gerade die ersten beiden sind absolute Klassiker, die der Mountain King auch heute noch ab und an zum Besten gibt. Hört euch mal die Live-Version von "City Beneath The Surface" auf dem "Ghost In The Ruins"-Album an, das ist pure Energie! Auf "Sirens" sind vor allem natürlich der Titeltrack und "Scream Murder" hervorzuheben. Auch der Rest des Songmaterials ist gut, wirkt aber teilweise auch etwas unauffällig. Die rohe, furztrockene Produktion ist im Vergleich zu den späteren Produktionen der Band sicherlich gewöhnungsbedürftig, man sollte aber bedenken, dass das ganze Material der beiden Alben innerhalb von vierundzwanzig Stunden aufgenommen und gemischt wurde.
Als Bonus gibt es eine Akustik-Version von "In The Dream", im Original auf "Power Of The Night" zu finden. Eine handwerklich gut umgesetzte Ballade mit Akustik-Gitarre und Piano. Klingt schön, hat der Mountain King aber schon packender hin bekommen. Trotzdem ein schöner Song. Die Aufmachung im Digipack entspricht logischerweise den bisherigen Re-releases aus dieser Reihe, lediglich das Booklet ist dieses Mal arg bescheiden ausgefallen. Lediglich zwei Seiten mit Liner-Notes und keine Songtexte, das ist wirklich arg mager, vor allem da die beiden vorherigen Re-Releases aus dieser Reihe deutlich besser ausgestattet waren. Wenn man diesen kleinen Makel mal außer Acht lässt ist diese Veröffentlichung natürlich trotzdem absolut kaufenswert, zumindest wenn man die beiden Erstlingswerke der Götter aus Tampa noch nicht sein Eigen nennt. Wer schon die eine oder andere Version dieser Alben im Schrank stehen hat, sollte sich natürlich sehr genau überlegen ob er den, zugegebenermaßen äußerst günstigen Preis für einen Bonussong ausgeben möchte.
Veröffentlichungstermin: 23.07.2010
Spielzeit: 64:08 Min.
Line-Up:
Jon Oliva - vocals
Criss Oliva - guitar
Keith Collins - bass
Steve Wacholz - drums
Produziert von Dan Johnson / Jim Morris @ Morrisound Studio
Label: earMUSIC (Edel)
Homepage: http://www.savatage.com
MySpace: http://www.myspace.com/savatage
Tracklist:
01. Sirens
02. Holocaust
03. I Believe
04. Rage
05. On The Run
06. Twisted Little Sister
07. Living For The Night
08. Scream Murder
09. Out On The Streets
10. The Dungeons Are Calling
11. By The Grace Of The Witch
12. Visions
13. Midas Knight
14. City Beneath The Surface
15. The Whip
16. In The Dream (Acoustic version)
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Ich hab meine He-Man-Puppe auf dem Spielplatz verloren. Es war ein tragischer Verlust.