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SUBWAY TO SALLY, MONO INC.: München, Muffathalle, 26.04.2009

Live vom 13.05.2009   drucken senden auf Facebook teilen

 

Subway to Sally Live - (c) Tatjana Braun
 
 

 

Im Gespräch mit Schlagzeuger Simon Michael ließ dieser vor rund zwei Monaten verlauten, dass die Tour zum aktuellen Album "Kreuzfeuer" alles in den Schatten stellen wird, was SUBWAY TO SALLY je in punkto Bühnenshow aufgefahren haben. Damit mag er zwar prinzipiell nicht übertrieben haben, nur traf das leider nicht vollständig auf das Münchner Gastspiel zu.

 

 Mono Inc. Live - (c) Tatjana Braun

Zunächst einmal durften jedoch MONO INC. ran, welche die Potsdamer Folk-Rocker auf der diesjährigen Tour begleiteten und so auch an diesem Abend um kurz nach Acht vor eine gut gefüllte Muffathalle traten. Laut eigener Aussage war es sogar der erste Auftritt der Band in der bayerischen Landeshauptstadt, weshalb Frontmann Martin Engler passend witzelte, dass der erste Eindruck bekanntlich entscheidend sei - für beide Seiten. Nun, wenn es nach mir ginge, dann könnte man es auch dabei belassen. Denn musikalisch hatten MONO INC. nicht viel mehr zu bieten als den seichten, klischeebeladenen Gothic-Rock, den es überall zuhauf gibt und den die kleine Schwester während ihrer "schwarzen Phase" ganz toll findet. Soll heißen, dass das zumeist sehr gleichförmige Material wenig Überraschendes bot und erwartungsgemäß vom Wir-sind-böse-aber-eigentlich-doch-nicht-so-richtig-Riff bis zur kitschigen Düsterballade alles vertreten war. Aber es geht ja nicht nach mir und deshalb durfte sich das Quartett über für Vorbandverhältnisse große Resonanz freuen. Das Publikum zeigte sich bei Stücken wie "Bloodmoon" textsicher und wurde sogar regelmäßig zu aktiver Partizipation aufgefordert, was auch bereitwillig erwidert wurde. Der Applaus, den die sympathische Formation nach ihrem 45-minütigen Auftritt erntete, belegte schlussendlich, dass es wohl immer noch ein großes Publikum für derartige Musik gibt. Ich gehöre da allerdings nicht dazu.

 

 Subway To Sally Live - (c) Tatjana Braun

Nachdem es schon im Laufe der Vorband mit der Bewegungsfreiheit recht eng geworden war, wurde es während der Umbaupause noch mal ein ganzes Stück kuscheliger. Rund 1400 Fans warteten ungeduldig auf den Headliner des Abends. Lange ließen SUBWAY TO SALLY ihre Anhänger auch nicht zappeln, denn schon um 21:05 Uhr wurde es dunkel und das Intro von "Komm in meinen Schlaf" ertönte. Eigentlich ist es ja schon eine coole Idee, mit dem kontroversesten Song von "Kreuzfeuer" anzufangen. Aber so gut der Track auf Platte auch sein mag, als Opener haben sich die Potsdamer damit keinen Gefallen getan. Die Einleitung mit Frauengesang von Band vermochte nicht die rechte Atmosphäre zu erzeugen und das Stück selbst ist, trotz Pyroeinsatz zu Beginn, viel zu schleppend und ruhig, um die Meute vor der Bühne auf Touren zu bringen. Die musste schon auf das anschließende "Aufstieg" warten, um richtig losfeiern zu können. Von da an wurde das Konzert allerdings weitgehend zum Selbstläufer. Mit "Besser, Du Rennst", "Knochenschiff" und "Veitstanz" hatte man schon früh perfektes Livematerial in der Hinterhand, so dass beste Stimmung in der brütend heißen Muffathalle garantiert war. So konnte man auf halber Strecke mit der Akustikversion von "Kleid aus Rosen" sowie "Minne" auch gefahrlos einen ruhigen Block einschieben. Da sich das Septett zudem in bester Spiellaune befand, viel mit dem Publikum kommunizierte und auch noch eine äußerst abwechslungsreiche Setlist im Gepäck hatte, die  nebenbei bemerkt nur ganz wenige Wünsche offen gelassen haben dürfte, stand einem fantastischen Konzert eigentlich nichts mehr im Wege.

 Subway to Sally Live - (c) Tatjana Braun

Wieso aber dann die Bemerkung zu Beginn? Nun, es lag weder an SUBWAY TO SALLY, noch am Publikum oder der grandiosen Lightshow, die mit drei großen LED-Wänden im Hintergrund und unzähligen Scheinwerfern begeisterte. Die Wermutstropfen steckten diesmal im Detail. So hatte man während des gesamten Konzerts mit einem sehr basslastigen und undifferenzierten Sound zu kämpfen. Was in den vorderen Reihen einen unerträglichen Brei bedeutete, wurde erst auf Höhe des Mischpults halbwegs akzeptabel und ließ dort Frau Schmitts Geige zumindest ein wenig aus dem Gemisch hervorstechen. Was den Auftritt weiterhin etwas trübte, war die abgespeckte Pyroshow. Zwar ist der stark reduzierte Einsatz der Flammenwerfer und die Wegrationalisierung einiger Effekte schade, schlechter wird ein gutes Konzert dadurch aber nicht. Schädlich war für die Atmosphäre jedoch das nur mäßig funktionierende Alternativprogramm. So standen den wie immer tollen Feuerspuckeinlagen bei "Veitstanz" und "Mephisto" kleinere Pannen wie ein ausgefallener Flammenwerfer bei "Aufstieg" und der ziemlich kopflos anmutende Pyroeinsatz während "Tanz auf dem Vulkan" gegenüber. Dies ließ die Platzierung der Effekte teilweise unrund und wenig durchdacht wirken. Ein Novum bei SUBWAY TO SALLY, denn Feuer um seiner selbst Willen gibt es bei den Folk-Rockern sonst nicht. Natürlich ist das Kritik auf sehr hohem Niveau und eine solide Show von SUBWAY TO SALLY bedeutet immer noch ein tolles Erlebnis. Aber dennoch kommt der Blick fürs Detail nicht von ungefähr, schließlich hat die Formation in den vergangenen Jahren die Messlatte für sich selbst sehr hoch gelegt.

Nichtsdestotrotz bleibt abschließend festzuhalten, dass auch das diesjährige Gastspiel der Sieben ein sehr schönes Konzerterlebnis war, das nach sagenhaften 125 Minuten und zwei Zugabenblöcken mit dem fast schon epischen "Vater" einen würdigen Abschluss fand. Denn dass SUBWAY TO SALLY zu den besten Livebands Deutschlands zählen, merkt man sogar, wenn mal nicht alles perfekt läuft.

 

Weitere Konzertbilder in der Vampster-Fotogalerie.

 

 

Setlist SUBWAY TO SALLY:

 

01. Komm in meinen Schlaf
02. Aufstieg
03. Besser, Du Rennst
04. Knochenschiff
05. Unsterblich
06. So Fern, So Nah
07. Judaskuss
08. Liebeszauber
09. Veitstanz
10. Kleid aus Rosen
11. Minne
12. Die Trommel
13. Einsam
14. Eisblumen
15. Falscher Heiland
16. Die Jagd beginnt
17. Alle Psallite Cum Luya
18. Mephisto
19. Sag dem Teufel
20. Tanz auf dem Vulkan
21. Auf Kiel
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22. Ohne Liebe
23. Sieben
24. Julia und die Räuber
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25. Fatum
26. Vater

 

Konzertfotos © Tatjana Braun



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