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BLACK ZONE BAVARIA Pt. II mit DEADLOCK, RAPTURE, EXOTOXIN, BLEEDING RED und DAMIEN: Freising, Lindenkeller, 24.04.2009

Live vom 13.05.2009   drucken senden

 

BZB Titelbild (c) Tatjana Braun

 

 

Nach der Erstauflage vor gut anderthalb Jahren ging das BLACK ZONE BAVARIA am Freitag, den 24. April, 2009 in die zweite Runde. Auch diesmal war das Motto wieder, eine ausgewogene Mischung aus lokalen Bands sowie auswärtigen Gruppen zu präsentieren und als Krönung des Abends einen namhaften Headliner ins Boot zu holen. FEAR MY THOUGHTS waren es beim letzten Mal, dieses Jahr sollten es DEADLOCK aus Regensburg sein. Ein tolles und unterstützenswertes Konzept, das der Veranstalter verfolgte. Leider scheint sich der heutige Nachwuchs aber nicht mehr für solche Angebote zu interessieren, denn letzte Endes war die Resonanz auf das zweite BLACK ZONE BAVARIA eine herbe Enttäuschung.

 

 Damien Live - (c) Tatjana Braun

So waren gerade mal ein bis zwei Dutzend Leute im Saal, als die Pfaffenhofener DAMIEN um halb acht den Abend eröffneten. Auf deren Performance schien die magere Situation zu ihren Füßen jedoch keinen Einfluss gehabt zu haben, denn das Sextett knallte ihren Metalcore in die Halle, als stünde man vor der zehnfachen Anzahl an Leuten. Im Verlauf des 30-minütigen Auftritts kristallisierte sich immer mehr heraus, dass DAMIEN sich über die letzten Monate hinweg stark verbessert haben. Natürlich gibt es die Kombination aus göteborgschem Riffing und Grunzgesang, der im Refrain von einer Singstimme abgelöst wird, mittlerweile an jeder Straßenecke mehrfach. Aber das, was die Band tat, machte sie grundsolide. Vor allem Sängerin Jeanette hat sich stimmlich hörbar weiterentwickelt und zeigte eine tadellose Leistung. Einzig aus dem altbekannten Schema, bestehend aus harter Strophe und poppigem Refrain, sollte sich die Formation noch ein wenig lösen, denn sonst drohen Songs wie das gelungene "Prepare For War" in einer gleichförmigen Masse unterzugehen. Die schwierige Aufgabe des Openers meisterte das Sextett allerdings mit Leichtigkeit.

 

 

Bleeding Red Live - (c) Tatjana Braun

Futter für die gestandenen Metaller gab es im Anschluss mit BLEEDING RED. Die vier Jungs aus Baden-Württemberg gaben sich extrem gut gelaunt, wobei vor allem Sänger und Gitarrist Timo stets ein breites Grinsen ins Gesicht geschrieben war. Inwiefern da auch der Alkoholpegel eine Rolle gespielt haben mag, kann ich nicht beurteilen, wenngleich Bassist Michael auf der Bühne einen nicht mehr allzu fitten Eindruck machte. Musikalisch bewegte sich die Combo irgendwo zwischen Black- und Death-Metal, unterlegt mit tiefen Grunts und einer dezenten Note Thrash. So ergab sich eine aggressive, nach vorn preschende Mischung, die vor allem bei den älteren Semestern auf viel Gegenliebe stieß. Aufgelockert wurde der im Gesamtbild doch recht rabiate Metal durch kleinere Gitarren-Leads und ruhige Zwischenparts, welche die Spannung auf einem angenehmen Level hielten und die halbe Stunde Spielzeit ohne Längen vorüberziehen ließ.

 

 Exotoxin Live - (c) Tatjana Braun

Mit EXOTOXIN aus dem Raum Passau stand dann auch schon die nächste Band in den Startlöchern. Aber Moment! Band ist vielleicht das falsche Wort, denn hinter dem Namen verbirgt sich eigentlich ein Einmannprojekt. Gitarre und Vocals waren live, der Rest kam vom Band. Der Klasse des Materials tat das aber keinen Abbruch, denn die Gitarrenarbeit war sauber und präzise, während die blackmetalartigen Screams einen schönen Kontrast zum sonst dominierenden Thrash setzten. Allround-Musiker Reini entpuppte sich auf der Bühne als äußerst sympathischer Zeitgenosse und ließ sich auch von kleineren technischen Zwischenfällen nicht aus der Ruhe bringen. So überbrückte er die, auf einen defekten Drumcomputer zurückzuführenden, Wartezeiten zwischen den Songs mit ein paar kleineren Anekdoten aus seinem Leben. Da sind ihm die zwölf Jahre Tourerfahrung deutlich anzumerken. Die kamen logischerweise auch dem Songmaterial zugute, wie das sehr persönliche "We Suffocate In Pain" oder der selbstbetitelte Schlusstrack darlegten. EXOTOXIN, das steht für sympathischen, von Grund auf ehrlichen Metal, dem man die Leidenschaft des kreativen Kopfs dahinter zu jeder Sekunde anmerkt. Schöne Sache!

 

 Rapture Live - (c) Tatjana Braun

Co-Headliner des diesjährigen BLACK ZONE BAVARIA waren die Lokalheroen von RAPTURE. Im Landkreis Freising haben sie sich durch zahllose Shows schon lange einen Namen gemacht und gastierten in der Vergangenheit schon des Öfteren im örtlichen Lindenkeller. Beste Voraussetzungen also, um trotz der immer noch leeren Halle selbige Stück für Stück zu zerlegen. Erstes Werkzeug hierfür war nach einem Drone-Intro von Bassist Christoph gleich "After The Bridge" von der brandneuen "Schnittmenge"-Split mit MY COLD EMBRACE. Und ich darf mit Fug und Recht behaupten, dass die Nummer live noch mal eine ganze Ladung mehr Durchschlagskraft besitzt als auf Platte. Das Set der Freisinger konzentrierte sich in erster Linie auf bewährte Live-Kracher der Marke "Body Shop" oder "Stars And Striptease", die auch nach Jahren noch eine sichere Bank darstellen. Mit dem grandiosen "Evil Shade Of Paradise" war jedoch auch Aktuelleres im Gepäck, sehr zur Freude aller Fans von eigenwilligem Death- und Thrash-Metal. Die energetische und knüppelharte Darbietung des Liedguts zeigte deutlich, dass RAPTURE in der örtlichen Musikszene ohne Zweifel zu den Bands mit der meisten Bühnenerfahrung zählen. Der Spielplatz war folglich mehr als gerechtfertigt und als nach 40 Minuten "Hotel Paradise" die bildhafte Demontage des Clubs zum Abschluss brachte, dürfte sich jeder der anwesenden Besucher gefragt haben, was darauf wohl noch folgen mag...

 

 Deadlock Live - (c) Tatjana Braun

Die Antwort auf diese Frage lautet kurz und schmerzlos DEADLOCK! Mit der Wahl des Headliners bewies der Veranstalter abermals ein glückliches Händchen, denn die gut 50-minütige Show der Regensburger Melodic Death-Metal Formation war von Anfang bis Ende ganz großes Kino. Nicht mehr und nicht weniger. Schon als nach dem "Manifesto"-Intro der Übersong "Martyr To Science" lospreschte, war klar, dass heute keine Gefangenen mehr gemacht würden. Trotz der mageren Besucherzahl von nur 80 zahlenden Gästen legten DEADLOCK einen hochmotivierten Auftritt hin. Da war nichts gestellt, die Spielfreude seitens der Band so authentisch wie gewaltig. Mit einem klasse Set, das von "Awakened By Sirens" bis "Code Of Honor" alle Hits der Gruppe abdeckte, brachte man den Saal letzten Endes doch noch zum Kochen. Bisweilen hatte man sogar das Gefühl, der Laden sei gerammelt voll. Ein Verdienst, der Musikern und Publikum gleichermaßen zuzuschreiben ist. Die musikalische Leistung war erwartungsgemäß ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Dank des differenzierten Sounds feuerten die Riffs noch brachialer aus den Boxen und legten im Zusammenspiel mit dem drückenden Schlagzeugspiel von Drummer Tobias den Lindenkeller endgültig in Schutt und Asche. Am Frontergespann Johannes Prem und Sabine Weniger gab es ohnehin nichts auszusetzen. Der Wechsel zwischen brutalen Death-Growls und weiblicher Singstimme ist live noch mitreißender als auf CD und offenbart erst hier das ganze Potential, das in Songs wie dem aggressiven "Deathrace" oder dem Ohrwurm "The Brave / Agony Applause" steckt. Zu verdanken ist das nicht zuletzt auch Sabines kraftvoller Stimme, die es mühelos mit dem Organ ihres Kollegen aufnehmen kann. Kritikpunkte zu finden wird bei solch einer Leistung, wie sie DEADLOCK an den Tag gelegt haben, schwer, weshalb mir eigentlich nur eines zu sagen bleibt: Das war zweifellos eine der besten Metalvorstellungen, die Freising in den letzten drei Jahren gesehen hat. Hut ab!

 

Ein wirklich zufriedenstellendes Fazit zu ziehen, gestaltet sich bei solch einem Abend gar nicht so einfach. Musikalisch sowie organisatorisch war das BLACK ZONE BAVARIA durchweg erstklassig, ließ keinerlei Wünsche offen und bereitete allen Besuchern großen Spaß. Es ist wirklich schade, dass ein solcher Event letzten Endes von einer derart großen Besucherflaute überschattet wurde. Denn mal ehrlich, 80 zahlende Gäste sind ein desaströses Ergebnis, das die Veranstaltung definitiv nicht verdient hatte. Dass so etwas finanziell natürlich in keiner Weise tragbar ist, muss nicht extra erwähnt werden. Es wäre traurig, wenn ein ambitioniertes Projekt wie das BLACK ZONE BAVARIA auf diese Weise vor die Hunde gehen müsste. Sollte es im nächsten Jahr eine Neuauflage geben, dann muss es definitiv ein Umdenken bei den Freisingern geben, denn ein Verlust dieser Veranstaltung wäre zugleich ein Verlust einer der wenigen verbliebenen Alternativen zum teuren Münchner Konzertleben.

 

Weitere Konzertbilder in der Vampster-Fotogalerie.

 

 

Setlist RAPTURE:

 

01. After The Bridge

02. One Shot´s Left

03. Body Shop

04. Stars And Striptease

05. Brain Busters

06. Evil Shade Of Paradise

07. Exodus Towards The Grudge

08. Hotel Paradise

 

 

Setlist DEADLOCK:

 

01. Discoboys / Manifesto Intro

02. Martyr To Science

03. Code Of Honor

04. The Brave / Agony Applause

05. As Words To Bullets

06. Awakened By Sirens

07. Deathrace

08. Dark Cell

09. End Begins

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10. Wolves Intro / We Shall All Bleed

 

Konzertbilder © Tatjana Braun



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