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MANOWAR: Into Glory Ride

Hell of Fame vom 16.10.2000   drucken senden

Als alter MANOWAR-Fan muss man hier bei Vampster ja immer einiges einstecken, und gerade deshalb gibt´s nun aus Trotz ein Klassikerreview von "Into Glory Ride" - meinem persönlichen Lieblingsalbum von MANOWAR!

"Into Glory Ride" entstand bereits im Jahre 1983 und sollte eigentlich lediglich als Demo fungieren, da die Band zu diesem Zeitpunkt ohne Plattendeal dastand (was in der Karriere von MANOWAR noch öfters der Fall sein sollte). Music for Nations waren von dem gebotenen jedoch so überzeugt, dass sie das Material gleich auf Vinyl pressen ließen, welches inzwischen nur noch für Unsummen auf diversen Börsen zu ergattern ist. Lange Zeit war "Into Glory Ride" gegen Ende der 80er überhaupt nicht mehr in den Läden erhältlich und so kam es dann, dass irgendwann diverse CD-Bootlegs im Umlauf waren, auf denen neben "Into Glory Ride" auch das nicht weniger gigantische "Hail to England" enthalten war. Da das Brennen von CDs damals noch keine alltägliche Sache war, musste sich der Fan mit einem recht üppigen Preis von um die 120,- DM abfinden (zu erkennen ist die CD übrigens an dem roten Druck). Erst einige Monate später kam dann eine weitere Bootleg-Pressung auf den Markt, die für einen normalen Preis zu haben war. Dem Geschäft mit den recht einfach hergestellten Bootlegs - bei ruhigen Stellen ist deutlich das Knacksen des Vinyls zu hören - machten MANOWAR 1993 dann selbst mit der Veröffentlichung des "Secret of Steel"-Boxsets ein Ende. Inzwischen ist es ja auch kein Problem mehr, an das begehrte Teil heranzukommen.

Was das Line-Up von "Into Glory Ride" angeht, so ist zunächst anzumerken, dass dies das erste MANOWAR-Album ist, auf dem *der* MANOWAR-Schlagzeuger schlechthin, Scott Columbus, zu hören war. Dazu später jedoch mehr. Außerdem war zu dieser Zeit auch noch Ross The Boss in der Band, dessen Rückkehr zu MANOWAR nicht nur ich mir sehnlichst wünschen würde (nix gegen die musikalischen Fähigkeiten von Karl "Prinz Eisenherz" Logan, aber...).

Doch gehen wir endlich ans Eingemachte: was macht "Into Glory Ride" zum Klassiker?

"Into Glory Ride" ist sicher mit Abständen das düsterste, epischste und intensivste Werk, das MANOWAR in ihrer Karriere je eingespielt haben. Wenn ich an MANOWAR denke, dann kommt mir als erstes dieses Album in den Sinn, denn hier ist all das vertreten, was ich an MANOWAR immer geliebt habe.

Das Album startet mit einem ziemlich lustigen Hörspiel bei dem einer unser bösen Buben beim Techtelmechtel mit einer 16-jährigen von deren Eltern erwischt wird und lachend vor dem Vater Reißaus nimmt: Das Intro zu "Warlord", dem rockigsten Song des ganzen Albums, das wohl am besten auf die A-Seite des Vorgängers "Battle Hymns" gepasst hätte.

So richtig beginnt "Into Glory Ride" für mich jedoch erst mit "Secret of Steel". Mann, war die Band damals doomig. Und die Gesangslinien von Eric Adams mit seiner heroischen Stimme können mit nichts verglichen werden, was es zum damaligen Zeitpunkt im Metal-Bereich gab. Ergreifende Chöre stimmen beim Refrain ein und es ist auffallend, welchen Effekt die Band durch das leichte Drosseln und Steigern des Tempos hervorruft.

"Gloves of Metal" ist wohl der bekannteste Song dieses Albums und auch dieser erhält seine Power durch sein schleppendes Tempo. Kleiner Abstecher: das Video zu diesem Song gehört wohl zum kultigsten, was die Metal-Szene neben IRON MAIDEN´s "The Number of the Beast" je zu sehen bekam. Das passt dann auch perfekt zu dem Cover von "Into Glory Ride", bei dem ich - als ich es zum ersten bestaunen durfte - es gar nicht glauben konnte, dass man sich so ablichten lassen kann. Brüller!

Mit "Gates of Valhalla" gibt es dann wohl einen der besten Songs, die MANOWAR je geschrieben haben! Ein ergreifendes Akustik-Intro leitet den Song ein und Eric Adams zeigt sich von seiner ergreifendsten Seite (nur echte Banausen lässt dies kalt und bezeichnen das Intro als langweilig!), bevor das ganze in einen mächtigen Galopp übergeht, bei dem man sich im inneren Auge auf einem geflügelten Pferd durch die Himmel reiten sieht. Und wenn Eric Adams nach dem Gitarrensolo so richtig das Schreien anfängt, dann weiß man, dass man endlich daheim angekommen ist. Und ich behaupte nach wie vor, dass gerade auf Grund solcher Songs MANOWAR mit zu den Gründern des "Viking Metals" gehören und ich bin mir auch sicher, dass "Into Glory Ride" ein nicht unwesentlicher Einfluss für BATHORY´s "Hammerheart" darstellte.

Doch der Superlative nicht genug: "Hatred" darf wohl ohne Zweifel als der außergewöhnlichste und bösartigste Song bezeichnet werden, den MANOWAR je geschrieben haben. Auch dieser Song ist extrem schleppend und hier wird ganz deutlich, weshalb Scott Columbus sein Instrument gerne als die "Drums of Doom" bezeichnet! Gigantisch, diese Power, die er aus diesem Instrument herausholt! Besonders verwirrend bei diesem Song sind die Einsätze der "Spieluhr"-Melodie im Mittelteil, die dann von dem erbarmungslosen Schreien Eric Adams´ unterbrochen wird. Ich weiß bis heute nicht, was die Band damit aussagen wollte, aber es ist geil!

"Revelation (Death´s Angel)" gehört dann wieder zu den Pferdegalopp-Songs und ist wohl der "positivste" dieses Albums. Eine typische MANOWAR-Hymne, wie sie die Band heutzutage anscheinend nicht mehr im Stande ist zu schreiben.

Den Abschluss des Albums macht dann "March for Revenge (by the Soldiers of Death)", das ganz in der Tradition von "Battle Hymns" steht und mit diesem Song auf eine Stufe gestellt werden kann. Das ist genau der Stoff, der das Herz des Metal Warriors schlagen lässt! Der Schwur des Kriegers auf Rache im Mittelteil des Songs und der danach einsetzende Bombast-Teil sollte für jeden "True-Metaller" zum Pflichtprogramm gehören, bevor er es überhaupt wagen darf, sich als "Metaller" zu bezeichnen!

Letztendlich ist "Into Glory Ride" für mich nach wie vor ein absoluter Killer und gleichzeitig stimmt mich dieses Album traurig, da ich weiß, dass MANOWAR ein solches Album nie mehr schreiben werden - nicht mal ansatzweise. Als Argument für die Einzigartigkeit von "Into Glory Ride" soll angeführt werden, dass es bis heute keine Band geschafft hat, ein vergleichbares Werk zu erschaffen. Alben wie "Fighting the World" oder das für MANOWAR-Verhältnisse seeehr durchschnittliche "Louder than Hell" wirken gegen "Into Glory Ride" wie ein laues Lüftchen.

"We fight to the Death. To the last Man.
To the last Breath.
Death to False Metal.
Into Glory Ride!"

Fierce

Spielzeit: 45:30 min.

Line-Up:
Eric Adams - Vocals
Joey DeMaio - Bass
Ross the Boss - Guitar
Scott Columbus - Drums

Tracklist:
1. Warlord
2. Secret of Steel
3. Gloves of Metal
4. Gates of Valhalla
5. Hatred
6. Revelation (Death´s Angel)
7. March for Revenge (By the Soldiers of Death)


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Es wurden 53 Artikel zu MANOWAR im vampster-Archiv gefunden.
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