vampster - Heavy Metal Magazin. Metal-Blog, RSS-Feeds, News, Clubguide, Metal-Bands, CD-Reviews, Interviews, Festivals, Konzerte, Community, Links
 
News CD-Reviews Interviews Konzertberichte Multimedia-Reviews Hell Of Fame Residenz Evil
Foto-Gallery MP3s Videos
Community / Forum Blog Gästebuch Umfragen fragt dr.vampster
Veranstaltungs-Kalender Festivalübersicht Bands A-Z Clubguide RSS-Feeds News-Ticker Links
Kontakt Impressum vampster-Team Werben auf vampster Link zu uns Hilfe & FAQ Partner vampster unterstützen
vampster RSS-Feeds vampster-Newsletter abonieren Merchandise, CDs, Tickets... Einkaufen bei vampster Translate this site into english
vampster.com > artikel > livereview

BLACK ZONE BAVARIA Pt. III mit AKREA, DEAD EMOTIONS, HOKUM, BLEEDING RED und POSTMORTEM SILENCE: Freising, Lindenkeller, 09.04.2010

Live vom 13.04.2010   drucken senden

 

Black Zone Bavaria Pt. III Flyer (c) Dead Emotions

 

Lange stand ein großes Fragezeichen über der dritten Auflage des BLACK ZONE BAVARIA-Festivals, nachdem die Eintagesveranstaltung im letzten Jahr trotz eines hochklassigen Headliners wie DEADLOCK kaum Anklang bei der lokalen Metalszene fand. Letztlich nahm aber alles ein gutes Ende und der Veranstalter konnte trotz des finanziellen Defizits im Vorjahr eine Neuauflage wagen, die zudem erfreulicherweise wesentlich mehr Besucher in den Freisinger Lindenkeller locken konnte als dies 2009 der Fall war. Dabei war das Hauptmotiv für viele der Angereisten zugleich ein leicht betrübliches. Die Rede ist natürlich nicht vom Gastspiel des gebuchten Headliners AKREA, denn so eine Verpflichtung läuft natürlich unter den erfreulichen Gesichtspunkten, sondern von der offiziellen Abschiedsshow der heimischen Death Metal-Institution DEAD EMOTIONS, welche nach langen 14 Jahren alles dort beenden wollten, wo es einst angefangen hatte.

 

POSTMORTEM SILENCE

POSTMORTEM SILENCE Live (c) Tatjana Braun
Beatdown Deathcore der brutalsten Sorte - POSTMORTEM SILENCE bei ihrem Abschiedsgig.

Mit dem Ende einer anderen Ära startete indes das dritte BLACK ZONE BAVARIA um 19:15 Uhr in einen langen und sehr gelungenen Konzertabend. Im um diese Uhrzeit leider noch sehr spärlich gefüllten Konzertsaal spielten nämlich POSTMORTEM SILENCE ebenfalls ihren letzten Gig. Dass gerade einmal drei bis vier aktiv teilnehmende Fans sowie geschätzte 30 weitere Personen im Hintergrund und auf den seitlichen Bänken diesem Live-Begräbnis beiwohnen wollten, hatte neben dem undankbaren Opener-Slot und dem stiltechnischen Außenseiterdasein der Gruppe wohl auch damit zu tun, dass die junge Band im letzten halben Jahr gleich mehrere Male in der Umgebung zu sehen war. Wirklich schade, denn auch wenn ich mit dem präsentierten Beatdown Deathcore der brachialsten Sorte überhaupt nichts anfangen kann, so wünscht man einer scheidenden Formation dennoch einen denkwürdigeren Schlusspunkt. Immerhin schien Frontmann Ester trotzdem gut aufgelegt zu sein, fegte während der Songs pausenlos über die Bühne und nutzte die Zeit dazwischen, um dem erschienen Publikum zu danken. Das immer wieder durchbrechende Grinsen auf seinem Gesicht war zudem ein deutlicher Beleg dafür, dass hier wirklich die Freude an der Musik im Vordergrund stand. Das überspielte schlussendlich auch größtenteils die stoische Ruhe seiner Bandkollegen, die ihr letztes Konzert bis auf ein paar kleine Ausbrüche relativ statisch bestritten. Mein Genre wird das wohl niemals werden, dafür ist mir das zelebrierte Beatdown-Geballer von "Drown In Your Blood" und "Got What You Deserve" einfach zu stumpf. Ein wenig mehr allgemeine Resonanz hätte ich mir für POSTMORTEM SILENCE aber schon gewünscht, denn wirklich befriedigend kann so ein Abschied nach zwei recht erfolgreichen Jahren einfach nicht sein.

 

BLEEDING RED

BLEEDING RED Live (c) Tatjana Braun
Übrzeugte mit seiner kraftvollen und aggressiven Stimme - Timo von BLEEDING RED

Als einzige Band des Abends waren BLEEDING RED bereits beim BLACK ZONE BAVARIA Pt. II mit dabei. Auf dem gleichen Slot wie 2009 starteten die Aalener direkt mit Vollgas durch und machten unmissverständlich klar: Was vor 12 Monaten gegolten hat, ist heute so aktuell wie eh und je. Das Quartett verband schnellen Thrash Metal mit Death-Anleihen und einer gehörigen Schlagseite Black Metal, was sich in einem handwerklich absolut sauberen und nicht minder aggressiven Klangbild festigte. Was BLEEDING RED an zurückgelegten Metern auf der Bühne einsparten, machten sie mit gezieltem Posing und rhythmisch kreisenden Haarbüscheln wieder wett. Besonderer Blickfang war dabei Gitarrist und Sänger Timo Joos, der ein erstaunlich kraftvolles Organ besitzt und mit seinen Growls den Eigenkompositionen wie "Calling For Your Downfall" einen besonders rohen Anstrich verpasste. Ein solcher wurde durch den ordentlichen Live-Sound zusätzlich forciert, was aufgrund der lauten Rhythmusfraktion aber auf Kosten einiger Details, insbesondere bei der Gitarrenarbeit, ging. Spaß machte der Auftritt trotzdem, was auch das nach und nach aufgetaute Publikum so sah und nach dem 30-minütigen Auftritt lautstark eine Zugabe forderte, welche BLEEDING RED mit dem DISSECTION-Cover "Night´s Blood" auch prompt bereithielten.

 

HOKUM

HOKUM Live (c) Tatjana Braun
Setlist HOKUM: 1. The Creation Of Pain, 2. Face The End, 3. Inexorable, 4. Collapsing Synapses, 5. Live To Suffer, 6. Soul Destroyer, 7. Manticore

Etwas verspielter wurde es im Anschluss bei HOKUM, die nach 20 Minuten des Umbaus mit dem Titeltrack ihrer neuen Demo "The Creation Of Pain" eröffneten. Ich habe die Band in der Vergangenheit ja schon so manches Mal live erleben dürfen, doch was da auf der Bühne abgebrannt wurde, ließ mich nur schwer aus dem Staunen herauskommen. Ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass nur wenige Bands in ihrer Größenordnung es schaffen, trotz ausgiebigen Stageactings und Bewegungsdrangs, der bei Bassist Jonas Fischer besonders ausgeprägt zu sein schien, zugleich so tight und aufeinander eingespielt zu sein wie die fünf Lokalhelden. Der zu Recht als Progressive Thrash Metal titulierte Klangcocktail war live ein gutes Stück härter als auf Platte, was insbesondere den neuen Nummern "Soul Destroyer" und "Inexorable" anzumerken war, wobei letzteres mit einem nackenbrechenden Hauptriff zu den Höhepunkten des Auftritts gezählt werden kann. Älteres Material wie den Midtempo-Groover "Face The End" gab es indes genauso zu hören wie das Anfangsdoppel "Collapsing Synapses" und "Live To Suffer" vom Debütalbum "Pi". Hier zogen HOKUM alle Register, indem sie innovatives und abwechslungsreiches Drumming mit wahnwitzigen Bassläufen und fantastischen Soli verbanden, während Fronter Andrés Vocals entfernt an PANTERAs Phil Anselmo erinnerten. Kein Wunder, dass die mittlerweile ordentlich gefüllte Halle bei tadellosem Sound am Kochen war und die Band nach dem regulären Set für eine weitere Zugabe zurück auf die Bühne beorderte.

 

DEAD EMOTIONS

DEAD EMOTIONS Live (c) Tatjana Braun
Setlist DEAD EMOTIONS: 1. Paradise Is Hell, 2. Demon Seed, 3. Uncon-trolled, 4. Point Of No Return, 5. Cluster, 6. Disdained, 7. Gates To The Unseen, 8. Scalpel, 9. At The End Of Time, 10. There Is No Dawn

Um Zehn vor Zehn war es schließlich soweit. Zum letzten Mal ertönte das Intro ihrer aktuellen CD "Pathways To Catharsis", als DEAD EMOTIONS die Bretter betraten. Im Unterhaus des Lindenkellers hatte sich zu diesem Zeitpunkt eine beachtliche Menge an Leuten eingefunden, die gespannt auf das (vor)letzte Konzert der Freisinger Death Metal-Band wartete. Mit den ersten Tönen von "Demon Seed" brach dann auch direkt die Hölle los. Mit dem besten Sound des Abends gesegnet gab es für die Hörerschaft ohnehin kein Gegenargument, warum man bei dieser Show nicht alles geben sollte. DEAD EMOTIONS zeigten sich in bester Spiellaune, während Bassist Gorbi nicht nur auf der Bühne eifrig am Posen war, sondern wiederholt sein Instrument zur Seite legte, um ein Bad in der Menge zu nehmen. Blickfang des Auftritts war aber zweifellos Frontmann Mosh, der mit seinem stämmigen Auftreten und dem dreckverschmierten Unterhemd durchaus furchteinflößend wirken konnte und eine unglaubliche Bühnenpräsenz aufwies. Untermauert wurde dies durch seine enorm druckvollen Growls, die live ungleich effektiver das Mark erschütterten als das auf Platte der Fall ist. Dass er aber eigentlich ein ganz netter Kerl zu sein scheint, zeigten die Pausen zwischen den Songs, die er für kleine Scherze und alle möglichen Danksagungen nutzte - in 14 Jahren kommen schließlich einige Namen zusammen, die bei so einer Gelegenheit erwähnt werden sollten. In knapp 60 Minuten boten DEAD EMOTIONSjedenfalls hochmotiviert einen Querschnitt ihres Schaffens, der neben jüngerem Material wie "Point Of No Return" oder der nicht ganz so ruhigen "quasi-Ballade" "At The End Of Time" auch Älteres wie den Live-Hit "Cluster" oder das grandiose "Scalpel" enthielt. Bei Letzterem ließ es sich Mosh übrigens nicht nehmen, seinem Namen alle Ehre zu machen und sich selbst in den Pit zu stürzen. Klasse! Für alteingesessene Fans gab es mit "Gates To The Unseen" sogar den Titeltrack vom Debüt, bei dem sich spontan sogar ein Gastsänger aus der ersten Reihe fand. Man merkt es schon, an Trauerstimmung wollte an diesem Abend niemand denken. Vielmehr glich die Abschiedsshow von DEAD EMOTIONS einer ausladenden Party. Erst nach dem abschließenden "There Is No Dawn" realisierte ich zum ersten Mal richtig, dass da gerade eine der besten und langlebigsten Metalbands aus dem Großraum München ihren Schlussstrich gezogen hatte. Auf meinen Favoriten "Hidden Track" musste ich zwar diesmal verzichten, aber besser kann ein Finale kaum aussehen!

 

AKREA

AKREA Live (c) Tatjana Braun
Motiviert und mit vollem Einsatz bei der Sache - Sebi von AKREA

Was sich während der darauf folgenden Umbaupause schon andeutete, erfuhr letztlich beim Auftritt des Headliners AKREA Gewissheit: Viele der Besucher waren an diesem Abend hauptsächlich wegen DEAD EMOTIONS angereist und traten dementsprechend vorzeitig wieder die Heimreise an, mit der Folge, dass die letzte Band des Abends vor geschätzten vierzig Leuten spielen musste. Damit bewahrheitete sich auch eine generelle Krankheit, unter der Konzertveranstaltungen in Freising zu leiden scheinen. Je näher man sich der 0.00Uhr-Marke nähert, desto deutlicher lichten sich die Reihen im Publikum. AKREA nahmen es jedenfalls gelassen und freuten sich sichtlich, dass die verbliebenen Fans nahezu ausnahmslos mit vollem Einsatz bei der Sache waren. Den Gesichtern der Band nach zu urteilen war das Haus nämlich voll, so motiviert und spielfreudig erschien sie während ihres fünfzigminütigen Gigs. Rein musikalisch war der melodische Death Metal eine nette Angelegenheit, Stücke wie "Imperium" oder "Bis Zum Ende Der Welt" vom aktuellen Output "Lebenslinie" gingen gut ins Ohr, konnte aber zugleich wenig Akzente setzen, die man nicht schon woanders gehört hätte. So waren auch die in Deutsch vorgetragenen Texte das einzig außergewöhnliche, das die Combo von vergleichbaren Bands abheben konnte. Spaß machte der Auftritt dennoch, wenngleich man mit DEADLOCK im letzten Jahr selbstverständlich eine ganz andere Liga bestaunen durfte. So kam das eigentlich überraschend frühe Ende eines langen Abends gerade zum richtigen Zeitpunkt. Die Beine wurden langsam schwer und auch wenn ich AKREA während dieser Show als ungemein sympathische Band ins Gedächtnis geschlossen habe, so war es nur richtig, den launigen und doch fast schon zu routinierten Melodic Death Metal nicht überzustrapazieren. Nach einer Zugabe vom allerersten Album, das noch unter dem Namen INNER AGGRESSION erschien, war dann endgültig Schluss und das BLACK ZONE BAVARIA Pt. III souverän zu einem entspannten Ende geführt.

Trotz zweier Wermutstropfen - nämlich dem Ableben von DEAD EMOTIONS und POSTMORTEM SILENCE - war das dritte BLACK ZONE BAVARIA-Festival wieder ein Garant für qualitativ hochwertige Musik abseits des Mainstreams bei gleichzeitig entspannter Atmosphäre und tadelloser Organisation. Glücklicherweise wurden diese Anstrengungen in Form von spürbar höheren Besucherzahlen im Vergleich zur letztjährigen Auflage entlohnt. Zwar war es auch dieses Mal schade, dass dem Opener kaum Aufmerksamkeit zuteil wurde und sich der Lindenkeller zum Ende hin wieder stark leerte, die Bilanz bleibt insgesamt aber dennoch eine positive. Schön, dass sich dieses kleine Eintagesevent mit dem dritten Anlauf wieder fangen konnte. Denn wenn nicht nur die Qualität, sondern auch der Zuspruch der Szene stimmt, dann steht einer Fortführung des Konzepts auch in Zukunft nichts mehr im Wege.

 

Viele weitere Bilder findet ihr in der Vampster-Fotogalerie.

 

Live-Bilder © Tatjana Braun (http://www.tati-net.de).



BLACK ZONE BAVARIA im vampster-Archiv

Es wurden 6 Artikel zu BLACK ZONE BAVARIA im vampster-Archiv gefunden.
Artikelübersicht anzeigen:

Live
BLACK ZONE BAVARIA Pt. II mit DEADLOCK, RAPTURE, EXOTOXIN, BLEEDING RED und DAMIEN: Freising, Lindenkeller, 24.04.2009 (13.05.2009)


News
BLACK ZONE BAVARIA PT. III: Running Order veröffentlicht (31.03.2010)
BLACK ZONE BAVARIA Pt. III: POST MORTEM SILENCE komplettieren das Billing (03.12.2009)
BLACK ZONE BAVARIA Pt. III: AKREA sind Headliner (20.10.2009)
BLACK ZONE BAVARIA: Running Order zum Konzert (22.04.2009)
BLACK ZONE BAVARIA: Line Up komplett und verbilligter Vorverkauf (08.04.2009)




Einkaufen

BLACK ZONE BAVARIA im vampster-Shop »