vampster - Heavy Metal Magazin. Metal-Blog, RSS-Feeds, News, Clubguide, Metal-Bands, CD-Reviews, Interviews, Festivals, Konzerte, Community, Links
 
News CD-Reviews Interviews Konzertberichte Multimedia-Reviews Hell Of Fame Residenz Evil
Foto-Gallery MP3s Videos
Community / Forum Blog Gästebuch Umfragen fragt dr.vampster
Veranstaltungs-Kalender Festivalübersicht Bands A-Z Clubguide RSS-Feeds News-Ticker Links
Kontakt Impressum vampster-Team Werben auf vampster Link zu uns Hilfe & FAQ Partner vampster unterstützen
vampster RSS-Feeds vampster-Newsletter abonieren Merchandise, CDs, Tickets... Einkaufen bei vampster Translate this site into english
vampster.com > artikel > livereview

COHEED AND CAMBRIA, THE MAPLE ROOM: Vk, Brüssel, 20.01.2008

Live vom 22.01.2008   drucken senden

COHEED AND CAMBRIA, THE MAPLE ROOM, Vk, Brüssel, 20.01.2008

Die Entstehungsgeschichte von COHEED AND CAMBRIA ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Ich bin beispielsweise immer noch fest davon überzeugt, dass alles damit begann, dass an einer Kreuzung der RUSH-Tourbus, der Kombi einer Punkrockkappelle, das Fahrzeug einer IRON MAIDEN-Coverband sowie ein mobiles Gen-Versuchslabor zusammenstießen. Diesen Eindruck verstärkte auch der jüngste Auftritt in Brüssel im Rahmen der Tour zum aktuellen Album "No World For Tommorow".

THE MAPLE ROOM live in Brüssel (20.01.2008)
Tieftonmassage, bei der Potenzial durchschimmerte: THE MAPLE ROOM
Die Vorband THE MAPLE ROOM spielte lupenreinen Emo-Core. Leider ging der cleane Gesang von Sänger Jef Van Doninck im Soundbrei unter. Man konnte erahnen, dass in den Liedern zwischen den Abgehparts immer wieder tolle Melodien versteckt waren. Der erste Eindruck war jedoch rein physikalischer Natur: Lärm. Nach zwei Minuten war es kurz still und das erste Lied vorbei. Dann ging es weiter und wurde nur wenig besser. Der für den Brüllgesang verantwortliche Bassist sah einfach nur unglaublich brav aus, ging während der Songs aber plötzlich in einen Energie-Modus und war kaum noch zu halten. Seinen Bass behandelte er eher wie eine Gitarre, so dass man durch die laut abgemischten tiefen Frequenzen in den fragwürdigen Genuss einer Ganzkörper-Massage kam. Die Gitarren kochten an den Bühnenränder ihr jeweiliges Süppchen und fielen nicht groß auf, obwohl gerade bei den brachialen Stellen die Riffs sehr präsent waren. Nach einer guten halben Stunde war der Spuk (und der damit verbundene Höflichkeitsapplaus) vorbei und die stilistisch ähnliche Pausenmusik aus der Konserve erinnerte einen daran, dass die Musik von THE MAPLE ROOM in einem ordentlichen Soundgewand sicher auch ihren Reiz hat.

COHEED AND CAMBRIA in Brüssel (20.01.2008)
War in blendender Verfassung: COHEED AND CAMBRIA-Frontmann Claudio Sanchez
Als COHEED AND CAMBRIA schließlich die Bühne betraten, war der Saal mit schätzungsweise 200 Nasen zwar nicht ausverkauft, aber doch ordentlich gefüllt. Auch in der hinteren Hälfte der geräumigen Bühne wird es eng: Denn neben Neuzugang Chris Pennie am Schlagzeug tummelten sich dort noch ein Keyboarder und zwei Sängerinnen. Klangtechnisch stand jedoch eindeutig die Kernband im Vordergrund, wobei die Aussteuerung glücklicherweise wesentlich besser ausfiel als bei THE MAPLE ROOM. So kam auch das detailreiche Zusammenspiel der beiden Gitarren bestens zur Geltung. Die Rhythmusgruppe überzeugte durch Spielwitz und Groove und der erstaunlich kraftvolle Gesang von Claudio Sanchez verlieh den Stücken den typischen COHEED AND CAMBRIA-Touch. Praktisch ansangenfrei spielte sich die Band so durchs Programm, das aus einer ausgewogenen Mischung der letzten Alben bestand. Nummern der neuen CD "No World For Tommorow" wurden reibungslos integriert, wobei der Opener und Titeltrack sowie die Single "The Running Free" positiv herausstachen. Die Band muss sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, dass die Musik nach einer Weile ziemlich gleichförmig klang, zumal die epischeren Stücke ganz am Anfang bzw. am Schluss standen und ruhigere Nummern wie "Wake Up" außen vor gelassen wurden.

COHEED AND CAMBRIA live in Brüssel (20.01.2008)
Die zweite Hälfte der COHEED AND CAMBRIA-Gitarrenfront: Travis Stever
Es spricht für die Band, dass man jederzeit seine Aufmerksamkeit auf einzelne Instrumente richten kann, um dort Einzelheiten auszumachen, die COHEED AND CAMBRIA von den meisten anderen Bands abheben. Gleichzeitig wird rigoros auf Proggefrickel verzichtet. Die Band hat auch so ihr Publikum gefunden, selbst wenn es in Brüssel relativ überschaubar war. Die Anwesenden waren jedenfalls ausgelassen und hatten eine gute Zeit. Die hatte auch die Band, als sie zwischendurch "The Trooper" von IRON MAIDEN anstimmte. Claudio Sanchez und Travis Stever sangen jeweils eine Strophe und grinsten dabei über beide Backen. Wie auch sonst war der weibliche Hintergrundgesang hier eher ein Klangtupfer. Die Keyboards pausierten, wobei sie der Lautstärke nach ohnehin lediglich bei der letzten Zugabe eingesteckt waren.

Den Zugabenblock eröffnete "Welcome Home", wobei der Stimmungspegel erwartungsgemäß nach oben schnellte. Statt die freigesetzte Europhie auszunutzen, verwandelten COHEED AND CAMBRIA das an- bzw. abschließende "The Final Cut" in einen ausufernde Solo-Orgie, wie sie DEEP PURPLE zu ihren besten Zeiten zelebrierten. Sanchez und Stever führten mit ihren Gitarren ein viertelstündiges Zwiegespräch, das im Flüsterton begann und damit endete, dass Sanchez in die Tonabnehmer seines Instruments brüllte. Das Publikum beobachtete das Treiben, war dann aber doch irritiert, als anschließend die beiden Derwische die Bühne verließen und erst am Keyboard und dann am Schlagzeug ebenfalls ausführlich soliert wurde. Das hätte bestenfalls im Mittelteil des Konzerts eine nette Auflockerung dargestellt. Doch auch das gemeinsame Finale täuschte nicht darüber hinweg, dass das Konzert nicht mit einem Paukenschlag endete, sondern nach insgesamt etwa 100 Minuten Spielzeit eher gemütlich ausklang, so dass dann auch weitere Zugaberufe ausblieben.

Trotz der etwas gewöhnungsbedürftigen Songabfolge war es aber ein unterhaltsamer Konzertabend mit einer sehr gut aufgelegten Band, die in dieser Form mühelos vor größeren Kulissen bestehen könnte, aber eben auch im kleinen Rahmen spielfreudig und sympathisch agierte.

COHEED AND CAMBRIA-Setlist Brüssel 20.01.2008
Die Setlist von COHEED AND CAMBRIA


COHEED AND CAMBRIA im vampster-Archiv

Es wurden 21 Artikel zu COHEED AND CAMBRIA im vampster-Archiv gefunden.
Artikelübersicht anzeigen:

CD-Review
COHEED AND CAMBRIA: Year Of The Black Rainbow (22.04.2010)
COHEED AND CAMBRIA: No World For Tomorrow (14.11.2007)
COHEED AND CAMBRIA: Good Apollo, I´m Burning Star IV, Volume 1: From Fear Through The Eyes Of Madness (26.09.2005)


livereview
COHEED AND CAMBRIA und OCEANSIZE am 07. April 2008 in der Kölner Live Music Hall (18.04.2008)
COHEED AND CAMBRIA im Gloria Theater, Köln am 30.09.2007 (18.10.2007)


News
COHEED AND CAMBRIA: neues Song ´Sentry The Defiant´ (16.02.2012)
COHEED AND CAMBRIA: alter Schlagzeuger kehrt zurück (18.11.2011)
COHEED AND CAMBRIA: Drummer steigt aus (05.11.2011)
COHEED AND CAMBRIA: Trennen sich von Bassist Michael Todd (09.08.2011)
COHEED AND CAMBRIA: neues Video zu ´World Of Lines´ (06.10.2010)
COHEED AND CAMBRIA: posten Musikvideo zu ´World In Lines´ (16.07.2010)
COHEED AND CAMBRIA: Autogrammstunde in Berlin (07.06.2010)
COHEED AND CAMBRIA: ´Year Of The Black Rainbow´ – neues Album komplett anhören. (08.04.2010)
COHEED AND CAMBRIA: ´Year Of The Black Rainbow´ - Video zum Song ´The Broken´ (14.03.2010)
COHEED AND CAMBRIA: ´Here We Are Juggernaut´ – neue Single bei MySpace hören. (05.03.2010)
COHEED AND CAMBRIA: neuer Song ´The Broken´ als Stream (09.02.2010)
COHEED AND CAMBRIA: ´Year Of The Black Rainbow´ - neues Album kommt Mitte März (03.02.2010)
COHEED AND CAMBRIA: neue Single ´Feathers´ (07.03.2008)
COHEED AND CAMBRIA: neues Album, Single und zwei Konzerte (23.09.2007)
COHEED AND CAMBRIA: Ersatztermine stehen fest! (16.01.2006)
COHEED AND CAMBRIA: verschieben Europatour (07.01.2006)




Einkaufen

COHEED AND CAMBRIA im vampster-Shop »