MY INNER BURNING: My Inner Burning
Modern Metal ist genau wie Alternative Metal eine Stilbezeichnung, die unglaublich bequem ist. Bequem, weil undifferenziert - was nirgendwo reinpasst, wird einfach in eine der beiden genannten Schubladen gesteckt. Was das alles mit MY INNER BURNING zu tun hat? Nun, die Antwort liegt auf der Hand: Das selbst betitelte Debütalbum wird nicht nur in der Presseinfo so ausgeschrieben, sondern passt perfekt in diese Kategorie.In der Praxis definiert sich der Stil der Niedersachsen jedenfalls durch zweifellos modernes Riffing, das sich nicht auf eine Spielart beschränkt, sondern gleich in mehreren Genres wildert und mal thrashend oder wie in "Guide To Fame And Wealth" durchaus auch melodisch zu Werke geht. Hinzu kommt neben der deutlich im Metal verwurzelten Schlagzeugarbeit eine ganze Flut an Synthies und Keyboards, die den Sound des Quintetts gehörig aufpeppen. Zu guter Letzt wäre da noch der Gesang von Frontröhre Rebekka, die eine wirklich ausdrucksstarke und rockige Stimme besitzt und von dieser auch gehörig Gebrauch macht. Vor allem "Head On A Plate", das poppig-eingängige "Fly With Me" sowie "Judgement Day" seien an dieser Stelle exemplarisch genannt. Hin und wieder meldet sich Gitarrist Jörg unterstützend mit ein paar Growls zu Wort, was einen netten Kontrast darstellt, aber aufgrund seiner rauen wie heiseren Ausdrucksweise sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Doch ist der Anteil an Death-Vocals ohnehin sehr gering, weshalb dieser Umstand nicht als Kritikpunkt zu werten ist. Denn letztlich ist es doch der Damengesang, der die Scheibe nicht nur anteilsmäßig dominiert und einen höheren Männeranteil zu keiner Zeit vermissen lässt. Zumal "Into Chaos" und "Soul Inc." faktisch von Rebekkas Stimme leben.
Das Songmaterial auf "My Inner Burning" ist eingängig, aber dennoch hochwertig. Die Melodien zünden und die Refrains sind schnell verinnerlicht. Lediglich das mit Bläsereinsätzen aufwartende "Over And Over And Over Again" sowie die Plattenfirmen-Abrechnung "The Great Decline" wollten mich auch nach mehreren Durchläufen nicht überzeugen. Ansonsten verhindert die Zugänglichkeit des Albums allzu großen Tiefgang; versteckte Details oder gar progressive Spielereien sind nicht auszumachen. Gut ist das Debüt von MY INNER BURNING trotzdem geworden und das nicht nur wegen der professionellen Produktion, die soundtechnisch keine Wünsche offen lässt.
"My Inner Burning" ist also all jenen zu empfehlen, die hin und wieder gerne den Härtegrad ein Stück zurückfahren und dafür durch ein paar eingängige Melodien ersetzen, ohne das Metalfundament komplett aufzugeben - das mag zwar nicht oldschool sein, aber Puristen haben nach der dem einleitenden Stichwort ohnehin schon zu lesen aufgehört.
Veröffentlichungstermin: 13.11.2009
Spielzeit: 43:30 Min.
Line-Up:
Rebekka Gaber - Vocals
Torsten Sauerbrey - Guitars
Jörg Jansen - Guitars, Shouts
Daniel Pietrzak - Bass
Niklas Kahl - Drums
Produziert von Torsten Sauerbrey
Label: SAOL/CMM
Homepage: http://www.myinnerburning.de
MySpace: http://www.myspace.com/myinnerburning
Tracklist:
01. Head On A Plate
02. Guide To Fame And Wealth
03. Fly With Me
04. Judgement Day
05. Solitude Within You
06. What Has To Be Done
07. Over And Over And Over Again
08. Into Chaos
09. Soul Inc.
10. The Great Decline
11. They Know Better
MY INNER BURNING im vampster-Archiv
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